Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats März 2017

Martin Walser - Eigenhändiges Manuskript


Martin Walser - Eigenhändiges Manuskript

 

Zum 90. Geburtstag von Martin Walser

(geboren am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee)

Im Jahr 1981 reiste Martin Walser zur Leipziger Buchmesse, um aus seinen Romanen zu lesen. Die Partei-Funktionäre verboten ihm damals, den DDR-Schriftsteller Gert Neumann zu treffen, der in seinem Roman „Elf Uhr“ die trostlosen Zustände in der DDR schilderte und deswegen in Ungnade gefallen war.

WALSER, Martin: Eigenhändiges Manuskript "Die Stadt der Städte" mit Unterschrift. Quart. 11 Seiten. Mit zahlreichen Streichungen und Zusätzen. Auf den Rückseiten von Typoskriptblättern seines Romans "Angstblüte" (2006) geschrieben.

€ 1.200,–

"Zum ersten Mal habe ich in Leipzig, glaube ich, am 7. März 1981 gelesen. Im Gewölbe der Bastei, das von den Studenten wieder ausgegraben worden war ... Eingeladen hatte Professor Pezold. Ich wohnte im Hotel Astoria, Zimmer 103. Meine Reisebuchführung sagt, daß ich auch bei späteren Lesungen in diesem schwermütigen Hotel wohnte ... Die Vorhänge waren kaum dazu zu bewegen, noch Tageslicht hereinzulassen. Aber unten, der Speisesaal machte alles wieder gut: eine gewaltige figurenreiche Tübke-Wand. Das erwähne ich nur, weil es nichts mehr davon gibt ... Jetzt lädt Michael Hametner ein. Seine allen Untiefen gewachsene Steuerfähigkeit könnte den Lesenden leichtsinnig werden lassen. Und das wäre falsch ... (...) ... Natürlich versuchte ich, als ich in Leipzig einem Mächtigen gegenübersaß, ihn dazu zu bewegen, meinen Kollegen Gerd Neumann besser zu behandeln. Immerhin ist er der Verfasser des ebenso inhaltsreichen, wie stilistisch abenteuerlich schönen und, was die DDR betraf, sicher hochgenauen Romans ‘Elf Uhr’ ...".

Beiliegend eine farbige Portraitphotographie mit eigenhändigem Namenszug auf der Bildseite, aufgenommen während seiner Dankesrede beim Festakt in der Frankfurter Paulskirche am 11. Oktober 1998 als er mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels auszeichnet wurde (17,5× 23,5 cm; Aufnahme: Faßbender). Walsers umstrittene Rede war der Grund, warum seine Bücher in den U.S.A. lange Zeit tabu waren.

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Objekt des Monats Februar 2017

TOCQUEVILLE, A. de: Ueber die Demokratie in Nordamerika

 

Zur Amtseinführung des 45. Präsidenten
der Vereinigten Staaten von Amerika

Donald Trump
(geboren am 14. Juni 1946)

Der Grundstein unserer westlichen Wertegemeinschaft, unser Bekenntnis zu demokratischen Institutionen und unsere rechtsstaatlichen Grundsätze wurden maßgeblich durch die USA geprägt. Über 180 Jahre nach dem Erscheinen der bahnbrechenden Analyse Tocquevilles stehen wir in Europa vor der Frage, wie es mit der Demokratie in den USA im Verhältnis zu Europa weitergehen wird.

TOCQUEVILLE, A. de: Ueber die Demokratie in Nordamerika. Aus dem Französischen übersetzt von F. A. Rüder. 2 Theile in 1 Band. Leipzig, E. Kummer 1836. 2 Bl., 267 S.; VI, 343 S. Alter Name im Vorsatz. Tadellos frisches Exemplar. Halbleinenband der Zeit.

- verkauft –

Seltene erste deutsche Ausgabe des wegweisenden historisch-politischen Werkes. Das zweiteilige Werk gilt als "glänzendste Analyse des US-amerikanischen Regierungssystems, die wesentlich das Bild von der Demokratie der USA in Europa prägte" (Harenberg). Nach einem einjährigen Amerikaaufenthalt entstanden, wird die Darstellung "in der modernen Soziologie als erste glänzende Analyse der egalitären Massendemokratie gewertet, deren Prognosen sich zudem weitgehend bewahrheitet haben" (J. Drews). In der klassenlosen amerikanischen Demokratie sah Tocqueville Tendenzen bereits verwirklicht, die nach seiner Ansicht in Zukunft für ganz Europa bestimmend sein würden. In seinem Werk will er die Vorzüge und Gefahren dieser Entwicklung anhand einer Analyse der durch die Revolution geprägten Verfassungswirklichkeit in den USA darstellen. Dilthey sah als Erster in Deutschland in Tocqueville den "Analytiker unter den geschichtlichen Forschern seiner Zeit und unter allen Analytikern der politischen Welt den grössten seit Aristoteles und Machiavelli". - Sabin 95, 384; Fromm 25 587.

Objekt des Monats Januar 2017

seltener druck von luthers uebersetzung des neuen testaments 28297

seltener druck von luthers uebersetzung des neuen testaments 28297 1

 

500 Jahre Reformation

Die Bibelübersetzung Martin Luthers 

(geboren am 10. November 1483 in Eisleben, gestorben am 18. Februar 1546 ebenda)

Der Protestantismus, der unsere Kultur und Gesellschaft zutiefst geprägt hat, begann mit Martin Luthers Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517. Luthers Hauptwerk, die Übersetzung des Alten und Neuen Testaments aus dem Althebräischen, Aramäischen und Altgriechischen stellt bis heute die Grundlage aller modernen Bibelübersetzungen dar.

LUTHER, M.: Das Newe Testament Mar. Luthers. Wittemberg, (gedruckt durch Hans Lufft) 1530. Großoktav. 328 unnum. Blatt. (A-Z 8, a-s 8). Titel mit Holzschnitt-Bordüre und 38 ganzseitige Holzschnittafeln. Zahlreiche verzierte Holzschnitt-Initialen. Teils mit Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand. Ganz vereinzelt kleine Randläsuren. Teils leicht wasserrandig. Vorsätze erneuert. Holzdeckelband der Zeit mit Blindprägungen auf den Deckeln. Rücken passend ergänzt, neues Rückenschild. Schließen fehlen.

- verkauft -

Rarität ersten Ranges! Seltener Druck von Luthers Übersetzung des Neuen Testaments, entstanden im Jahr 1529 unter der Mitarbeit von Melanchton. Kein Exemplar auf deutschen Auktionen seit 1950. Luthers Übersetzung erschien erstmals 1522 in Wittenberg und erlebte schnell zahlreiche Auflagen. Vorliegende Ausgabe wurde zur Ostermesse in Frankfurt 1530 vorgestellt und ist eine Gesamtrevision der bisher erschienenen Drucke des Neuen Testaments. Sie erschien hier erstmals im Oktavformat und wurde um einige Holzschnitte von Georg Lemberger erweitert, die Lukas Cranach nachempfunden sind. "Die Besserungen betrafen, grammatische, syntaktische und stilistische Merkmale, die konnten auch theologisch motiviert sein. Theologisch bedeutsam waren die Veränderungen der Vorreden: Erweitert wurde die Vorrede zum ersten Korintherbrief, ums Achtfache vermehrt und inhaltlich ganz neu gefaßt wurde die Einleitung zur Apokalypse, die das Gewicht eines Kommentars erhielt, oder besser: einer Polemik, die ihre Schärfe aus der Aktualisierung und vergegenwärtigenden Deutung des Heiligen Schrift bezog" (Reinitzer. Biblia deutsch S. 153). Titelrückseite Text mit der Warnung Luthers an die Nachdrucker und konkurrierenden Übersetzer. Die Nachfrage war außerordentlich groß. Bis zu Luthers Tod sind 330 Nachdrucke erschienen. - Die Ausgabe von 1530 existiert mit zwei verschiedenen Titelblättern. Dieses Exemplar mit Titelblatt: "Zwei Medaillons" ist bei Reinitzer: "Bibla deusch" abgebildet (Abb. 81). - Benzing 1530.3; Reinitzer Nr. 85; vgl. Ursprung der Biblia Deutsch. Ausst. Kat. Stgt. 1983, IVC 2, Nr.6; VD 16 B 4400.

Objekt des Monats Dezember 2016

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen.

KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift.

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf"KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf".

 

Zum 25. Todestag von Ernst Křenek (ab 1938 Krenek)

(geboren am 23. August 1900 in Wien, Österreich, gestorben am 22. Dezember 1991 in Palm Springs (CA), USA)


Komponist, Musikschriftsteller, Librettist, Schriftsteller, Dirigent, Pianist, Professor, Hochschullehrer, Pädagoge.

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen. Op. 45. Klavierauszug mit Text vom Komponisten. Wien, Universal-Edition (VerlagsNr. U.E. 8621) Copyright 1926. Abzug XI. 1927. Quart. 213 S. Handschriftlicher Vermerk auf Titel. Originalumschlag.

€ 200,-


Die Uraufführung dieser Jazz-Oper am Leipziger Stadttheater 1927 wurde zum überwältigenden Welterfolg, der dem Komponisten fortan ein finanziell unabhängiges Schaffen ermöglichte. In kurzer Zeit folgten mehr als 100 Inszenierungen im In- und Ausland. Den Text schrieb Krenek selbst. Motorische Rhythmen und moderne Tänze bilden das musikalische Gerüst, das er mit seiner homophonen, durchsichtigen Schreibweise zu einem "vielfach schillernden Bühnenstil" (K. H. Wörner) verbindet. Die Hauptfigur eines Schwarzen nahmen dann vor allem die Nazis zum Vorwand, gegen Komponist und Werk eine regelrechte Hetzkampagne zu starten: "Ernst Krenek propagierte in 'Jonny spielt auf' die Rassenschande als die Freiheit der 'Neuen Welt'" ("Entartete Musik", Düsseldorf 1938, S. 16). - BSB 9, 3509; CPM 33, 251; Stewart S. 452. (Bestell-Nr. 21331)


KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift. Wien, 20. Sept. 1964. Quer-Oktav. 3/4 Seite.

€ 450,-


"Zwölftonreihe aus den Zwölf Variationen. Op. 79". Auf gedrucktem Notenpapier. - Krenek wandte sich in den 20iger Jahren immer mehr der neuen Musik zu, womit er bald den Ruf eines "enfant terrible" innehatte. Um 1930 entschied er sich für das Komponieren mit der Zwölftontechnik. 1938 emigrierte er nach den USA und wurde bald zu einem sehr gefragten Komponisten und Theoretiker. (Bestell-Nr. 18201)

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf". Op. 45. Arrangement von Jenö Takács. Piano solo. Wien und Leipzig, UE (VerlagsNr. U.E. 8960) 1927. Quart. 28 S. Farbig illustrierter Originalkarton.

€ 150,-


Erstausgabe dieser Bearbeitung durch den ungarischen Komponisten und Pianisten Jenö Takács (1902-2005). Den 13 Nummern sind fallweise die entsprechenden Texte der Oper übergelegt. Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen. - Sehr selten. (Bestell-Nr. 19705)


KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf". Piano solo mit Text. Arrangement von Gustav Blasser. Wien, UE (VerlagsNr. U.E. 8871) [1928]. Quart. 3 S. Ill. Originalkarton.

€ 100,-


(Bestell-Nr. 19166)

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