Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats Januar 2017

seltener druck von luthers uebersetzung des neuen testaments 28297

seltener druck von luthers uebersetzung des neuen testaments 28297 1

 

500 Jahre Reformation

Die Bibelübersetzung Martin Luthers 

(geboren am 10. November 1483 in Eisleben, gestorben am 18. Februar 1546 ebenda)

Der Protestantismus, der unsere Kultur und Gesellschaft zutiefst geprägt hat, begann mit Martin Luthers Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517. Luthers Hauptwerk, die Übersetzung des Alten und Neuen Testaments aus dem Althebräischen, Aramäischen und Altgriechischen stellt bis heute die Grundlage aller modernen Bibelübersetzungen dar.

LUTHER, M.: Das Newe Testament Mar. Luthers. Wittemberg, (gedruckt durch Hans Lufft) 1530. Großoktav. 328 unnum. Blatt. (A-Z 8, a-s 8). Titel mit Holzschnitt-Bordüre und 38 ganzseitige Holzschnittafeln. Zahlreiche verzierte Holzschnitt-Initialen. Teils mit Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand. Ganz vereinzelt kleine Randläsuren. Teils leicht wasserrandig. Vorsätze erneuert. Holzdeckelband der Zeit mit Blindprägungen auf den Deckeln. Rücken passend ergänzt, neues Rückenschild. Schließen fehlen.

- verkauft -

Rarität ersten Ranges! Seltener Druck von Luthers Übersetzung des Neuen Testaments, entstanden im Jahr 1529 unter der Mitarbeit von Melanchton. Kein Exemplar auf deutschen Auktionen seit 1950. Luthers Übersetzung erschien erstmals 1522 in Wittenberg und erlebte schnell zahlreiche Auflagen. Vorliegende Ausgabe wurde zur Ostermesse in Frankfurt 1530 vorgestellt und ist eine Gesamtrevision der bisher erschienenen Drucke des Neuen Testaments. Sie erschien hier erstmals im Oktavformat und wurde um einige Holzschnitte von Georg Lemberger erweitert, die Lukas Cranach nachempfunden sind. "Die Besserungen betrafen, grammatische, syntaktische und stilistische Merkmale, die konnten auch theologisch motiviert sein. Theologisch bedeutsam waren die Veränderungen der Vorreden: Erweitert wurde die Vorrede zum ersten Korintherbrief, ums Achtfache vermehrt und inhaltlich ganz neu gefaßt wurde die Einleitung zur Apokalypse, die das Gewicht eines Kommentars erhielt, oder besser: einer Polemik, die ihre Schärfe aus der Aktualisierung und vergegenwärtigenden Deutung des Heiligen Schrift bezog" (Reinitzer. Biblia deutsch S. 153). Titelrückseite Text mit der Warnung Luthers an die Nachdrucker und konkurrierenden Übersetzer. Die Nachfrage war außerordentlich groß. Bis zu Luthers Tod sind 330 Nachdrucke erschienen. - Die Ausgabe von 1530 existiert mit zwei verschiedenen Titelblättern. Dieses Exemplar mit Titelblatt: "Zwei Medaillons" ist bei Reinitzer: "Bibla deusch" abgebildet (Abb. 81). - Benzing 1530.3; Reinitzer Nr. 85; vgl. Ursprung der Biblia Deutsch. Ausst. Kat. Stgt. 1983, IVC 2, Nr.6; VD 16 B 4400.

Objekt des Monats Dezember 2016

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen.

KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift.

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf"KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf".

 

Zum 25. Todestag von Ernst Křenek (ab 1938 Krenek)

(geboren am 23. August 1900 in Wien, Österreich, gestorben am 22. Dezember 1991 in Palm Springs (CA), USA)


Komponist, Musikschriftsteller, Librettist, Schriftsteller, Dirigent, Pianist, Professor, Hochschullehrer, Pädagoge.

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen. Op. 45. Klavierauszug mit Text vom Komponisten. Wien, Universal-Edition (VerlagsNr. U.E. 8621) Copyright 1926. Abzug XI. 1927. Quart. 213 S. Handschriftlicher Vermerk auf Titel. Originalumschlag.

€ 200,-


Die Uraufführung dieser Jazz-Oper am Leipziger Stadttheater 1927 wurde zum überwältigenden Welterfolg, der dem Komponisten fortan ein finanziell unabhängiges Schaffen ermöglichte. In kurzer Zeit folgten mehr als 100 Inszenierungen im In- und Ausland. Den Text schrieb Krenek selbst. Motorische Rhythmen und moderne Tänze bilden das musikalische Gerüst, das er mit seiner homophonen, durchsichtigen Schreibweise zu einem "vielfach schillernden Bühnenstil" (K. H. Wörner) verbindet. Die Hauptfigur eines Schwarzen nahmen dann vor allem die Nazis zum Vorwand, gegen Komponist und Werk eine regelrechte Hetzkampagne zu starten: "Ernst Krenek propagierte in 'Jonny spielt auf' die Rassenschande als die Freiheit der 'Neuen Welt'" ("Entartete Musik", Düsseldorf 1938, S. 16). - BSB 9, 3509; CPM 33, 251; Stewart S. 452. (Bestell-Nr. 21331)


KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift. Wien, 20. Sept. 1964. Quer-Oktav. 3/4 Seite.

€ 450,-


"Zwölftonreihe aus den Zwölf Variationen. Op. 79". Auf gedrucktem Notenpapier. - Krenek wandte sich in den 20iger Jahren immer mehr der neuen Musik zu, womit er bald den Ruf eines "enfant terrible" innehatte. Um 1930 entschied er sich für das Komponieren mit der Zwölftontechnik. 1938 emigrierte er nach den USA und wurde bald zu einem sehr gefragten Komponisten und Theoretiker. (Bestell-Nr. 18201)

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf". Op. 45. Arrangement von Jenö Takács. Piano solo. Wien und Leipzig, UE (VerlagsNr. U.E. 8960) 1927. Quart. 28 S. Farbig illustrierter Originalkarton.

€ 150,-


Erstausgabe dieser Bearbeitung durch den ungarischen Komponisten und Pianisten Jenö Takács (1902-2005). Den 13 Nummern sind fallweise die entsprechenden Texte der Oper übergelegt. Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen. - Sehr selten. (Bestell-Nr. 19705)


KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf". Piano solo mit Text. Arrangement von Gustav Blasser. Wien, UE (VerlagsNr. U.E. 8871) [1928]. Quart. 3 S. Ill. Originalkarton.

€ 100,-


(Bestell-Nr. 19166)

Objekt des Monats November 2016

BEETHOVEN, Ludwig van: Wellingtons-Sieg

BEETHOVEN, Ludwig van: Wellingtons-Sieg

Seltener Erstdruck HAYDN, Joseph: Terzette pour le Forte-Piano
Seltener Erstdruck HAYDN, Joseph: Terzette pour le Forte-Piano




 

Zum 135. Geburtstag von
Stefan Zweig

(geboren am 28. November 1881 in Wien; gestorben 23. Februar 1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien)


Zweig empfand sich „nie als den Besitzer dieser Dinge …, sondern nur als ihren Bewahrer in der Zeit.“

„Als Sammler war er genial, …“ (Hermann Kesten)

Nicht erst seit Salzburg frönte Zweig der Sammelleidenschaft, er begann bereits in frühen Kinderjahren zu sammeln: „Mit dreizehn Jahren, als jene intellektuelle-literarische Infektion bei mir begann, …, verwandte (ich) das von den Eltern mir für eine Tanzstunde zugebilligte Geld für Bücher …“ (Die Welt von gestern). In seinem Junggesellen-Domizil in der Kochstraße in Wien setzte er diese Leidenschaft intensiv fort und erfreute sich an Autographen und seltenen Stücken. Doch erst in Salzburg, der neuen Wahlheimat Zweigs konnte sich seine Leidenschaft voll entfalten, „dort hatte er sich ein auf dem Kapuzinerberg gelegenes barockes Schlößchen gekauft … (die) dem Dichter eine Heimstätte gewährte, die seinem Sinn entsprach … Das feierlich-altmodische Ambiente einer aristokratischen Residenz bot ihm den rechten Rahmen für seine immer umfangreicher werdenden Sammlungen von Kunstwerten, Antiquitäten und kostbaren Handschriften. (…). Für den Dichter bedeutete die Sammelleidenschaft zweifellos mehr als ein nobles Steckenpferd. Zwischen seinen schönen alten Möbeln, inmitten kostbarer Gemälde, Autographen und Büchern mochte er sich leichter in vorbereitende Stimmung versetzen, die ihn befähigte, als Meister des dichterischen Essays, den hervorragenden … Gestalten der Geschichte nahe zu sein und sie lebendig werden zu lassen.“ (Bauer S. 46 ff.)


Zwei Musikdrucke aus Zweigs Sammlung sollen an den genialen Sammler erinnern:


BEETHOVEN, Ludwig van: Wellingtons-Sieg, oder: die Schlacht bey Vittoria. 91-tes Werk. Vollständige Partitur. Wien, S. A. Steiner und Comp. (VerlagsNr. 2367) [1816]. Quart. Titelblatt, 2 Blatt, 114 S. Sehr schöner Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

- verkauft -


Seltene Originalausgabe der Partitur dieser Schlachtenmusik. Beethoven erregte mit der von ihm selbst 1813 geleiteten Uraufführung in Wien größtes Aufsehen; unter Beteiligung aller namhaften Musikerpersönlichkeiten, die sich damals in Wien aufhielten, gelang dem Komponisten - er war bereits ziemlich taub - ein derartiger Erfolg, dass erstmals die Partitur zugleich mit dem Druck der Orchesterstimmen im Anschluß an die Aufführung veröffentlicht werden konnte. Die Pläne zur Komposition stammen weitgehend von J. N. Mälzel, der die Musik zunächst für sein sog. Panharmonikon bestimmt hatte. Später geißelte G. Weber das Werk als wenig inspiriert und "Verirrung seiner [Beethovens] Muse", was der Komponist mit "erbärmlicher Schuft" quittierte (Caecilia 1825). - Inkunabel der Lithographie. Mit "Bemerkungen für die Aufführung" in Beethovens eigenem deutschen Text sowie einer französischen Übersetzung. - Exemplar aus der Sammlung Stefan Zweigs, erkenntlich an Zweigs maschinenschriftlicher Beschreibung, die lose beiliegt. - Kinsky S. 253; Dorfmüller S. 223; Hoboken 2, 389. (Artikel-Nr. 26451)


HAYDN, Joseph: Terzette pour le Forte-Piano, ou Clavecin Violon, et Violoncelle. [Hob. XV/10]. Wien, Hoffmeister (PlattenNr. 33) [1786]. Quer-Quart. 15 S., Quart 5 S., 4 S.; Titel mit handschriftlichem Besitzvermerken und Blindstempel, etwas fleckig; knapp beschnittenes Exemplar.

- verkauft -


Seltener Erstdruck aus dem Besitz Stefan Zweigs, erkenntlich an Zweigs maschinenschriftlicher Beschreibung, die lose beiliegt. - Auf Anregung Forsters beschäftigte sich Haydn ab 1784 erneut mit Klaviertrios. Die nun entstehenden Werke zeigen eine größere Konzentration auf den Klavierpart und eine einfachere, dem Klavier unabhängig gegenüberstehende Linienführung der Streichinstrumente. Den Zeitgenossen galt das Es-Dur-Trio als besonderes Beispiel für Haydns Erfindungskraft, es hob sich auch spieltechnisch von den Trios Hob. XV, 2, 9 ab. - Robbins Landon, Chronicle 2, 583, 703; Kat. Hoboken 8, 1010; RISM A/I/4, 3672. (Bestell-Nr. 17324)

Objekt des Monats Oktober 2016

Erstausgabe des Komponisten Christian Friedrich Daniel Schubart

SCHUBART - SCHUBERT, Franz: Die Forelle. Gedicht von Schubart für eine Singstimme mit Begleitung

 

225. Todestag von
Christian Friedrich Daniel Schubart, Komponist, Theaterdirektor, Schriftsteller


Der berühmteste politische Gefangene seiner Zeit – bekannt als der
Dichter der „Forelle“, vertont von Franz Schubert


SCHUBART, [Christian Friedrich Daniel]: Leben und Gesinnungen. Von ihm selbst, im Kerker aufgesetzt. 2 Bände. Stuttgart, Gebr. Mäntler 1791-93. Gestochenes Porträt in Punktiermanier von A. Karcher nach Lohbauer (linker Rand knapp), XVIII, 292 S., mit gestochener Titelvignette von A. Karcher; 1 Bl., XVI, 320 S., 1 Bl., mit gestochener Titelvignette. Insgesamt 5 Kupfertafeln gestochen von A. L. d'Argent. Wenige Bleistiftunterstreichungen. 3 Blatt gestempelt. Teils stockfleckig. Pappbände mit zeitgenössischem Buntpapier.


- verkauft -


Erstausgabe der Autobiographie. Teil 1 entstand während Schubarts Haftzeit auf dem Hohenasperg. Da er selbst nicht schreiben durfte, diktierte er seinem Mitgefangenen Scheidlin, durch ein Loch in der Wand, seine Lebensgeschichte. Das Manuskript wurde jahrelang unter Steinen verborgen. Der Druck wurde noch von ihm selbst vorbereitet. Teil 2 wurde von seinem Sohn Ludwig aus seinem Nachlass herausgegeben. - Ohne den häufig fehlenden 3. Band "Schubart's Karakter", der erst 1798 erschienen ist. - F. Nicolai schildert, dass Schubart die ersten 2 Jahre strenge Kerkerhaft durchstehen musste, in den Folgejahren aber recht frei auf dem Asperg lebte, beim Kommandanten zu Mittag aß und mit Gästen, wie Nicolai, zusammen kam und nach seiner Entlassung sofort von Karl Eugen zum Leiter der Stuttgarter Theater ernannt wurde. - Schulte-Strathaus 79. Wieland/Schubart-Katalog Marbach 1980, Nr. 50.  (Bestell-Nr. 16928)


SCHUBART - SCHUBERT, Franz: Die Forelle. Gedicht von Schubart für eine Singstimme mit Begleit. des Piano-Forte. Op. 32. Neue Ausgabe, für Sopran od. Tenor. [D 550]. Wien, Diabelli und Comp. (PlattenNr. D. & C. No. 3321) [1829]. Quer-Quart. 7 S. Fingerfleckig.

€ 200,-


Neustich des Liedes mit dem "zweifellos von A. Diabelli stammenden" Klaviervorspiel (Deutsch S. 320) mit dem springenden Forellenmotiv, das in allen späteren Nachdrucken übernommen wurde. Schubarts Gedicht entstand 1782 während seiner Haft auf dem Hohenasperg und wurde erstmals im "Schwäbischen Musenalmanach" von 1783 abgedruckt. Die Schubert'sche Vertonung berücksichtigte nicht die 4. Strophe des Gedichtes, in der sich der Dichter warnend an die Mädchen gegenüber den Verführungskünsten der jungen Männer wendet, wohl um das Lied moralisch integer erscheinen zu lassen (vgl. KNLL 15, 27). Dietrich Fischer-Dieskau über "die Forelle": Die Lebendigkeit der Darstellung mit dem Trüben und Glätten des Wasserspiegels, die Lebensfreude der Melodie selbst machen die allgemeine Beliebtheit verständlich ..." (Auf den Spuren der Schubert-Lieder, S. 126). Das Thema aus der "Forelle" verwandte Schubert später im 1. Satz des "Forellenquintetts" wieder. - Slg. Hoboken 13, 172. CPM 51, 40.  (Bestell-Nr. 17137)

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