Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats November 2017

Eigenhändiger Brief von Wilhelm Hauff

 

Zum 190. Todestag von Wilhelm Hauff

(geboren am 29. November 1802 in Stuttgart, gestorben am 18. November 1827 ebenda) 

Wilhelm Hauff war einer der berühmtesten Märchenerzähler der Spätromantik. In seinem nur 25 Jahre währenden Leben schuf er noch heute beliebte Märchen wie „Zwerg Nase“, „Kalif Storch“, „der kleine Muck“ oder “das kalte Herz“.

Nach seinem Vorbild Walter Scott begründete Wilhelm Hauff den historischen deutschsprachigen Roman. Sein berühmtestes Werk, die Sage „Lichtenstein“ um den Württembergischen Herzog Ulrich veranlasste Wilhelm, Graf von Württemberg, in den Jahren 1840-42 auf den Ruinen der alten Burg eine Ritterburg im Stil des Mittelalters zu erbauen. In der Verlagsankündigung von „Lichtenstein“ des Verlegers Franckh in Stuttgart am 3. Januar 1827 stellt er Hauff als „neuesten Lieblingsdichter“ dar und damit auf eine Stufe mit dem überaus erfolgreichen Walter Scott.

„Der schwäbische Walter Scott“ bietet im Dezember 1826 dem Verleger Friedrich Brockhaus sechs Beiträge für die „Blätter für literarische Unterhaltung“ an. Am 5. Januar und am 20. Februar bittet Brockhaus Hauff ihm endlich den angebotenen Aufsatz über das „Leben Napoleons“ von Walter Scott zu übersenden. Wilhelm Hauff antwortet jedoch erst am 20. März mit folgendem Brief:

HAUFF, Wilhelm [1802-1827]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift "Dr. Wilh. Hauff". Stuttg[art], 20. III. [18]27. Groß-Quart. 1 Seite. Leicht gebräunt. Mit Siegelrest und Blattausriß durch Siegelbruch (ohne Textverlust). Poststempel.

€ 15.000,–-

Von größter Seltenheit - aus seinem Todesjahr. - Brief an den Verleger Friedrich Brockhaus in Leipzig bei dem Hauff sich für seine bisher nicht gelieferte Rezension von Walter Scotts "Leben Napoleons Bonapartes" für die "Blätter für literarische Unterhaltung" rechtfertigt. "... Klagen Sie nicht mich an ..., sondern wälzen Sie in Gottes Namen alle Schuld auf Treutel und Würz in London. Es ist eine ärgerliche Geschichte. In meinem Pult liegt eine vollständige Recension über die 4 ersten Bände von W. Scotts 'Napoleons Leben' bereit, die ich gleich Anfangs für Ihr Blatt bestimmt habe. Nun hat der Franckh (Verleger), der Treuteln die Aushängebogen abkauft, den Vertrag eingegangen, unter keiner Art und Form, früher etwas auszugeben als das Original in London erschienen ist, denn sie wollen dort alle 7 Bände auf einmal erscheinen laßen und Europa überraschen ... Ich bekam die Aushänge Bogen ... nur unter der Bedingung, früher nichts davon druken zu laßen als biß Treutel und Würz ... ankündigen es sei so eben erschienen. Nun weiß ich nichts beßeres zu thun als mein Manuscript Ihrer Di[s]cretion zu übergeben, vorausgesezt daß Sie wollen ... dann druken Sie frisch und munter und sind immer noch der Erste in Teutschland, der eine Critik geben kann ... Noch einen anderen, freilich gewagten Vorschlag könnte ich Ihnen machen. Ich könnte die Recension in eine Briefform einkleiden, solche von London datieren und Ihrem Blatt von W. Scotts Napoleon erzählen. Freilich müßten Sie mich dann mit Ihrem Wort versichern, daß Sie mich, im Fall Treutel etc Lärm schlagen, gänzlich aus dem Spiel laßen und lieber Gott, die Welt und den Teufel belügen, als mich nennen. Schreiben Sie mir bald ...". - Starke Expansion und Aufschwung im Buchhandel führten in der Zeit zu einem erbitterten Kampf um Marktanteile. "Das Beispiel Scott führte den Verlegern vor, welche Geschäftserfolge mit geeigneter Übersetzungsliteraur zu erzielen waren" (N. Bachleitner, „Übersetzungsfabriken“. Das Deutsche Übersetzungswesen i. d. ersten Hälfte des 19. Jhdts., S. 7).

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Objekt des Monats Oktober 2017

Erstausgabe von Etienne-Nicolas Méhul: Mélidore et Phrosine

 

Zum 200. Todestag von Etienne-Nicolas Méhul

(geboren am 22. Juni 1763 in Givet/Ardennen, gestorben am 18. Oktober 1817 in Paris) 

Méhul gehörte zu einem der bedeutendsten Komponisten der Revolutionszeit und Wegbereiter der Romantik, der auch außerhalb Frankreichs große Bedeutung erlangte. Er schrieb mehr als 40 Opern.

MÉHUL, [E. N.]: Mélidore et Phrosine. Drame lyrique en trois actes. Paroles du Citoyen [Vincent] Arnauld. [Partitur mit Text]. Représenté pour la première fois sur le Théatre Lyrique de la rue Favart, le 17 Germinal, l’An second de la République Francaise. Paris, Cousineau Pere et Fils (ohne PlattenNr.) [1794]. Folio. 300 S. Titelblatt mit handschriftlicher Signatur des Verlegers. Papierbedingt etwas gebräunt. Pappband der Zeit mit farbigem Rücken- und Deckelschild.

€ 1.200,–-

Sehr seltene Erstausgabe der Partitur. Exemplar aus der Sammlung des französischen Komponisten Charles-Simon Catel (1773-1830), der zur gleichen Zeit wie Méhul am Pariser Conservatorium unterrichtete. Die Oper gilt mit ihrer Hinwendung zu Jean-Jacques Rousseaus Naturideal und ihrer Phantastik des Revolutionspathos als ein markantes Beispiel einer frühen französischen romantischen Oper. "Méhul gehört einer Komponistengeneration an, die nicht nur verschiedene Phasen der französischen Musik durchlaufen, sondern auch zu deren Ausgestaltung beigetragen haben. Die entscheidende Phase von Méhuls schöpferischer Arbeit fand in der Französischen Revolution statt, während er Werke komponierte, die unmittelbar als symbolisch für die unruhige Epoche erkannt wurden. In seinen Opern treibt er Techniken auf ihren Höhepunkt, die seine Vorgänger während der 1780er Jahre entwickelt hatten, darunter in erster Linie die Bereicherung des orchestralen Satzes" (MGG²). - Lt. Vorbesitzer kam das schöne Exemplar später in die Bibliothek von Vincent D'Indy.  - RISM M 2026; Clement/Larousse 729; nicht BSB; CPM 38,376.

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Objekt des Monats September 2017

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musikautograpen edvard grieg eigenhaendiger brief mit unterschrift 27920 versokl

 

Zum 110. Todestag des bedeutenden norwegischen Komponisten und Pianisten Edvard Grieg

(geboren am 15. Juni 1843 in Bergen, gestorben am 4. September 1907 ebenda) 

In den 1880 Jahren war Edvard Grieg einer der meist gespielten und berühmtesten Komponisten Europas. Den Norweger, der zwischen 1858 und 1862 am Leipziger Konservatorium studierte, verband neben dem Musikverlag C.F. Peters, mit dem er 1889 einen Generalvertrag schloss, auch eine Freundschaft zum Leipziger Verleger Ernst Wilhelm Fritzsch (1840-1902). „Vor der Klosterpforte“, das auf dem Gedichtzyklus „Arnljot Gelline“ von Björnstjerne Björnson basierende Werk für Chor und Orchester, war eine Komposition, die Grieg sehr schätze und häufig, sowohl in Norwegen als auch im Ausland, aufführte. Der bekannte Operndichter-Komponist Franz von Holstein übersetzte den norwegischen Text ins Deutsche.

GRIEG, Edvard [1843-1907]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Bergen, Norwegen d. 12. Juli 1887. 4 Seiten auf braunem Papier mit den gedruckten Initialen am Kopf. Papier recto etwas ausgebleicht, Knickfalten. Kleine Fehlstelle am unteren Falz ohne Textverlust.

€ 6.500,–-

Schöner, inhaltsreicher Brief an den Leipziger Verleger Ernst Wilhelm Fritzsch auf Deutsch: "Lieber Fritzsch! Hiermit folgt die Correctur. Der französische Text ist oft ganz falsch unterlegt, was ich immer durch NB. und Striche bezeichnet habe, und ich bitte nun den Stecher, ja mit der größten Sorgfalt zu verfahren. Hoffentlich folgt bald Correctur auf den Orchesterstimmen, auf der Orgelstimme, die bis jetzt immer noch fehlt, und auf den Chorstimmen. Was Du mir von dem Streichquartett schreibst, freute mich ungemein. Ich vergesse nicht leicht, wie das Werk nach der ersten Leipziger Aufführung von der Presse behandelt wurde und bin nicht bescheiden genug um nicht zu fühlen, das mir damals Unrecht geschah. Sollten jetzt liberalere Ansichten in der Leipziger Presse vertreten sein, dann wäre allerdings gerade Brodsky, der mir so sympatische Künstler, der rechte Mann. Ich bin aber in dieser Beziehung kein Sangoiniker, nachdem meine Holberg-Suite [op. 40], eine Gelegenheitsarbeit im Zopfstyl, wo jede Spur von eigener Persönlichkeit sorgfältig verdeckt erscheint, einen ebenso komischen, als für den Gewandhausgeschmack charakteristischen Erfolg zu Theil wurde. Hoffentlich hat Brodsky selbst die Aufführung des Quartetts vorgeschlagen!?

Ich hatte eine schlechte Zeit. Meine Gesundheit machte mir lange so viel zu schaffen, das ich mich zum Componieren nichts weniger als angeregt fühlte. Ende dieses Jahres - spätestens - hoffe ich dich in Leipzig begrüßen zu können. Mit freundl. Gruß dein Edvard Grieg. P.S. Die in deinem Briefe erwähnten 75 Mark habe ich dankend empfangen."
Bei dem zu korrigierenden Werk handelt es sich um op. 20 "Vor der Klosterpforte" für Frauenchor mit Orchesterbegleitung, dessen Partitur, Orchester-, Solo- und Chorstimmen bei Fritzsch bereits 1876 erschienen war. Das Werk widmete Grieg damals Franz Liszt. Im November 1888 erschien im Fritzsch-Verlag die Erstausgabe des Klavierauszugs.
Grieg spricht Fritzsch auf das g-moll-Streichquartett an, das der Verleger 1879 herausbrachte, nachdem es von Dr. Abraham vom Peters-Verlag abgelehnt worden war. Das am 30.11.1878 im Gewandhaus aufgeführte g-moll-Quartett wurde vom Kritiker Bernsdorf, wie schon 6 Jahre zuvor das a-moll-Konzert, völlig zerrissen. Die Bedeutung des Werkes war indes Franz Liszt klar, der es als "ungewöhnliches und vorzügliches Werk" lobte.

Der russische Geiger Adolf Brodsky brachte am 10.12.1887 die Griegsche c-Moll Sonate im Neuen Gewandhaus zur Uraufführung, die ein großer Erfolg wurde. Im Februar 1888 trat das Brodsky-Quartett mit dem g-moll-Streichquartett auf und dieses Mal wurde es ein großer Triumph für den Komponisten. - So lange und inhaltsreiche Briefe sind eine Seltenheit bei Grieg.

Als Beilage ein ovales Porträt Griegs (16x12 cm).

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Objekt des Monats Juli 2017

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Richard Strauss 16528 vortitel bearbeitet 1 kl
Richard Strauss 16528 titel bearbeitet 1 kl
Richard Strauss 16528 straeusslein kl

 

Zum 175. Todestag von Clemens Brentano

(geboren am 9. September 1778 in Ehrenbreitstein [heute: Koblenz], gestorben am 28. Juli 1842 in Aschaffenburg) 

Im Jahre 1918 begann Richard Strauss sich wieder intensiv mit der Liedkomposition zu beschäftigen. Die „Sechs Lieder nach Gedichten von Clemens Brentano“ waren zweifelsfrei seine beste Leistung in diesem Jahr. Ein Anstoß zu dieser Komposition mag die Begegnung mit Elisabeth Schumann im vorangegangenen Jahr gewesen sein, die ihm mit ihrem lyrischen Sopran die ideale Interpretin seiner Lieder schien und der er das vorliegende Werk widmete. Beim Komponieren ließ sich Strauss von den Gedichten selbst inspirieren. Er schäftigte sich 1918 sowohl mit der Prosa als auch mit der Lyrik Clemens Brentanos, bei den sechs Liedern nahm er sich die Originaldichtungen als Vorlage. Mit „An die Nacht“, „Ich wollte ein Sträusslein binden“, „Säusle liebe Myrthe“, „Als mir Dein Lied erklang“, „Amor“ und „Lied der Frauen“ schuf Strauss neben den virtuosesten Gesangspartien auch eine grandiose Klavierbegleitung.

STRAUSS, R.: Sechs Lieder nach Gedichten von Clemens Brentano. [Op. 68]. [TrV 235]. Berlin, A. Fürstner [1920]. Imperial-Folio. 65 Bl., mit 7 ganzseitigen Radierungen. Mit eigenhändigem Namenszug des Komponisten. Reizend illustrierter Original Halblederband.

- verkauft -

Wundervolles, nummeriertes Exemplar der Vorzugsausgabe, die in einer einmaligen Auflage von sechzig auf handgeschöpftem Büttenpapier gedruckt wurde. Den Einband, die Kupfer und die Vignetten zeichnete der in Berlin arbeitenden Illustrator Franz Christophe (1875-1946). Die Kupferdrucke stellte A. Ruckenbrod her. Die Gedichttexte, die den Kompositionen und Kupfern vorangestellt sind, setzte und druckte Otto von Holten. - Schöner Pressendruck in bestem Erhaltungszustand der erstmals 1919 ebenfalls bei Fürstner erschienen Lieder. - Trenner S. 247; Müller v. Asow S.734.

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Objekt des Monats Juni 2017

Autographen: Georg Philipp Telemann - Eigenhändige Honorarabrechnung

 

Ein besonderes, sehr seltenes Dokument aus der berühmten Sammlung Werner Wolffheim zum 250. Todestag von Georg Philipp Telemann

(geboren am 14. März 1681 in Magdeburg, gestorben am 25. Juni 1767 in Hamburg)
 

Der Wechsel von Frankfurt in das zweieinhalb Mal so große Hamburg im Jahre 1721 eröffnete Telemann völlig neue Möglichkeiten. Hamburg verfügte über fünf Hauptkirchen, dem exterritorial zu Hannover gehörenden Dom und ein florierendes Musikleben. Dem Komponisten, der auf der Höhe seines Ruhmes war, wurden „die machtvollsten städtischen Positionen angetragen, die im Reich zu vergeben waren“ (MGG², 16, 599). Er versorgte gleichzeitig alle fünf Hauptkirchen, unterrichtete am Johanneum und war bis 1738 Operndirektor. Zahlreiche Gelgenheitsmusiken für diplomatische, politische und religiöse Anlässe, zudem Kantaten und Passionen zeugten von der unermüdlichen Schaffenskraft Telemanns. Eine Besonderheit unter den Kompositionsaufträgen stellten die Festmusiken dar, von dem das hier angebotene Dokument Zeugnis gibt.

TELEMANN, Georg Philipp: Eigenhändige Honorarabrechnung mit Zusätzen von Schreiberhand und autographen Korrekturen. Hamburg, 8. Dezember 1745. Großfolio. 1 Seite. Knickfalten und unbedeutende Randeinrisse.

- verkauft -

Honorarabrechnung für den Kompositionsauftrag einer festlichen Krönungsmusik, den Telemann anlässlich der Krönung von Franz I. Stephan (1708-1765) erhielt. Er komponierte die zwei Kantaten TWV (Telemann-Werkverzeichnis) 13:15 (Jauchzet dem Herrn alle Welt) und 13:16 (Gott sprach, es werde Licht), deren Aufführung am 8. Dezember 1745 in der St. Johanniskirche in Hamburg stattfand.

Die Abrechnung der Kosten ist im "Verzeichniß der Personen, so bey der obhanden Kayserl. Crönungs-Music, so in der St. Johannis-Kirche d. 8 Xbr. 1745 aufzuführen ist, zu gebrauchen sind, nebst deren Bezahlung von der Cammer" niedergeschrieben. Die Summe betrug 127 Rthl., wobei Telemann namentlich die Liste mit einem Honorar von 50 Rthl. "für die Composition" anführt. Es schließt sich die Sängergruppe an, die ebenfalls namentlich erwähnt ist, zudem Folgendes von Schreiberhand: namentlich die Musikanten ("Acht Rahtsmusikaten, drey Trompeter u. ein Pauker") und eine Reihe von "Gehülfen". Der Organist benötigte neben einem "Calcanten" auch einen "Clavierstimmer". "Ein Instrumententräger" wurde ebenso bemüht. Die Liste schließt mit dem "Harfinist[en]". Die Honorare des Schreibers sind teilweise von Telemanns Hand korrigiert, ebenso die Summe.

Am unteren Blattrand attestiert Bernhard Müller (1825-1895, Bratscher des Müller-Quartetts): "Originalhandschrift von Georg Philipp Telemann nach Vergleich als ächt erkannt ..." - Wolffheim (Bd. II, S. 48, 106).

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Objekt des Monats Mai 2017

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doppelbrief von richard wagner und ferdinand heine26410 versokldoppelbrief von richard wagner und ferdinand heine26410 Text zu Wagnerkl

 

Zum 204. Geburtstag von Richard Wagner

(geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig, gestorben am 13. Februar 1883 in Venedig)

Richard Wagners erster echter Bühnenerfolg war die Uraufführung des „Rienzi“ am 20. Oktober 1842 in Dresden. Wagner quartierte sich im Hause des Schauspielers Ferdinand Heine ein, den er bereits aus Kindertage kannte. Dieser war neben seiner Mitgliedschaft am Dresdner Schauspiel auch ein begnadeter Kostümzeichner und zuständig für die Kostüme im „Rienzi“. Die Titelrolle der Oper wurde von Joseph Tichatschek gesungen, dem prominentesten Heldentenor seiner Zeit, für die Partie des Adriano konnte Wagner die berühmte Mezzosopranistin Wilhelmine Schröder-Devrient gewinnen.

WAGNER, Richard [1813-1883] und Ferdinand HEINE [1798-1872]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Ohne Ort, Juni 1841 [recte 1842]. Oktav. 2 Seiten.

€ 5.600,–

Früher Wagnerbrief von absoluter Seltenheit. - Heiterer Doppelbrief der Freunde Richard Wagner und Ferdinand Heine an Joseph Tichatscheck. "Es war im Juni 1842 (nicht 1841 wie Wagner in der Zerstreutheit schreibt). Bei Frau Pauline Tichatscheck (deren Namen in kleinem Golddruck am Kopfe des goldgeränderten Briefblattes steht) hatten sich die Dresdner Freunde, der Hofschauspieler Ferdinand Heine und der kurz zuvor aus Paris in die Heimat zurückgekehrte Richard Wagner zusammengefunden. Tichatscheck selbst war auf Gastspiel in London (wie ein Vermerk von seiner Handschrift rechts oben angibt); da haben die beiden an ihn diesen lustigen Doppelbrief losgelassen, dessen Anrede von Heine, dessen erste Zeile von Wagner geschrieben ist, worauf dann, wie leicht zu ersehen, die zwei Schreiber sich  bei jeder Zeile abgewechselt haben, oder besser: Heine hat sich den Spass gemacht, zwischen die Zeilen seines jungen Freundes einen zweiten Brief zu schreiben. Der ungeduldige junge Musiker weiss schon, dass der 'Rienzi' vor Mitte Oktober nicht gegeben werden kann (was denn auch eintraf)". (Die Musik Jg. 6, 1906-07, Heft 10, hier ist auch der komplette Text abgedruckt).

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Objekt des Monats April 2017

Autographen: Johannes Brahms - Eigenhändiger Brief mit Unterschrift

 

Zum 120 jährigen Todesjahr von Johannes Brahms

(geboren am 7. Mai 1833 in Hamburg, gestorben am 3. April 1897 in Wien)

Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. In den letzten 2 Jahrzehnten war er nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent und Pianist sehr gefragt. Brahms hatte sich ab 1872 endgültig in Wien niedergelassen, war aber trotzdem viel auf Reisen. 1883 wurde er zum 60. Rheinischen Musikfest in Köln eingeladen und trat dort als Dirigent und Pianist seiner eigenen Werke auf.

BRAHMS, Johannes [1833-1897]: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. [Wien, April/Mai 1883?]. Oktav. 3 Seiten. Kleiner Montagerest.

- verkauft -

Interessantes Dokument zur Geschichte des 60. Rheinischen Musikfestes in Köln. An einen "Freund", vermutlich Ferdinand Hiller, dem damaligen Leiter des Rheinischen Musikfestes - wegen den Konzertvorbereitungen. Vom 11.-15. Mai 1883 fand im Kölner Gürzenich das 60. Niederrheinische Musikfest statt. " ...Deine Karte trifft mich hier u. ich sage gleich daß ich am 10t. dort sein werde. Nun aber: Was für einen Flügel finde ich vor? Ich genire mich nicht, erst heute daran zu denken u. danach zu fragen; für einen ächten u. gerechten Virtuosen werdet Ihr mich doch nicht ästimiren u. so habe ich kein Renommée zu riskiren! Wie ich zu erinnern meine, war der Flügel von unserm Konzert im Winter nur so-so und ein zweifelloserer zu wünschen! Bechstein oder Amerikaner Steinway - Letzteren habe ich so halb bestellt neulich in Hamburg! Sollte Hr. Opladen davon nichts wißen, so kann vielleicht an eine der beiden Firmen geschrieben werden?/ Hr. Kwast ist vielleicht so freundlich sich meiner, seines Stief-Collegen anzunehmen?..." - Jakob James Kwast (1862-1927), Pianist und Musikpädagoge, war 1883 Lehrer am Kölner Konservatorium. – Brahms spielte im Rahmen des Festivals am 14.5. sein 2. Klavierkonzert in B-Dur (Op. 83) und dirigierte am 15.5. seine 2. Symphonie in D-Dur (Op. 73).

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Objekt des Monats März 2017

Martin Walser - Eigenhändiges Manuskript


Martin Walser - Eigenhändiges Manuskript

 

Zum 90. Geburtstag von Martin Walser

(geboren am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee)

Im Jahr 1981 reiste Martin Walser zur Leipziger Buchmesse, um aus seinen Romanen zu lesen. Die Partei-Funktionäre verboten ihm damals, den DDR-Schriftsteller Gert Neumann zu treffen, der in seinem Roman „Elf Uhr“ die trostlosen Zustände in der DDR schilderte und deswegen in Ungnade gefallen war.

WALSER, Martin: Eigenhändiges Manuskript "Die Stadt der Städte" mit Unterschrift. Quart. 11 Seiten. Mit zahlreichen Streichungen und Zusätzen. Auf den Rückseiten von Typoskriptblättern seines Romans "Angstblüte" (2006) geschrieben.

€ 1.200,–

"Zum ersten Mal habe ich in Leipzig, glaube ich, am 7. März 1981 gelesen. Im Gewölbe der Bastei, das von den Studenten wieder ausgegraben worden war ... Eingeladen hatte Professor Pezold. Ich wohnte im Hotel Astoria, Zimmer 103. Meine Reisebuchführung sagt, daß ich auch bei späteren Lesungen in diesem schwermütigen Hotel wohnte ... Die Vorhänge waren kaum dazu zu bewegen, noch Tageslicht hereinzulassen. Aber unten, der Speisesaal machte alles wieder gut: eine gewaltige figurenreiche Tübke-Wand. Das erwähne ich nur, weil es nichts mehr davon gibt ... Jetzt lädt Michael Hametner ein. Seine allen Untiefen gewachsene Steuerfähigkeit könnte den Lesenden leichtsinnig werden lassen. Und das wäre falsch ... (...) ... Natürlich versuchte ich, als ich in Leipzig einem Mächtigen gegenübersaß, ihn dazu zu bewegen, meinen Kollegen Gerd Neumann besser zu behandeln. Immerhin ist er der Verfasser des ebenso inhaltsreichen, wie stilistisch abenteuerlich schönen und, was die DDR betraf, sicher hochgenauen Romans ‘Elf Uhr’ ...".

Beiliegend eine farbige Portraitphotographie mit eigenhändigem Namenszug auf der Bildseite, aufgenommen während seiner Dankesrede beim Festakt in der Frankfurter Paulskirche am 11. Oktober 1998 als er mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels auszeichnet wurde (17,5× 23,5 cm; Aufnahme: Faßbender). Walsers umstrittene Rede war der Grund, warum seine Bücher in den U.S.A. lange Zeit tabu waren.

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Objekt des Monats Februar 2017

TOCQUEVILLE, A. de: Ueber die Demokratie in Nordamerika

 

Zur Amtseinführung des 45. Präsidenten
der Vereinigten Staaten von Amerika

Donald Trump
(geboren am 14. Juni 1946)

Der Grundstein unserer westlichen Wertegemeinschaft, unser Bekenntnis zu demokratischen Institutionen und unsere rechtsstaatlichen Grundsätze wurden maßgeblich durch die USA geprägt. Über 180 Jahre nach dem Erscheinen der bahnbrechenden Analyse Tocquevilles stehen wir in Europa vor der Frage, wie es mit der Demokratie in den USA im Verhältnis zu Europa weitergehen wird.

TOCQUEVILLE, A. de: Ueber die Demokratie in Nordamerika. Aus dem Französischen übersetzt von F. A. Rüder. 2 Theile in 1 Band. Leipzig, E. Kummer 1836. 2 Bl., 267 S.; VI, 343 S. Alter Name im Vorsatz. Tadellos frisches Exemplar. Halbleinenband der Zeit.

- verkauft –

Seltene erste deutsche Ausgabe des wegweisenden historisch-politischen Werkes. Das zweiteilige Werk gilt als "glänzendste Analyse des US-amerikanischen Regierungssystems, die wesentlich das Bild von der Demokratie der USA in Europa prägte" (Harenberg). Nach einem einjährigen Amerikaaufenthalt entstanden, wird die Darstellung "in der modernen Soziologie als erste glänzende Analyse der egalitären Massendemokratie gewertet, deren Prognosen sich zudem weitgehend bewahrheitet haben" (J. Drews). In der klassenlosen amerikanischen Demokratie sah Tocqueville Tendenzen bereits verwirklicht, die nach seiner Ansicht in Zukunft für ganz Europa bestimmend sein würden. In seinem Werk will er die Vorzüge und Gefahren dieser Entwicklung anhand einer Analyse der durch die Revolution geprägten Verfassungswirklichkeit in den USA darstellen. Dilthey sah als Erster in Deutschland in Tocqueville den "Analytiker unter den geschichtlichen Forschern seiner Zeit und unter allen Analytikern der politischen Welt den grössten seit Aristoteles und Machiavelli". - Sabin 95, 384; Fromm 25 587.

Objekt des Monats Januar 2017

seltener druck von luthers uebersetzung des neuen testaments 28297

seltener druck von luthers uebersetzung des neuen testaments 28297 1

 

500 Jahre Reformation

Die Bibelübersetzung Martin Luthers 

(geboren am 10. November 1483 in Eisleben, gestorben am 18. Februar 1546 ebenda)

Der Protestantismus, der unsere Kultur und Gesellschaft zutiefst geprägt hat, begann mit Martin Luthers Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517. Luthers Hauptwerk, die Übersetzung des Alten und Neuen Testaments aus dem Althebräischen, Aramäischen und Altgriechischen stellt bis heute die Grundlage aller modernen Bibelübersetzungen dar.

LUTHER, M.: Das Newe Testament Mar. Luthers. Wittemberg, (gedruckt durch Hans Lufft) 1530. Großoktav. 328 unnum. Blatt. (A-Z 8, a-s 8). Titel mit Holzschnitt-Bordüre und 38 ganzseitige Holzschnittafeln. Zahlreiche verzierte Holzschnitt-Initialen. Teils mit Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand. Ganz vereinzelt kleine Randläsuren. Teils leicht wasserrandig. Vorsätze erneuert. Holzdeckelband der Zeit mit Blindprägungen auf den Deckeln. Rücken passend ergänzt, neues Rückenschild. Schließen fehlen.

- verkauft -

Rarität ersten Ranges! Seltener Druck von Luthers Übersetzung des Neuen Testaments, entstanden im Jahr 1529 unter der Mitarbeit von Melanchton. Kein Exemplar auf deutschen Auktionen seit 1950. Luthers Übersetzung erschien erstmals 1522 in Wittenberg und erlebte schnell zahlreiche Auflagen. Vorliegende Ausgabe wurde zur Ostermesse in Frankfurt 1530 vorgestellt und ist eine Gesamtrevision der bisher erschienenen Drucke des Neuen Testaments. Sie erschien hier erstmals im Oktavformat und wurde um einige Holzschnitte von Georg Lemberger erweitert, die Lukas Cranach nachempfunden sind. "Die Besserungen betrafen, grammatische, syntaktische und stilistische Merkmale, die konnten auch theologisch motiviert sein. Theologisch bedeutsam waren die Veränderungen der Vorreden: Erweitert wurde die Vorrede zum ersten Korintherbrief, ums Achtfache vermehrt und inhaltlich ganz neu gefaßt wurde die Einleitung zur Apokalypse, die das Gewicht eines Kommentars erhielt, oder besser: einer Polemik, die ihre Schärfe aus der Aktualisierung und vergegenwärtigenden Deutung des Heiligen Schrift bezog" (Reinitzer. Biblia deutsch S. 153). Titelrückseite Text mit der Warnung Luthers an die Nachdrucker und konkurrierenden Übersetzer. Die Nachfrage war außerordentlich groß. Bis zu Luthers Tod sind 330 Nachdrucke erschienen. - Die Ausgabe von 1530 existiert mit zwei verschiedenen Titelblättern. Dieses Exemplar mit Titelblatt: "Zwei Medaillons" ist bei Reinitzer: "Bibla deusch" abgebildet (Abb. 81). - Benzing 1530.3; Reinitzer Nr. 85; vgl. Ursprung der Biblia Deutsch. Ausst. Kat. Stgt. 1983, IVC 2, Nr.6; VD 16 B 4400.

Objekt des Monats Dezember 2016

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen.

KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift.

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf"KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf".

 

Zum 25. Todestag von Ernst Křenek (ab 1938 Krenek)

(geboren am 23. August 1900 in Wien, Österreich, gestorben am 22. Dezember 1991 in Palm Springs (CA), USA)


Komponist, Musikschriftsteller, Librettist, Schriftsteller, Dirigent, Pianist, Professor, Hochschullehrer, Pädagoge.

KRENEK, Ernst: Jonny spielt auf. Oper in 2 Teilen. Op. 45. Klavierauszug mit Text vom Komponisten. Wien, Universal-Edition (VerlagsNr. U.E. 8621) Copyright 1926. Abzug XI. 1927. Quart. 213 S. Handschriftlicher Vermerk auf Titel. Originalumschlag.

€ 200,-


Die Uraufführung dieser Jazz-Oper am Leipziger Stadttheater 1927 wurde zum überwältigenden Welterfolg, der dem Komponisten fortan ein finanziell unabhängiges Schaffen ermöglichte. In kurzer Zeit folgten mehr als 100 Inszenierungen im In- und Ausland. Den Text schrieb Krenek selbst. Motorische Rhythmen und moderne Tänze bilden das musikalische Gerüst, das er mit seiner homophonen, durchsichtigen Schreibweise zu einem "vielfach schillernden Bühnenstil" (K. H. Wörner) verbindet. Die Hauptfigur eines Schwarzen nahmen dann vor allem die Nazis zum Vorwand, gegen Komponist und Werk eine regelrechte Hetzkampagne zu starten: "Ernst Krenek propagierte in 'Jonny spielt auf' die Rassenschande als die Freiheit der 'Neuen Welt'" ("Entartete Musik", Düsseldorf 1938, S. 16). - BSB 9, 3509; CPM 33, 251; Stewart S. 452. (Bestell-Nr. 21331)


KRENEK, Ernst [1900-1991]: Eigenhändiges Albumblatt mit Datum und Unterschrift. Wien, 20. Sept. 1964. Quer-Oktav. 3/4 Seite.

€ 450,-


"Zwölftonreihe aus den Zwölf Variationen. Op. 79". Auf gedrucktem Notenpapier. - Krenek wandte sich in den 20iger Jahren immer mehr der neuen Musik zu, womit er bald den Ruf eines "enfant terrible" innehatte. Um 1930 entschied er sich für das Komponieren mit der Zwölftontechnik. 1938 emigrierte er nach den USA und wurde bald zu einem sehr gefragten Komponisten und Theoretiker. (Bestell-Nr. 18201)

KRENEK. - TAKÁCS, J.: Potpourri aus der Oper "Jonny spielt auf". Op. 45. Arrangement von Jenö Takács. Piano solo. Wien und Leipzig, UE (VerlagsNr. U.E. 8960) 1927. Quart. 28 S. Farbig illustrierter Originalkarton.

€ 150,-


Erstausgabe dieser Bearbeitung durch den ungarischen Komponisten und Pianisten Jenö Takács (1902-2005). Den 13 Nummern sind fallweise die entsprechenden Texte der Oper übergelegt. Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen. - Sehr selten. (Bestell-Nr. 19705)


KRENEK, Ernst: Blues "Leb' wohl, mein Schatz" aus der Oper "Jonny spielt auf". Piano solo mit Text. Arrangement von Gustav Blasser. Wien, UE (VerlagsNr. U.E. 8871) [1928]. Quart. 3 S. Ill. Originalkarton.

€ 100,-


(Bestell-Nr. 19166)

Objekt des Monats November 2016

BEETHOVEN, Ludwig van: Wellingtons-Sieg

BEETHOVEN, Ludwig van: Wellingtons-Sieg

Seltener Erstdruck HAYDN, Joseph: Terzette pour le Forte-Piano
Seltener Erstdruck HAYDN, Joseph: Terzette pour le Forte-Piano




 

Zum 135. Geburtstag von
Stefan Zweig

(geboren am 28. November 1881 in Wien; gestorben 23. Februar 1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien)


Zweig empfand sich „nie als den Besitzer dieser Dinge …, sondern nur als ihren Bewahrer in der Zeit.“

„Als Sammler war er genial, …“ (Hermann Kesten)

Nicht erst seit Salzburg frönte Zweig der Sammelleidenschaft, er begann bereits in frühen Kinderjahren zu sammeln: „Mit dreizehn Jahren, als jene intellektuelle-literarische Infektion bei mir begann, …, verwandte (ich) das von den Eltern mir für eine Tanzstunde zugebilligte Geld für Bücher …“ (Die Welt von gestern). In seinem Junggesellen-Domizil in der Kochstraße in Wien setzte er diese Leidenschaft intensiv fort und erfreute sich an Autographen und seltenen Stücken. Doch erst in Salzburg, der neuen Wahlheimat Zweigs konnte sich seine Leidenschaft voll entfalten, „dort hatte er sich ein auf dem Kapuzinerberg gelegenes barockes Schlößchen gekauft … (die) dem Dichter eine Heimstätte gewährte, die seinem Sinn entsprach … Das feierlich-altmodische Ambiente einer aristokratischen Residenz bot ihm den rechten Rahmen für seine immer umfangreicher werdenden Sammlungen von Kunstwerten, Antiquitäten und kostbaren Handschriften. (…). Für den Dichter bedeutete die Sammelleidenschaft zweifellos mehr als ein nobles Steckenpferd. Zwischen seinen schönen alten Möbeln, inmitten kostbarer Gemälde, Autographen und Büchern mochte er sich leichter in vorbereitende Stimmung versetzen, die ihn befähigte, als Meister des dichterischen Essays, den hervorragenden … Gestalten der Geschichte nahe zu sein und sie lebendig werden zu lassen.“ (Bauer S. 46 ff.)


Zwei Musikdrucke aus Zweigs Sammlung sollen an den genialen Sammler erinnern:


BEETHOVEN, Ludwig van: Wellingtons-Sieg, oder: die Schlacht bey Vittoria. 91-tes Werk. Vollständige Partitur. Wien, S. A. Steiner und Comp. (VerlagsNr. 2367) [1816]. Quart. Titelblatt, 2 Blatt, 114 S. Sehr schöner Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

- verkauft -


Seltene Originalausgabe der Partitur dieser Schlachtenmusik. Beethoven erregte mit der von ihm selbst 1813 geleiteten Uraufführung in Wien größtes Aufsehen; unter Beteiligung aller namhaften Musikerpersönlichkeiten, die sich damals in Wien aufhielten, gelang dem Komponisten - er war bereits ziemlich taub - ein derartiger Erfolg, dass erstmals die Partitur zugleich mit dem Druck der Orchesterstimmen im Anschluß an die Aufführung veröffentlicht werden konnte. Die Pläne zur Komposition stammen weitgehend von J. N. Mälzel, der die Musik zunächst für sein sog. Panharmonikon bestimmt hatte. Später geißelte G. Weber das Werk als wenig inspiriert und "Verirrung seiner [Beethovens] Muse", was der Komponist mit "erbärmlicher Schuft" quittierte (Caecilia 1825). - Inkunabel der Lithographie. Mit "Bemerkungen für die Aufführung" in Beethovens eigenem deutschen Text sowie einer französischen Übersetzung. - Exemplar aus der Sammlung Stefan Zweigs, erkenntlich an Zweigs maschinenschriftlicher Beschreibung, die lose beiliegt. - Kinsky S. 253; Dorfmüller S. 223; Hoboken 2, 389. (Artikel-Nr. 26451)


HAYDN, Joseph: Terzette pour le Forte-Piano, ou Clavecin Violon, et Violoncelle. [Hob. XV/10]. Wien, Hoffmeister (PlattenNr. 33) [1786]. Quer-Quart. 15 S., Quart 5 S., 4 S.; Titel mit handschriftlichem Besitzvermerken und Blindstempel, etwas fleckig; knapp beschnittenes Exemplar.

- verkauft -


Seltener Erstdruck aus dem Besitz Stefan Zweigs, erkenntlich an Zweigs maschinenschriftlicher Beschreibung, die lose beiliegt. - Auf Anregung Forsters beschäftigte sich Haydn ab 1784 erneut mit Klaviertrios. Die nun entstehenden Werke zeigen eine größere Konzentration auf den Klavierpart und eine einfachere, dem Klavier unabhängig gegenüberstehende Linienführung der Streichinstrumente. Den Zeitgenossen galt das Es-Dur-Trio als besonderes Beispiel für Haydns Erfindungskraft, es hob sich auch spieltechnisch von den Trios Hob. XV, 2, 9 ab. - Robbins Landon, Chronicle 2, 583, 703; Kat. Hoboken 8, 1010; RISM A/I/4, 3672. (Bestell-Nr. 17324)

Objekt des Monats Oktober 2016

Erstausgabe des Komponisten Christian Friedrich Daniel Schubart

SCHUBART - SCHUBERT, Franz: Die Forelle. Gedicht von Schubart für eine Singstimme mit Begleitung

 

225. Todestag von
Christian Friedrich Daniel Schubart, Komponist, Theaterdirektor, Schriftsteller


Der berühmteste politische Gefangene seiner Zeit – bekannt als der
Dichter der „Forelle“, vertont von Franz Schubert


SCHUBART, [Christian Friedrich Daniel]: Leben und Gesinnungen. Von ihm selbst, im Kerker aufgesetzt. 2 Bände. Stuttgart, Gebr. Mäntler 1791-93. Gestochenes Porträt in Punktiermanier von A. Karcher nach Lohbauer (linker Rand knapp), XVIII, 292 S., mit gestochener Titelvignette von A. Karcher; 1 Bl., XVI, 320 S., 1 Bl., mit gestochener Titelvignette. Insgesamt 5 Kupfertafeln gestochen von A. L. d'Argent. Wenige Bleistiftunterstreichungen. 3 Blatt gestempelt. Teils stockfleckig. Pappbände mit zeitgenössischem Buntpapier.


- verkauft -


Erstausgabe der Autobiographie. Teil 1 entstand während Schubarts Haftzeit auf dem Hohenasperg. Da er selbst nicht schreiben durfte, diktierte er seinem Mitgefangenen Scheidlin, durch ein Loch in der Wand, seine Lebensgeschichte. Das Manuskript wurde jahrelang unter Steinen verborgen. Der Druck wurde noch von ihm selbst vorbereitet. Teil 2 wurde von seinem Sohn Ludwig aus seinem Nachlass herausgegeben. - Ohne den häufig fehlenden 3. Band "Schubart's Karakter", der erst 1798 erschienen ist. - F. Nicolai schildert, dass Schubart die ersten 2 Jahre strenge Kerkerhaft durchstehen musste, in den Folgejahren aber recht frei auf dem Asperg lebte, beim Kommandanten zu Mittag aß und mit Gästen, wie Nicolai, zusammen kam und nach seiner Entlassung sofort von Karl Eugen zum Leiter der Stuttgarter Theater ernannt wurde. - Schulte-Strathaus 79. Wieland/Schubart-Katalog Marbach 1980, Nr. 50.  (Bestell-Nr. 16928)


SCHUBART - SCHUBERT, Franz: Die Forelle. Gedicht von Schubart für eine Singstimme mit Begleit. des Piano-Forte. Op. 32. Neue Ausgabe, für Sopran od. Tenor. [D 550]. Wien, Diabelli und Comp. (PlattenNr. D. & C. No. 3321) [1829]. Quer-Quart. 7 S. Fingerfleckig.

€ 200,-


Neustich des Liedes mit dem "zweifellos von A. Diabelli stammenden" Klaviervorspiel (Deutsch S. 320) mit dem springenden Forellenmotiv, das in allen späteren Nachdrucken übernommen wurde. Schubarts Gedicht entstand 1782 während seiner Haft auf dem Hohenasperg und wurde erstmals im "Schwäbischen Musenalmanach" von 1783 abgedruckt. Die Schubert'sche Vertonung berücksichtigte nicht die 4. Strophe des Gedichtes, in der sich der Dichter warnend an die Mädchen gegenüber den Verführungskünsten der jungen Männer wendet, wohl um das Lied moralisch integer erscheinen zu lassen (vgl. KNLL 15, 27). Dietrich Fischer-Dieskau über "die Forelle": Die Lebendigkeit der Darstellung mit dem Trüben und Glätten des Wasserspiegels, die Lebensfreude der Melodie selbst machen die allgemeine Beliebtheit verständlich ..." (Auf den Spuren der Schubert-Lieder, S. 126). Das Thema aus der "Forelle" verwandte Schubert später im 1. Satz des "Forellenquintetts" wieder. - Slg. Hoboken 13, 172. CPM 51, 40.  (Bestell-Nr. 17137)

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Objekt des Monats September 2016

Partitur MOZART, W. A.: Die Zauberflöte - Arbeitsexemplar des Dirigenten Karl Böhm

Partitur MOZART, W. A.: Die Zauberflöte - Arbeitsexemplar des Dirigenten Karl Böhm

Partitur MOZART, W. A.: Die Zauberflöte - Arbeitsexemplar des Dirigenten Karl Böhm

Partitur MOZART, W. A.: Die Zauberflöte - Arbeitsexemplar des Dirigenten Karl Böhm

 


 

Zum 225. Jahrestag der Uraufführung „Die Zauberflöte“ von
Wolfgang Amadeus Mozart / Emanuel Schikaneder
am 30. September 1791 im Freihaustheater in Wien
präsentieren wir Ihnen das Arbeitsexemplar der Partitur-Ausgabe
des Dirigenten Karl Böhm‘s (1894 - 1981)

 

MOZART, W. A.: Die Zauberflöte (Il Flauto magico) Oper in 2 Akten. [KV 620] Partitur. Leipzig, C. F. Peters (VerlagsNr. 5714, 6252) [nach 1882]. Quart. 2 Blatt, 225 Seiten, wenige Risse geklebt. Insgesamt gut erhalten. Ganzleinen der Zeit.

- verkauft -

Arbeitsexemplar des Dirigenten Karl Böhm mit dessen eigenhändigem Namenszug auf Vorsatz, Titel "1921" und Anmerkungen in Tinte, Blei- und Buntstift. Karl Böhm hat das vorliegende Exemplar jahrzehntelang für die von ihm geleiteten Aufführungen der Zauberflöte benutzt. Es finden sich eigenhändige Datierungen von 1921 bis 1964. Auf der Titelrückseite sind die Daten von mehreren Studioaufnahmen eigenhändig verzeichnet. Im Notentext selbst finden sich auf jeder Seite Aufführungshinweise in Blei- und Buntstift. Die Rezitative sind von ihm mittels eingeklebter Zettel und Randnotizen teils vollständig umgearbeitet worden. - Ein ganz besonderes Exemplar, das Einblick in den Arbeitsprozess des Dirigenten gewährt. - BSB 11, 4504; CPM 41, 172. (Bestell-Nr. 24759)


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MOZART, W. A.: Die Zauberflöte eine große Oper in zwey Aufzügen für Clavier oder Pianoforte. [KV 620]. Leipzig, in Commission der Breitkopfischen Musikhandlung [ohne VerlagsNr.] [1794]. Quer-Folio. Gestochenes Titelkupfer, Titel, Zwischentitel, 98 [einzeln nummerierte] S., Zwischentitel, 99 [einzeln nummerierte] S. Titel mit teilw. gel. Besitzvermerk, 1 S. gestempelt, leichte Gebrauchsspuren. Halblederband im Stil der Zeit.


MOZART, W. A.: Der Schauspieldirektor, eine komische Operette in einem Aufzuge. Im Klavierauszug von Siegfried Schmiedt. Leipzig, Breitkopfische Musikhandlung (Typendruck o. VerlagsNr.) [1792/93?]. Querfolio, 1 Bl., 37 S. (S. 16 falsch paginiert). Pappband im Stil der Zeit.


MOZART, W. A.: Le Nozze di Figaro. Dramma giocoso in quattro atti. Messo in Musica dal Signore W. A. Mozart. [KV 492]. Bonna e Colonia, N. Simrock (PlattenNr. 1603) [1819]. Folio. Lithographiertes Titelblatt, 515 S. 2 Blatt am rechten Rand etwas eingerissen. Nahezu fleckenfrei. Schöner Halblederband.


MOZART, W. A.: Idomeneo Rê di Greta. Opera seria in tre atti. Idomeneus König von Creta, eine ernsthafte Oper in drey Aufzügen. [Klavierauszug von G. C. Grossheim]. Bonn, N. Simrock (PlattenNr. 51) [1798]. Quer-Folio. Titel, 183 S. Pappband der Zeit.


MOZART, W. A.: L'Enlèvement du Serail (die Entführung aus dem Serail) Opera en trois Actes. Imité de l'allemand par le Cen Moline, redigé par I. Pleyel. ... Arrangé pour le Clavecin par C.G. Neefe. (Text frz./dt.) [KV 384]. Bonn, N. Simrock (PlattenNr. 76 vereinzelt mit Stichfehler 67) [1799]. Quer-Folio. 1 Bl., 151 S., (1. und letzte Seite mit Verlagskatalog) Ecken an 4 Blättern angerändert. Halblederband der Zeit. Rückenschild erneuert.


MOZART, W. A.: Il Dissoluto Punito osia Il Don Giovanni. Dramma giocoso in due Atti posto in Musica. Ridotto per il Pianoforte da A. E. Müller. [KV 527]. Leipzig, Breitkopf & Härtel (VerlagsNr. 2677) [1818]. Quer-Folio. Gestochener Titel mit Vignette, 184 S. Pappband im Stil der Zeit.


MOZART. - SCHIKANEDER, E.: Die Zauberflöte. Eine große Oper in zwey Aufzügen. Die Musik dazu ist nov [recte: von] Herrn Wolfgang Amade Mozart, Kapellmeister, und wirklichen k. k. Kammer Kompositeur. [Textbuch]. Ohne Ort und Verlag, 1795. 80 S. Stellenweise stockfleckig. Kleinoktav. Späterer Pappband. - Insgesamt gut erhalten.


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Objekt des Monats August 2016

Seltene Erstausgabe: Hoffmann von Fallersleben - Das Lied der Deutschen 


 

175. Jahrestag
Am 26. August 1841 dichtet Hoffmann von Fallersleben „Das Lied der Deutschen“ auf der damals britischen Nordseeinsel Helgoland als Ausdruck der Sehnsucht nach nationaler Einheit.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN; [August Heinrich]: Das Lied der Deutschen. Melodie nach Joseph Haydn‘s „Gott erhalte Franz den Kaiser, Unsern guten Kaiser Franz!“. Arrangirt für die Singstimme mit Begleitung des Pianoforte oder der Guitarre. Hamburg, Hoffmann und Campe, Stuttgart, P. Neff 1. September 1841. Quart. 2 Blatt (Titel und 2 Seiten Text mit Notendruck) in Halbleinen-Kassette.

- verkauft -

Erstausgabe der deutschen Nationalhymne, ein Dokument deutscher Geschichte. Begeistert von der englischen Königshymne „God Save the King“ komponierte Joseph Haydn 1797 seine Kaiserhymne „Gott erhalte Franz den Kaiser“. Zu dieser Melodie schrieb Hoffmann 1841 während eines Besuches auf Helgoland dieses Lied, das schnell große Popularität gewann. – Goedeke XIII, 364, 38; Borst 1988.  (Bestell-Nr. 26816)

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HOFFMANN von FALLERSLEBEN, August Heinrich [1798-1874]: Eigenhändiges Gedicht. 28 Zeilen. Ohne Ort,, [Um 1843?]. Oktav. 1 1/2 Seiten. - verkauft -

HOFFMANN von FALLERSLEBEN [A.]: Liebeslieder. Mainz, J. G. Wirth Sohn 1851. 137 S., 2 Bl. Stockfleckig. 1 S. gestempelt. Halbleinenband der Zeit.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Deutsche Gassenlieder. Zürich und Winterthur, literarisches Comptoir 1843. Kleinoktav. 56 S., gebräunt, unten durchgehender Wasserrand. Unbeschnitten. Originalumschlag.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Deutsches Volksgesangbuch. Mit 175 eingedruckten Singweisen und Nachrichten.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Drei deutsche Sommerlieder. Mannheim (H. Hoff) 1. Mai 1849 8 S. Pappband im Stil der Zeit.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Maitrank. Neue Lieder. Paris, Renardier 1844. Kleinoktav. 1 Bl., 54 S., (Inhalt, S. [53/]54 nach dem Titelblatt eingebunden), 1 gefaltete Notenbeilage in Lithographie. Originalumschlag.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Unpolitische Lieder. [Teil 1 von 2]. Hamburg, Hoffmann und Campe 1840 S. III-XII, 205 S. Ohne den Vortitel. Teils stockfleckig. Adeliges Exlibris im Vorsatz. Halblederband der Zeit mit ornamentaler Rückenvergoldung.

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Deutsche Lieder aus der Schweiz. Zürich und Winterthur, literarisches Comptoir 1843. 264 S. Stockfleckig. Exlibris im Vorsatz. Leinenband der Zeit mit ornamentaler Blindpressung auf den Deckeln.

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Objekt des Monats Juli 2016

Seltene Erstausgabe: Johann Rists Parnass in Wedel 
Seltene Erstausgabe: Johann Rists Parnass in Wedel
Seltene Erstausgabe: Johann Rists Parnass in Wedel

 

Johann Rists Parnass in Wedel. – Exemplar aus der Sammlung des Pianisten Eduard Erdmann

RIST, Johann: Neuer Teutscher Parnass / Auff welchem befindlich Ehr' und Lehr Schertz und Schmertz Leid- und Freuden- Gewächse / Welche zu unterschiedlichen Zeiten gepflantzet/ nunmehr aber ... in die offenbahre Welt außgestreuet. Lüneburg, Johann und Heinrich Stern 1652. Duodez. Doppelblattgroßer Kupfertitel, 24 Blatt, 920 [recte 921] Seiten, 6 Blatt. Mit 56 Seiten Notenbeispiele in Typendruck. Anfangs wenige Blatt mit kleinem Wurmgang am Blattrand. Vereinzelt leicht fleckig. Exlibris. Schöner Pergamentband der Zeit.

- verkauft -

Sehr seltene Erstausgabe der umfangreichen Sammlung von Rists Gelegenheitslyrik, gewidmet „Dem … Herren Rudolf Augustus, Hertzogen zu Brunschwig und Lüneburg …“, sowohl weltlicher wie geistlicher, mit Kompositionen von ihm selber, seinem Schwager Heinrich Pape, Johann Schop und Michael Jacobi. In dem "Nebenbergelein" sind an Rist gerichtete Ehrengedichte von Freunden erstmals zum Druck gekommen, u.a. Beiträge von Schottel, Moscherosch, Peucer, Neukrantz, Schneuber und Neumark. Beachtung verdient der "Lobgesang Der edlen Buchdrukker Kunst" (S. 435 ff.) für seinen Verleger Johann Stern zu dessen Ausbildungsende mit der Ruhmesstrophe auf Endter, die Elzeviere und Merian. Die Kompositionen sind Melodien für Discant und Bass, in Chorbuchordnung, in Holzschnitt-Typendruck. - Das Frontispiz zeigt Rist mit 2 Musikern musizierend auf einem kleinen Parnass (dem "Bergelein"), vor einer Elblandschaft: links der Hamburger Ratsgeiger Johann Schop, der über 200 Lieder von Rist vertont hat, und der Hamburger Ratslautenist Bonaventura Füllsack. – „Der Wedeler Pastor und Dichter Johann Rist (1607–1667) ist bis heute als Autor zahlreicher geistlicher und weltlicher Schriften weit über Wedels Grenzen hinaus bekannt. Er besaß umfassende Kenntnisse der Theologie, Philosophie, Geschichte, Kunst, Naturwissenschaften und Medizin und gründete 1656 eine eigene Sprachgesellschaft, den „Elbschwanenorden“. Einige seiner Texte sind im Evangelischen Gesangbuch zu finden – aber auch in Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium.“ (L. Stahn für das Stadtarchiv Wedel). – Exemplar aus der Sammlung des Pianisten Eduard Erdmann (1896-1958), dessen Exlibris auf dem Innendeckel. - Dünnhaupt V, 3408; Manheimer 341; Faber du Faur 396; nicht Breslauer, Dt. Lied; nicht Wolffheim. (Bestell-Nr. 26755)

Weitere Werke von Johann Rist finden Sie in unserem Online-Katalog.

RIST, J.: Himlische Lieder/Mit sehr lieblichen und anmuthi=/gen von dem fürtrefflichen und weitberühmten H. Johann Schop/wolgesetzeten Melodien/Nunmehr auffs neue wiederum überse=/

RIST, J.: Neuer Teutscher Parnass / Auff welchem befindlich Ehr' und Lehr Schertz und Schmertz Leid- und Freuden- Gewächse / Welche zu unterschiedlichen Zeitengepflantzet/ nunmehr

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Objekt des Monats Juni 2016

Seltene Titelauflage der Patitur L'Infante de Zamora des Komponisten Giovanni PAISIELLO

 

Zum 200. Todestag von
Giovanni Paisiello, Komponist und Kapellmeister

(geboren am 9. Mai 1740 in Roccaforzata bei Tarent (Taranto) | gestorben 5. Juni 1816 in Neapel)

 "Ein Genie des einfachen Genres und der naiven Anmut" (Rossini)


Giovanni Paisiello: L'Infante de Zamora. Opéra Comique en Trois Actes. Parodié sous la musique de la Fracatana par Framery. [Partitur]. Paris, Leduc (PlattenNr. 18] [ca. 1789]. Folio. 1 Bl., 308 S. Letzte Seite faksimiliert. Halbpergamentband der Zeit.

- verkauft -

Seltene Titelauflage der Partitur in französischer Version, gedruckt von den Platten der Erstausgabe. Unter dem Titel "La frascatana" mit dem Text von F. Livigni war die Oper 1774 erstmals in Venedig aufgeführt worden und wurde in kurzer Zeit in ganz Europa bekannt. - RISM P 269; Hirsch II, 703; CPM 44, 59. (Bestell-Nr. 8200)

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Objekt des Monats Mai 2016

Musikautographen: Max Reger Porträt mit Unterschrift

Musikautographen: Max Reger - Postkarte mit Unterschrift

 

 

Zum 100. Todestag von
Max Reger

(geboren am 19.3.1873 in Brand (bei Kemnath), gestorben am 11.5.1916 in Leipzig)
„... einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit ...“ (Brockhaus. Die Enzyklopädie, Bd. 18, S. 170)


1. REGER, Max [1873-1916]: Porträt-Photographie. Leipzig, Ernest B. Raunser, (1908). Mit eigenhändiger Signatur: "Dr. Max Reger" auf der Bild- und der Rückseite. Rückseitig Spuren ehemaliger Montage, die auch den rückseitigen Namenszug berühren. Im Ganzen sehr gut erhalten.

- verkauft -


Die "1908" datierte Aufnahme (Original-Bromsilber-Abzug) zeigt den Komponisten im Sessel sitzend, mit Frack und Fliege, den Blick zum Betrachter gewandt. - Anfang 1908 feierte Reger große Konzerterfolge. (Bestell-Nr. 27254)


 


2. REGER, Max [1873-1916]: Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. (Poststempel) Leipzig, 12. 10. [19]10. 1 Seite.

- verkauft -

Kurze Mitteilung an seinen Patenonkel und dessen Frau, Johann B. Ulrich in Wien, dem er freudig mitteilt, daß er soeben den Ehrendoktortitel der medicinischen Fakultät der Universität Berlin erhalten hat "Euer doppelter Dr. Max Reger (Dr.phil h.c. und Dr. med. h.c.)". (Bestell-Nr. 27721)


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Objekt des Monats April 2016

Yehudi Menuhin – Porträt mit Datum und Unterschrift

 

Zum 100. Geburtstag von Yehudi Menuhin
(geboren am 22. April 1916 in New York City, gestorben am 12. März 1999 in Berlin)


MENUHIN, Yehudi [1916-1999] Porträt-Fotografie, eigenhändig datiert und signiert. 10. May 1938. 14 x 19,2 cm. Aus einem Programmheft, auf Karton.

€ 280,-

Das Porträt zeigt den erst 22 Jahre alten Menuhin vor einem hellen Hintergrund, während eines Konzerts. Bereits als 12 Jähriger hatte er seinen großen Durchbruch. Menuhin zählt zu den größten Violinvirtuosen des 20. Jahrhunderts. (Bestell-Nr. 28174)

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Objekt des Monats März 2016

autographen marie von ebner eschenbach eigenhaendiger brief mit ort datum unterschrift 27981 kl

autographen marie von ebner eschenbach eigenhaendiger brief mit ort datum unterschrift 27979 kl

 

 

Zum 100. Todestag von Marie Freifrau
von Ebner-Eschenbach, 
geb. Freiin von (seit 1843 Gräfin) Dubsky

Geboren am 13.9.1830 auf Schloß Zdislawic/Mähren,
gestorben am 12.3.1916 in Wien.


Ebner-Eschenbach gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. 1898 wurde sie mit dem höchsten Zivilorden Österreichs, dem Ehrenkreuz für Kunst und Literatur, ausgezeichnet und war 1900 erster weiblicher Ehrendoktor der Wiener Universität. Da bisher nur wenige, teilweise nur in Auswahl, vorliegende Briefausgaben publiziert wurden, möchten wir mit zwei ausgewählten Briefbeispielen auf die reiche Fülle der Korrespondenz von Marie Ebner-Eschenbach aufmerksam machen.


1. EBNER-ESCHENBACH, Marie von [1830-1916]: Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Wien, 11. Februar 1875. Groß-Oktav. Doppelbogen. 4 Seiten. Etwas fleckig.

€ 360,-


Schöner, an ihre Schwägerin Rosine [Gräfin Dubsky v. Trebomyslic, 1848-1938] gerichteter Brief, der am Anfang übersandte „Photographieen“ der Familie kommentiert. " ... Heut mein theuerstes Herz kommt eine Brochure die hier ein gewaltiges Aussehen erregt, ihres Inhalts sowol als ihres Verfassers wegen. Es ist der junge Toscana, der bestimmt sein soll existent an E.H Wilhelms Stelle zu treten. Nach dem Erscheinen seines Schriftchens wurde er sogleich zur Infanterie versetzt. Einzelnheiten in derselben stimmen aufs Haar mit dem Aufsatze von Moriz, der hier so viel böses Blut gemacht hat. (...) Ich war aber diese Woche überaus fleißig u. habe so viel geschrieben, daß mir schon selbst vor der Buchstaben Verfertigung graut. Vielleicht bekommt Ihr's in nicht allzuferner Zeit gedruckt zu lesen. Deshalb sage ich vorläufig nicht darüber. Ich kann leider nicht finden daß die Geigerin zugleich aus ihrem Charakter u. in die Arme des Barons fällt. Sie hat eben die Manie sich zu opfern, die bei Frauen, denen man ja immerfort sagt, daß sie dazu geboren werden, so häufig vorfindet. (...)". Der Brief endet mit Nachrichten aus der Familie. (Bestell-Nr. 27981)


 


2. EBNER-ESCHENBACH, Marie von [1830-1916]: Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Wien, 1. März [18]86. Oktav. Doppelbogen mit dem geprägten Wappen in Gold und Blau der Familie Ebner. 4 Seiten. Mit blauer Tinte, einzelne Buchstaben etwas verwischt.

€ 340,-


Dankesbrief an ihren Stiefbruder Victor Graf Dubsky von Trebomyslice (1834-1915) zu dem sie ein sehr inniges Verhältnis hatte. "... Die Hoffnung Dich im Laufe dieses Monats endlich wiederzusehen, stimmt mich sehr freudig ... Nicht weniger als ich sehnt sich Helene nach Deinem Kommen. (...) Ich gehe aus dem Kloster immer mit einem sehr beruhigten Gefühl, und so alt ich bin, und so wenig Ursache ich eigentlich habe zu wünschen, noch geschwinder noch älter zu werden, so möchte ich doch die Zeit schon dahaben in welcher Du Helene wirst zu dir berufen können, um aus ihrem Umgang Ersatz und Trost für so mancherlei zu finden, was das Leben Dir schuldig geblieben ist. (...)". (Bestell-Nr. 27979)

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Objekt des Monats Februar 2016

GRÉTRY, André-Ernest-Modeste - Originalausgabe [1769]

GRÉTRY, André-Ernest-Modeste - Lithographie

GRÉTRY, André-Ernest-Modeste - Kupferstich

 

Zum 275. Geburtstag von André-Ernest-Modeste Gretry

(geboren am 8. Februar 1741 in Lüttich, gestorben 24. September 1813 in Montmorency bei Paris)


Grétry war der vielseitigste, produktivste und erfolgreichste Opernkomponist Frankreichs Ende des 18. Jahrhunderts. Er schrieb mehr als 60 Bühnenwerke und machte sich auch als Musikschriftsteller einen Namen.


1 GRÉTRY, [André-Ernest-Modeste]. Le Tableau Parlant … Oeuvre III. Partitur. Paris und Lyon, aux Adresses ordinaires de Musique und M. Gastaud (ohne PlattenNr.) [ca. 1779]. Folio. Titelblatt, 135 S. Pappband im Stil der Zeit.

- verkauft -



Späterer Abzug von den Platten der Originalausgabe [1769], nunmehr mit dem nachträglichen Eindruck „Oeuvre III.“ über dem Titel und der Angabe „Avec privilege du Roi“ unten links im Titel. – Die Widmung steht jetzt auf der Titel-Rückseite. – Der berühmte F. M. Grimm urteilte bereits 1769 in seinen „Correspondance“: „Es ist eine absolut neue Musik, für die es in Frankreich kein Vorbild gab“, und er erklärt die Bezeichnung „parade“ als „Mischung aus Bouffonerie und Vornehmheit“ (Pipers Enzyklopädie 2, 563). Mit seiner Musik traf Grétry sehr genau den Geschmack seiner Zeit, jedenfalls bis zur Französischen Revolution, denn danach komponierte er nur noch wenige Werke. – Nicht in RISM; Hirsch II, 362.  (Bestell-Nr. 6829)

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2 GRÉTRY, André-Ernest-Modeste. – Halbfigur nach links. Lithographie von [François-Séraphin] de Delpech nach Robert Lefèvre, nach Zéphirin Félix Jean Marius Belliard. [Ca. 1850]. 34,5 x 27 cm. Etwas gebräunt.

€ 220,-


Ausdrucksvolles Porträt. Grétry trägt seine Medaille der Ehrenlegion. – Thieme-Becker III, 250 (zu Belliard). (Bestell-Nr. 18412)

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3 GRÉTRY, André-Ernest-Modeste. - Brustbild im Achteck nach rechts. Kupferstich in Punktiermanier von Wachsmann Zwickau, Gebr. Schumann [ca. 1820]. 18,5 x 12 cm.

€ 80,-


(Bestell-Nr. 26894)


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Objekt des Monats Januar 2016

Erstausgabe von Gottfried Schultz - Bewährte Kunst Vergnügt und lange zu leben  

„... Mäßigkeit und gute Diät ...“ sowie „Gemüths-Vergnügung“
tragen zur Erhaltung der Gesundheit und Verlängerung des Lebens bei

SCHULTZ, Gottfried: Bewährte Kunst Vergnügt und lange zu leben/ Worinne denen / die langes Leben und gute Tage begehren / der richtigste Weg ohnfehlbar darzu zu gelangen / auffs deutlichste gezeiget/ Und die beste Art allerley/ absonderlich Gemüths-Kranckheiten/ glücklich zu curiren wohlmeynend entdecket wird. 2 Theile in 1 Band. Leipzig, Chr. Emmerich 1707. 430 S., 8 Bl.; 430 S., 8 Bl. Exlibris. Pergamentband der Zeit.

- verkauft -


Schönes Exemplar der seltenen Erstausgabe. "Kein medicinisches Werk, sondern unterhaltende Sammlung z. Theil sehr curioser Historien ... wie: Die unnatierliche (!) Ehe (mit einem Affen). - Die durch fürgegebene Einbildung geschwängerte Frau. - Der vom Teuffel betrogene Pabst. - Doctor Lutherus tröstet ein Weib, so sich dem Sathan verschrieben ... Wenig bekannt und rar!" (Hayn-Gotendorf). - Ferner über Kriegshistorien, Aufruhr in Frankfurt, Bremen, Breslau und Riga, Teufels- Mord- und Erlösergeschichte, Feuerwerke, vergrabene Schätze u. a. „Die Absicht des Verfassers – der übrigens auch Mäßigkeit und gute Diät empfiehlt – ist ‚Gemüths-Vergnügen und ein fröliches Hertz zur Erhaltung der Gesundheit und Verlängerung des Lebens zu recommendiren‘ und er versichert, ‚daß wohl eher die gefährlichsten Kranckheiten durch Carmina curiret werden, wovon noch vor kurtzer Zeit eine wohl-ausgearbeitete Disputation zu Wittenberg gehalten worden.“ (Haus der Bücher). - Mit umfangreichem Register in beiden Teilen. - Mit dem schönen, in Kupfer gestochenen heraldischen Exlibris von Christoph Wenzel Graf von Nostitz (1643 - 1712). - Hayn-Gotendorf VII, 229; Haus der Bücher Kat. 707, Nr. 918. (Bestell-Nr. 26849)

 

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Objekt des Monats Dezember 2015

Erstausgabe von Heinrich Heine  

Zum 218. Geburtstag von Heinrich Heine
(geboren am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, gestorben am 17. Februar 1856 in Paris)

Um das tatsächliche Geburtsdatum Heines ranken sich Mythen. Selbst Heine machte daraus eine spannende Angelegenheit und trug zur Mystifizierung bei. „Heine hat mit dieser dunklen Stelle seiner Biographie zeitlebens spielerisch-geheimnisvoll operiert“:

„Wie alt sind denn Sie, Dottore?“
„Ich, Signora, bin in der Neujahrsnacht
Achtzehnhundert geboren.“
„Ich habe Ihnen ja schon gesagt“,
bemerkte der Markese, „es ist einer
der ersten Männer unseres Jahrhunderts.“
(Reisebilder. Dritter Teil. Die Bäder von Lucca).
(E. Ziegler in „Heinrich Heine. Leben, Werk, Wirkung“, S. 11).

Alle offiziellen Unterlagen wurden durch Brand in Hamburg und Düsseldorf vernichtet. Schließlich einigte sich die Heine-Forschung auf den 13. Dezember 1797 als Geburtsdatum.


HEINE, Heinrich: Tragödien, nebst einem lyrischen Intermezzo. Berlin, F. Dümmler 1823. 2 Bl., 247 S. Letztes Blatt mit kleinem Ausriss im Falz, sonst gutes Exemplar. Buntpapiervorsätze. Halblederband der Zeit mit ornamentaler Rückenvergoldung.

€ 1800,-


Erstausgabe des zweiten Werkes von Heine, in dem einige seiner berühmtesten und sangbarsten Lieder erstmals erschienen. Die Gedichte des "Lyrischen Intermezzo" brachten ihm den Ruf ein, einer der größten deutschen Lyriker zu sein. Die Nähe zum Volkslied prädestinierte zum Vertonen und sowohl Schumann wie Mendelssohn schufen kongeniale Kompositionen. - Der Band enthält Heines dramatischen Erstling "Almansor" mit dem berühmten Zitat: dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen". Heine, der sich damals noch Harry Heine nannte, begann die Tragödie während seiner Studienzeit in Göttingen, wo er nach kurzer Zeit aus der Burschenschaft - für die antisemitische Gründe ausschlaggebend waren - ausgeschlossen wurde. Seine zweite im Band enthaltene Tragödie "William Ratcliff" schrieb er bereits in Berlin. Heine selbst schätzte seine zwei Werke hoch ein, doch das Publikum verhielt sich ablehnend. Sie sind aber als ein Dokument seiner geistigen Entwicklung ernst zu nehmen. - Mit der Zueignung an seinen Onkel Salomon Heine. - Wilhelm-Galley I, 575; Goedeke VIII, 552, 15. (Bestell-Nr. 26819)

Weitere Erstausgaben von Heinrich Heine finden Sie in unserem Online-Katalog

HEINE, H.: Atta Troll. Ein Sommernachtstraum. Hamburg, Hoffmann und Campe 1847. XIV, 158 S., 3 Bl. Verlagsanzeigen. Gebräunt. Halblederband der Zeit mit ornamentaler Rückenvergoldung.

HEINE, H.: Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. 103 S. ohne Bl. Verlagsanzeige. Illustrierter Originalumschlag.

HEINE, H.: Französische Zustände. Hamburg, Hoffmann und Campe 1833. XXVI S., 1 Bl., 408 S. Stärker braunfleckig. Pappband unter Verwendung des Originalumschlags.

HEINE, H.: Heinrich Heine über Ludwig Börne. Hamburg, Hoffmann und Campe 1840. 2 Bl., 376 S., Vortitel gestempelt. Teils stockfleckig. Blindgepresster Leinenband der Zeit. Fleckig.

HEINE, H.: Romanzero. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. VI, 314 S. Leinenband der Zeit mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung.

HEINE, H.: Ueber den Denunzianten. Eine Vorrede zum 3. Theile des Salons. Hamburg, Hoffmann und Campe 1837. 1 Bl., 39 S. Farbiger, illustrierter Originalumschlag.

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Objekt des Monats November 2015

Erste Einzelausgabe von Franz Kafka - Die Verwandlung  

Mit dem Objekt des Monats November erinnern wir an das Erscheinen der Erzählung „Die Verwandlung“ von Franz Kafka im November 1915 beim Kurt Wolff Verlag in Leipzig.

KAFKA, F.: Die Verwandlung. Leipzig, Kurt Wolff Verlag (1915). 73 S., 3 Bl. (Verlagsanzeigen). Rote Engl.-Originalbroschur mit dem von Ottomar Starke illustr. Originalumschlag, Umschlagtitel in Rot und Schwarz. Unbeschnitten. (Der jüngste Tag, 22/23).

- verkauft -

Erste Einzelausgabe. - "Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig November 1915 als Band 22/23 (Doppelband) der Bücherei 'der jüngste Tag'" (Impressum). - Umschlag mit Erscheinungsjahr 1916. - Dietz 26. (Bestell-Nr. 27099)

Weitere Objekte von Franz Kafka in unserem Online-Katalog:
KAFKA, F.: In der Strafkolonie. Leipzig Kurt Wolff Verlag 1919 68 S., 2 Bl. Papierbedingt leicht gebräunt, erste und letzte Bll. minimal stockfleckig. Halblederband der Zeit mit goldeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt, Lesebändchen. Kanten leicht berieben, etwas lichtrandig.

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Objekt des Monats Oktober 2015

Musik-Antiquariat: Bild von Leonard Bernstein mit Unterschrift  

Zum 25. Todestag von

Leonard Bernstein

Komponist, Pianist, Dirigent und Musikpädagoge
(geboren am 25. 08. 1918 in Lawrence/Massachusetts, gestorben am 14. 10. 1990 in New York)

BERNSTEIN, Leonard [1918-1990]: Fotografie (schwarz-weiß) mit eigenhändiger Unterschrift. [München, 1981]. 12,5 x 17,6 cm.

€ 230,-

Momentaufnahme. Bernstein dirigiert "Tristan und Isolde" für Schallplattenaufnahmen. Das Foto stammt von Werner Neumeister (1926 - 1997). Neumeister begann in den 60-er Jahren ein reiches Werk an Musikerporträts zu schaffen. - Bernstein hat nur einmal den Tristan 1981 in München mit dem Chor und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks für Schallplatte aufgenommen (Tristan: Peter Hofmann; Isolde: Hildegard Behrens). (Bestell-Nr. 18352)

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Objekt des Monats September 2015

Autographen: Eigenhändiger Text von Franz Werfel des Schriftstellers Franz Werfel zum  

Zum 125. Geburtstag von Franz Werfel
(geboren am 10. September 1890 in Prag, gestorben am 26. August 1945 in Beverly Hills)

WERFEL, Franz [1890-1945]: Eigenhändiger Text zum "Hussitenlied", am Unterrand nachträglich signiert und datiert. "Wien, 1933". Folio. 1 Seite. 12 Notenzeilen, 2 Textstrophen. Tinte und Bleistift. Leichte Randläsuren. Knickfalte.

€ 1800,-

Werfels Interpretation des wohl berühmtesten Hussitischen Kampfliedes "Ktož jsú boží bojovníci", das ein Symbol der nationalen Identität für die tschechischen Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert wurde (vgl. New Grove², Bd. 6, S. 809). Dvorak verwendete es in seiner Hussiten-Ouvertüre und Smetana in "Mein Vaterland". In dieser einstimmigen Vertonung ist der ursprüngliche Text gestrichen und durch seinen eigenen ersetzt: "Die Ihr Gottes heilge Streiter, vollstreckt was er kündet! ... Dass er uns endlich führ zu Sieg und Leben." (Bestell-Nr. 18389)

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Objekt des Monats August 2015

Seltene Autographen: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift von Thomas Mann  

Thomas Mann
(geb. am 6. Juni 1875; gestorben am 12. August 1955)
zum 60. Todestag

MANN, Thomas [1875-1955]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift. Pacific Palisades, 12. Jan[uar] 1948. Großoktav. 1 1/2 Seiten. Gedruckter Briefkopf.

€ 5600,-


An den Filmregisseur und Schauspieler William Dieterle über seinen im Herbst 1947 erschienenen Roman "Doktor Faustus". "... Ich weiss nicht, was es ist mit diesem Buch, aber nie habe ich begieriger und gespannter auf das Echo eines Werkes gelauscht, und die Stimme eines Künstlers von Ihrem Feingefühl in aesthetischen und moralischen Dingen muss mir von beruhigender Wichtigkeit sein.
(...). Ich habe mit Früherem manche Wirkung hervorgebracht, aber zum ersten Mal geschieht es, dass ich Tränen sehe in den Augen meiner Leser. ... Mir selbst ist dies Buch nahe gegangen und hat an mir gezehrt wie kein anderes ...". - Wilhelm (William) Dieterle (1893-1972) arbeitete einige Jahre als erfolgreicher Regisseur bei Warner Bros. in Hollywood. Er kehrte Ende der 1950er Jahre nach Europa zurück. - Nicht abgedruckt in Regesten und Register. (Bestell-Nr.27223)

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Objekt des Monats Juli 2015

Erstausgabe von Gottfried Keller - Der grüne Heinrich  

Gottfried Keller
(geboren am 19. Juli 1819, gestorben am 15. Juli 1890)
zum 125. Todestag


Während seiner Berliner Zeit 1850 – 55 griff der schweizerische Schriftsteller „das Thema der bildenden Kunst als literarisches Thema auf und gestaltete es in ‚Der grüne Heinrich‘, seinem ersten Roman. Dieser steht in der Tradition des Bildungsromans und orientiert sich in Aufbau und Sprache stark an Goethes ‚Wilhelm Meister‘, z. T. auch an Jean Paul.“ (Brockhaus – Die Enzyklopädie, Bd. 11, 621).

KELLER, Gottfried: Der grüne Heinrich. Roman. 4 Bände. Braunschweig, Fr. Vieweg 1854-55. Alter Name im Vorsatz. Wenige Bl. etwas stockfleckig. Leinenbände der Zeit. Ecken und Kanten bestoßen. Rücken ausgeblichen.

- verkauft -

Erstausgabe der 1. Fassung, "heute sehr selten und teuer" (J. Baechtold), die der späteren die frische Unmittelbarkeit und lyrische Intensität voraus hat. Keller berichtet Vieweg am 3.5.1850: "Da ... der Roman ein Produkt der Erfahrung ist ... so glaube ich mir schmeicheln zu können, daß es kein falsches Tendenzbuch sein wird. Es ist wohl keine Seite darin, welche nicht gelebt und empfunden worden ist." Neben dem "Wilhelm Meister" und "Nachsommer" der bedeutendste deutsche Bildungsroman des 19. Jahrhunderts. "Das wesentlich Neue ist, daß hier Humanität als Bildungsziel innerhalb des Erfahrungsbereichs der alltäglichsten, unscheinbarsten und gewöhnlichsten Begebenheiten, Situationen und Umstände verwirklicht werden soll" (KLL). "Für Keller ist 'Der grüne Heinrich' zum Schicksalsroman geworden; man hat gesagt, daß er mit diesem autobiographischen Werk sich die Entelechie seines Lebens früh bewußt gemacht und den Gang seines menschlichen und künstlerischen Daseins bestimmt habe. Der Roman ist ein Stück literarisches Leben und Schicksal geworden; er hat in der ersten Fassung die Theorie und Praxis des Erzählens und erst recht die Kritiker sehr beunruhigt …" (H. Boeschenstein). - Zippermann 10-11. (Bestell-Nr. 7776)

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Objekt des Monats Juni 2015

Eduard Mörike - Eigenhändiges Gedicht  

Eduard Mörike
(geboren am 8. September 1804 in Ludwigsburg; gestorben am 4. Juni 1875 in Stuttgart)
zum 140. Todestag

MÖRIKE, Eduard [1804-1875]: Eigenhändiges Gedicht mit Datum und Unterschrift und eigenhändige Begleitzeilen mit Unterschrift "M". 28. Aug. 1862. 1 Seite recto und 1/4 Seite verso.

- verkauft -

Das Gedicht wurde unter dem Titel "Der Hirtenknabe" erstmals in Georg Scherers "Illustriertem deutschem Kinderbuch" 1863 veröffentlicht und stand neben der Zeichnung Ludwig Richters. Zwei Strophen mit insgesamt 17 Zeilen berichten vom Hirtenbübchen, das mit Engeln zusammentrifft.

Vesperzeit,
Betgeläut'
Aus den Dörfern weit und breit.
Hirtenbüblein auf der Heide
Bei der Weide
Seine Hände alsobald
Überm Käpplein falt't,
Schlägt die Augen unter sich,
Betet inniglich.

Sieh da! Engel Hand in Hand
Ihrer viere, fahrend über Land,
Wie sie ihn erblicken,
Winken sich und nicken,
Machen halt im Nu,
Treten still herzu,
Stimmen an zum Glockenklang
Ihren Lobgesang.

Angeregt zu diesem Gedicht wurde Mörike durch die Zeichnung Richters, die sich bereits in der 3. Auflage des Kinderbuches von 1853 befand. Auf der 4. Seite des Bogens finden sich die Begleitzeilen in Blei an den Verleger Scherer: "Hierbei ein Verslein, lieber Freund, mit herzlichem Gruß ... Dein M.". - Vgl. Simon, Mörike-Chronik, S. 271. (Bestell-Nr. 18290)

Weitere Objekte zu Eduard Mörike:

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Objekt des Monats Mai 2015

Literatur-Antiquariat: Erstausgabe von Friedrich Schiller - Der Venuswagen

Literatur-Antiquariat: Brustbild von Friedrich Schiller - Kupferstich von J. G. Müller nach A. Graff

 

Zum 210. Todestag von Friedrich Schiller

(geboren 10. November 1759 in Marbach am Neckar, gestorben am 9. Mai 1805 in Weimar)

[SCHILLER, Friedrich]: Der Venuswagen. [Stuttgart, J. B. Metzler 1781]. 24 S. Alte Eintragungen auf dem Titelblatt gelöscht. Teils kleine Randläsuren. Etwas stockfleckig. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

- verkauft -

Extrem seltene Erstausgabe von Schillers Jugendgedicht, das heute zu den höchstbezahlten Rarissima der Schiller-Literatur zählt. "Ohne in der Wahl der erotischen Ausdrücke irgendwie an sich zu halten schrieb Schiller das Gedicht gegen die gesellschaftliche und kirchliche Heuchelei in geschlechtlichen Dingen" (Hayn-Gotendorf). Das anonym und ohne Angabe von Ort, Verlag und Jahr erschienene Gedicht entstand wahrscheinlich im Winter 1778/79 und erinnert in seiner Art an Satiren, Narren-und Sünderschelten des 15. und 16. Jahrhunderts (vgl. SNA, 2 II A). Schiller verwarf später das Gedicht und versuchte es auf jede mögliche Art selbst zu unterdrücken. Heute ist es fast unauffindbar. - Die Verfasserschaft Schillers ist durch seinen Brief an W. v. Wolzogen vom 23.3.1788 bezeugt. - Trömel 18; Marcuse 34; SNA 2 II A, 28. (Bestell-Nr. 16835)

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SCHILLER, Friedrich von: Brustbild nach links mit Umrahmung. Kupferstich von J. G. Müller nach A. Graff. 1793. 33,7 x 25,6 cm. Unter Passepartout.

- verkauft -

Schöner, kräftiger Abdruck. Entstanden nach dem Gemälde von Anton Graff, der zu seiner Zeit zu den berühmtesten Porträtmalern zählte. Graff begann 1786 mit dem Bildnis und vollendete es erst 1791 da Schiller lt. Graff "kein Sitzleder" hatte. - Johann Gotthard von Müller (1747-1830) war seit 1776 Leiter der Kupferstichabteilung an der Carlsschule. Schiller beurteilte diesen Kupferstich: "Die Arbeit ist vortrefflich ausgefallen, der Stich voll Kraft und doch dabei voll Anmuth und Flüssigkeit" (Brief v. 26. 5. 1794). (Bestell-Nr. 27626)

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Objekt des Monats April 2015

Musikantiquariat - seltene Erstausgabe von Theophil Muffat

 

Theophil [Gottlieb] Muffat

(getauft am 25. April 1690 in Passau, gestorben am 9. Dezember 1770 in Wien)


MUFFAT, Theophil: Componimenti Musicali per il Cembalo Di Theatro Muffat. Augsburg, J. Chr. Leopold [ca. 1736-1739]. Quer-Folio. Kupfertitel von J. A. Friedrich, 3 Bl., 105 S., 1 Bl. Notenkupfer. Teils stockfleckig. Lederband der Zeit mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung, Eckfleurons und Goldbordüren auf den Deckeln. Alters- und Gebrauchsspuren. Einband fleckig, Vorderdeckel wasserfleckig; im Ganzen gutes Exemplar.

- verkauft -


Von großer Seltenheit. - Erstausgabe eines der beiden zu Lebzeiten Muffats gedruckten Werke. Über das Erscheinungsjahr herrscht Uneinigkeit. Riedel datiert das Werk auf 1736. Er begründet das mit Verlagsverzeichnissen des Stechers Leopold und der Betitelung für Franz I. in der Widmung, nahezu übereinstimmend mit dem British Union Catalog 1727. Die Sammlung enthält 6 Suiten und 1 Ciacona mit 38 Variationen. Sie war für Händel eine Quelle für zahlreiche Anregungen und Parodien. Es "wird deutlich, daß die 'Componimenti Musicali' … eine Zusammenstellung aus einem im Laufe mehrerer Jahre geschaffenen Repertoire bilden … ähnlich wie Bachs 'Clavier Übung', deren erstem Teil sie nicht nur in der formalen Anlage ähneln, sondern auch, trotz aller Verschiedenheit, an musikalischer Qualität nahestehen" (F. W. Riedel in MGG 9, S. 923). Muffats Publikationen fanden schon zu seinen Lebzeiten wie auch später hohe Anerkennung und weite Verbreitung. Die Musikgeschichte weist ihm seinen Platz unter den Klaviermeistern in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts neben Bach und Händel zu. Besonders hervorzuheben ist das prachtvolle Augsburger Rokoko-Titelkupfer. "Spürt man doch in seinem ganzen pompösen Aufbau und in der Haltung der dargestellten Personen noch starke barocke Anklänge. Das Blatt ist überhaupt eine sehr charakteristische Probe der Augsburger Gebrauchsgraphik jener Tage" (W. von zur Westen, Musiktitel aus vier Jahrhunderten, S. 57 f.). - RISM VIM 8134; Wolffheim I, 1427; Hirsch III, 443; Eitner VII, 118; von zur Westen, Abb. 50, nach S. 58. (Bestell-Nr. 24261)


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Objekt des Monats März 2015

Musikantiquariat: Karikatur von Carl Muck - Arthur George Witherby

 

Carl Muck

(geboren am 22. Oktober 1859 in Darmstadt, gestorben am 4. März 1940 in Stuttgart)

 

"Muck was a masterly conductor of Wagner and one of the greatest interpreters of the symphonies of Anton Bruckner ..." (J. Stevenson).


Der gefeierte Musiker arbeitete in Berlin und Amerika. In Deutschland wirkte er in Bayreuth und in Hamburg. „Nach dem Tode von Felix Mottl und Hans Richter galt er als der maßgebliche Wagnerdirigent der Zeit (und) war ... der erste bedeutende Wagnerdirigent, der Schallplattenaufnahmen hinterließ." (NDB 18, 256). "1933 zog er sich in den Ruhestand nach Stuttgart zurück." (MGG 9, 843).


MUCK, Carl. – [WITHERBY, Arthur George]. Ganzfigur beim Dirigieren. "The Wagnerian Opera". Farblithographie. [Aus]: Vanity Fair, 27. July 1899. Vincent Brooks, Day & Son [1899]. 38 x 26 cm. Unter Passepartout.

- verkauft -


Der britische Journalist und Herausgeber Arthur George Witherby (1856 – 1937) arbeitete nebenberuflich auch als Karikaturist u.a. für „Vanity Fair" und signierte seine künstlerischen Werke mit „w.a.g.". (Bestell-Nr. 18631)


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Objekt des Monats Februar 2015

Johann Mattheson: Georg Friderich Händels Lebensbeschreibung

 

Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 [nach dem in Deutschland seit 1700 geltenden gregorianischen Kalender am 5. März] in Halle/Saale geboren und ist am 14. April 1759 in London gestorben.


HÄNDEL, Georg Friedrich - MATTHESON, Johann: Georg Friderich Händels Lebensbeschreibung, nebst einem Verzeichnisse seiner Ausübungswerke und deren Beurtheilung; übersetzet [aus dem Engl. des J. Mainwaring], auch mit einigen Anmerkungen, absonderlich über den hamburgischen Artikel, versehen. Hamburg, Auf Kosten des Übersetzers 1761. Mit gest. Porträt Händels von F. N. Rolffsen [nach T. Chambars]. 5 Bll., 156 SS., 4 Bll. (Register). Neuer Halbpergamentband.

- verkauft -


Von großer Seltenheit. - Bereits zwei Jahre nach Händels Tod gab der Hamburger Musikschriftsteller und Komponist Johann Mattheson (1681-1764) die deutsche Übersetzung der ersten Händel-Biografie von John Mainwaring (1735-1807), 'Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel' (London 1760) mit zahlreichen Korrekturen, Kommentaren und Ergänzungen aus eigener Sicht vermehrt heraus. Mainwaring's Schrift gilt als erste Musikerbiografie überhaupt. - Eitner VI, 385 f.; Wolffheim II, 516; Hirsch I (hist. Anh.), 39. (Bestell-Nr. 27871)

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Objekt des Monats Januar 2015

Matthias Claudius - ASMUS omnia sua SECUM portans

 

Zum 200. Todestag von Matthias Claudius
(15.8.1740 – 21.1.1815)


Matthias Claudius kommt 1740 zur Zeit der Aufklärung zur Welt. In Plön besuchte er die Lateinschule. Studium in Jena. 1771 - 1775 gibt er die von J. J. Bode begründete Volkszeitung ‚Der Wandsbecker Bothe', die viermal wöchentlich erscheint, heraus. Lebte auch später meist in Wandsbeck (heute Wandsbek), dann in Altona und Hamburg. Zu seiner Zeit wirken u.a. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) und Bettina von Arnim (1785 – 1859). Claudius stand dem Kreis um F. G. Klopstock, J. H. Voss und F. L. Stolberg in Eutin nahe und vertrat gemeinsam mit J. K. Lavater, F. H. Jacobi, J. G. Herder und J. G. Hamann einen christlichen und volksnahen Realismus. In Gedichten fand er seinen eigenen gemütstiefen, fast kindlichen Ton. Am bekanntesten sein Abendlied ‚Der Mond ist aufgegangen', 1779 entstanden. Im Dezember 1814 Übersiedlung nach Hamburg in das Haus seines Schwiegersohnes Perthes. Am 21. Januar 1815 stirbt Claudius in Hamburg. Seine Beisetzung erfolgt am 25. Januar 1815 in Wandsbeck.

Mit dem Werk ‚ASMUS omnia sua SECUM portans', „ein buntscheckiges Mosaik, das frühere Zeitungsbeiträge mit neuen Aufsätzen u. Gedichten zu einem bewußt komponierten Ganzen vereinigte. ... schuf (sich) Claudius ... einen bleibenden Platz in der deutschen Literaturgeschichte." (Killy 2, 425).

WANDSBECKER BOTE. - [CLAUDIUS, Matthias]: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen. 8 Teile in 7 Bänden. Breslau und Hamburg, Beym Verfasser, und in Commission bey G. Löwe, in Commission bey F. Perthes, N. C. Wörmer [1775]-1812. 8 Holzschnitt-Titelvignetten; 15 Kupfer auf Tafeln und im Text, davon 9 von Chodowiecki und Schellenberg; 2 Notentafeln, 12 Holzschnitte im Text. Titel gestempelt. Vereinzelt stockfleckig. Eintragung von alter Hand (Bd. 1). Schöne Pappbände der Zeit.

€ 2800,-


Schönes, komplettes Exemplar der ersten Gesamtausgabe, in Form einer Zeitschrift, davon 4 Bände in Originalausgabe. Das Sammelwerk enthält zahlreiche Rezensionen der Sturm- und Drangzeit. Das Werk, bei dem Claudius mehrmals den Verleger wechselte, erschien von 1775-1812 mit Texten aus den verschiedenen Lebensphasen des Autors. Die Teile 1-3 enthalten Berichte aus dem literarischen Leben um 1775 mit Rezensionen über Aufführungen z. B. "Minna von Barnhelm'', "Emilia Galotti'', "Götz von Berlichingen'' und anderer zeitgenössischer Theaterereignisse. Claudius wusste zu der Zeit nichts von Goethes Autorschaft. 1773 schreibt er an Herder "Wer hat den Götz von Berlichingen geschrieben? Mir sagt man ein Advokat in Frankfurt". Außerdem findet man Buchbesprechungen wie: Goethes "Leiden des jungen Werthers'' ("weiss nicht, ob'sn Geschicht oder n'Gedicht ist ..."), Klopstocks "Oden'', Herders "Blätter von Deutscher Art und Kunst'', Lenz "Der Hofmeister'' u. a. - Im „Anhang zum 5ten Theil", die sehr seltene Streitschrift "Von und Mit dem ungenannten Verfasser [d. i. A. v. Hennings] der: ‚Bemerkungen' über das H.O.C.R. und G.S. Callisen Versuch den Werth der Aufklährung unsrer Zeit betreffend". - Engelmann, 207, 468-73, 625, 654; vgl. Platschek in C's Sämmtliche Werke 1991, S. 994 ff. - „Einstens kam der bekannte Volksdichter, Matthias Claudius, der Wandsbecker Bote genannt, nach Berlin, und eilte, auch den damals noch etwas geltenden Burmann persönlich kennen zu lernen. Er klopft an sein Zimmer. Burmann ruft: „Herein!" Als Claudius eintritt, fragt Burmann: „Wer sind Sie?" – „Ich bin der Wandsbecker Bote" erwiedert Claudius. Burmann geräth so außer sich vor Freude, daß er sich auf die Erde wirft, und sich jauchzend um den Tisch wälzt. Claudius glaubt, diesen solennen Empfang auch nicht frostig erwiedern zu dürfen, sondern streckt sich gleichfalls auf den Fußboden, und kollert sich nach. Erst nachdem die Runde um den Tisch ein paarmal vollendet ist, sinken sich die beiden Schöngeister in die Arme." (Jördens, Denkwürdigkeiten, Charakterzüge und Anekdoten ... Bd. 1, S. 74). – Gottlob Wilhelm Burmann, eigentlich Bormann (1737-1805), redigierte eine Zeit lang die „Spenersche Zeitung". (Bestell-Nr. 16983)

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Objekt des Monats Dezember 2014

Autographen: Eigenhändiger Brief von Theodor Fontane

 

Theodor Fontane
(30.12.1819 – 20.09.1898)

Am 30. Dezember jährt sich sein Geburtstag zum 195. Mal.


Mit dem "Objekt des Monats" Dezember möchten wir besonders den Briefschreiber Fontane würdigen: „Fontanes Briefe geben dem Leser nicht nur Informationen über sein Leben, über die Beziehungen zu seiner Familie und Freunden und Hinweise über sein literarisches Schaffen, sie sind ein integraler Teil des Werks. (…). Für Fontane war der Brief eine eigenständige Form, er selbst nannte sich einen ‚Briefschwärmer‘ und bezog das nicht nur auf Briefe, die er las und die er … jedem anderen historischen Stoff vorzog, sondern das galt auch für seine eigenen Briefe, die er mit wahrer Leidenschaft schrieb.“ (KNLL 5, 661).

FONTANE, Theodor [1819-1898]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift. Berlin, 26. Dez[ember] [18]96. Großoktav. 4 Seiten. Tinte vereinzelt etwas verblasst. Knickfalten hinterlegt.

- verkauft -


Persönlicher Brief an einen "Hochgeehrten Herrn" bei dem sich Fontane für die "Mittheilungen aus der Familie" bedankt. "Ehe 97 kommt, sollen die 96er Schulden abgetragen werden, auch die Brief-Schulden, - für manchen Haushalt immerhin noch die leichtesten ... Die Geschichte von der 'Knie-Tuberkulose', die zuletzt ein 7 Jahre lang eingekapselter Dorn wird, kann sich für Geld sehen lassen, aber für Geld, das dann zur Erleuchtung deutscher medizinischer Fakultäten verwendet werden müßte. Noch besser zur Herabminderung von Dünkel und Eingebildetheiten. Denn dies bildet den eigentlichsten Kern der Geschichte. Daß Menschen sich irren, also auch Aerzte, wer will davon einen großen Radau machen, - ich gewiß nicht, aber um die höheren Wissenschaftler in Deutschland ist so was von Unfehlbarkeit herum, namentlich aber wenn ihre Aussprüche mit denen andrer Nationen in Parallele gestellt werden ...". Dann erwähnt er den Tod des Physiologen Emil du Bois-Reymond "Dubois", er war "unzweifelhaft ein großer Gelehrter und fast auch ein bedeutender Mensch, aber immer an der Grenze des Größenwahns hin ...". - Im Briefverzeichnis unter Nr. 96/228 registriert. (Bestell-Nr. 19146)

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Objekt des Monats November 2014

Giacomo Puccini - Manon Lescaut: Deutscher Erstdruck

 

Zum 90. Todestag des berühmten italienischen Komponisten


Giacomo Antonio Domenico Michele
Secondo Maria Puccini
(22.12.1858 – 29.11.1924)


PUCCINI, Giacomo: [Manon Lescaut. Lyrisches Drama in 4 Acten ... Deutsch von L. Hartmann. Clavierauszug mit Text]. Mailand, Ricordi (PlattenNr. 96463) [1893]. Quart. Ohne Titelblatt, 270 S. Zahlreiche Eintragungen. Halbleinenband der Zeit. 

€ 450,-


Deutscher Erstdruck, nicht für den Handel bestimmt, ohne Titelblatt! Gedruckt von den Originalplatten in Tiefdruck. - Die umjubelte Uraufführung unter Toscanini im Februar 1893 in Turin brachte für Puccini den Durchbruch in seiner künstlerischen Karriere. Puccinis ‚Manon‘ „(zeigt) bereits deutlich die entscheidenden Merkmale der späteren Meisterwerke …“ (Riemann 2, 445). "Geschickt weicht Puccini der Gefahr des Plagiats von J. Massenets 'Manon' (1884) aus" (Herder Musiklexikon 5, 212). Die italienische Erstaufführung der Manon von Massenet (Okt. 1893) veranlasste Puccini noch einmal zu einschneidenden Änderungen, insbesondere im Finale des ersten Aktes. Das Exemplar des Dirigenten Otto Winkler (1908-1988) arbeitet diese Änderungen mit Strichen und z. T. auch Überklebungen ein (vgl. Schickling 187 f). Winkler wirkte als Dirigent und Generalmusikdirektor u.a. in Frankfurt, Koblenz und Stuttgart. - Hopkinson 3 B (a); Schickling 64. E. 2b. (Bestell-Nr. 19053)

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Objekt des Monats Oktober 2014

Seltene Erstausgabe von Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

 

Friedrich Nietzsche zum 170. Geburtstag
(15.10.1844 – 25.8.1900)


Mit unserem Oktober-Newsletter erinnern wir an den 170. Geburtstag Friedrich Nietzsches, einem „… Denker von höchster geistiger Kultur und Bildung. Sein Werk spiegelt die wesentlichen geistigen Bewegungen seiner Zeit, setzt sich mit ihnen auseinander und ist in weitem Maße von ihnen bestimmt.“ (Ziegenfuß, Philosophen-Lexikon 2, 205).


NIETZSCHE, Friedrich: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. Leipzig, E. W. Fritzsch 1872. Titelvignette: Entfesselter Prometheus. IV, 143 S. Vorsatzblatt mit Trockenstempel des Buchbinders. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel. Ecken, Kanten und Rücken etwas bestoßen. Gutes Exemplar.

€ 2800,-


Seltene erste philosophische Veröffentlichung des Autors in der Erstausgabe, Richard Wagner "meinem erhabenen Vorkämpfer" gewidmet. "'Ich glaube, daß noch nie ein Erstlingswerk so üppig eingehüllt wie ein Prinzenkind aus der Taufe gehoben worden ist', schreibt Nietzsche am 23. November begeistert an Rohde." (Zimmermann). - Slg. Borst 3167; Jacoby S. 50; Zimmermann 20.  (Bestell-Nr. 27082)

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Objekt des Monats September 2014

Porträt von Niccollo Jommelli

 

Zum 300. Geburtstag des italienischen Komponisten

Niccolò Jommelli
(10. September 1714 – 25. August 1774)


JOM[M]ELLI, Niccolo. - Porträt. Halbfigur nach links. Oval. Lithographie von H. E. v. Wintter [nach dem Gemälde im Liceo musicale in Bologna]. [München], 1815. 25 x 16,3 cm.

- verkauft-


Seltenes Porträt von Niccollo Jommelli (1714-1774), der u. a. 16 Jahre lang Hofkomponist des Herzogs Carl Eugen von Württemberg war. Seit 1753 (bis 1769) war er am Hof verpflichtet und hatte jährlich zu den Geburtstagen des Herzogs und der Herzogin eine neue Oper zu schreiben und diese aufzuführen. Die Wirkungsstätte war nicht allein Stuttgart, sondern auch Ludwigsburg, die zweite Residenz des Herzogs. Geldnöte und die daraus entstandenen Sparzwänge am Hofe, führten u. a. dazu, dass Jommelli um seine Entlassung bat. Auf Geheiß des Herzogs musste er sämtliche Partituren seiner am Hof geschriebenen 28 Opern und andere Werke zurücklassen. Diese bilden heute den einzigartigen Bestand von Jommellis Werken in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart. - Das Porträt stammt aus dem Werk „Portraite der berühmtesten Compositeurs der Tonkunst“ von Felix Joseph Freiherr von Lipowski (1764-1842) und Heinrich E. von Wint[t]er (1788-1825). - Thieme-Becker 36, 76. (Bestell-Nr. 18613)

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Objekt des Monats August 2014

Seltene Erstausgaben von Ferdinand LASSALLE: Capital und Arbeit


Seltene Erstausgaben von Ferdinand LASSALLE: Die Wissenschaft und die Arbeiter


Seltene Erstausgaben von Ferdinand LASSALLE: Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker

 

Mit dem „Objekt des Monats August 2014“ erinnern wir an den 150. Todestag von Ferdinand Lassalle


Der Sozialphilosoph, Publizist und Politiker Ferdinand Lassalle wurde am 11.4.1825 in Breslau geboren und starb an den Folgen eines Duells am 31.8.1864 in Genf. Mit dem ‚Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein‘ gründete Ferdinand Lassalle in Leipzig 1863 die ‚Ur-SPD‘.

LASSALLE, Ferdinand: Herr Bastiat-Schulze von Delitzsch der ökonomische Julian, oder: Capital und Arbeit. Berlin, R. Schlingmann 1864. IX, 269 S. Alter Name im Vorsatz. Halbleinenband der Zeit. 

€ 200,-


Erstausgabe des ökonomischen Hauptwerkes von Lassalle, einer Streitschrift in Form und Inhalt, die von fundamentaler Bedeutung für die theoretische Diskussion der sozialistischen Bewegung in Deutschland wurde. Sie war veranlaßt durch die als "Capitel zu einem deutschen Arbeiterkatechismus" erschienenen Vorträge von Schulze-Delitzsch. In den Personen des Hermann Schulze-Delitzsch und des französischen Manchester-Liberalen Frédéric Bastiat geißelt er die gesamte bürgerliche Ökonomie. - Stammhammer I, 126, 10; Slg. Borst 2911. (Bestell-Nr. 22101)


LASSALLE, Ferdinand: Die Wissenschaft und die Arbeiter. Eine Vertheidigungsrede vor dem Berliner Criminalgericht gegen die Anklage die besitzlosen Klassen zum Hass und zur Verachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. Zürich, Meyer & Zeller 1863. 53 S., 1 Bl. Verlagsanzeigen. Pappband. Originalumschlag eingebunden. Vorderer Originalumschlag im Falz verstärkt. Hinterer Originalumschlag untere Ecke angerändert.

- verkauft -


Selten. Erstausgabe der Verteidigungsrede in der ersten Instanz des Prozesses gegen Lassalle. Nach Erscheinen des "Arbeiterprogramms" - das sofort konfisziert wurde - war dieser vom Staatsanwalt angestrengt worden wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens. Lassalles Hauptverteidigung beruht auf dem Nachweis, dass das "Arbeiterprogramm" eine rein wissenschaftliche Produktion sei und daher nicht unter den Hass- und Verachtungsparagraphen fallen könne. - Stammhammer I, 128, 34; Slg. Borst 2872. (Bestell-Nr. 22103).


LASSALLE, Ferdinand [Hrsg.]: Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker mit Setzer-Scholien herausgegeben. Berlin, G. Jansen 1862. 174 S. Titelrückseite gestempelt, Leinenband der Zeit. Mit Feuchtigkeitsspur. 

€ 200,-


Seltene Erstausgabe dieser "eigentümlichen Blüte von Witz, Ironie und Rabulistik" (H. Oncken). Die berühmte Streitschrift ist eine vernichtende Satire über die eben erschienene Literaturgeschichte Schmidts, der im damaligen Berlin ein angesehener Kritiker und Journalist war. In seinem Pamphlet, unter Mitarbeit Lothar Buchers geschrieben, kommentiert Lassalle die Texte des Originals in betont bissiger und vernichtender Weise. Er seinerseits verweist auf die Bedeutung von Schiller, Fichte und Hegel und stellt Schmidt als Schwätzer und Scharlatan hin. "Ihre Kritik, daß Schmidt die ideale Gesinnung, die ein Volk benötige, denunziere, war zugleich eine politische Feststellung gegen das liberale Bürgertum im Nachmärz" (Trommler). - Stammhammer I, 127, 25; Slg. Borst 2836. (Bestell-Nr. 10067).

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Objekt des Monats Juli 2014

GLUCK, Christoph [Willibald] von [1714-1787]: Dokument von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift.

 

Christoph Willibald Ritter von Gluck zum 300. Geburtstag
(2. Juli 1714 – 15. November 1787)


Mit unserem Juli-Newsletter erinnern wir an den 300. Geburtstag Gluck‘s, dem „Reformator der Oper und Vater des musikalischen Dramas“ (Mendel, Musikalisches Conversations-Lexikon, Bd. 4, S. 270). 


GLUCK, Christoph [Willibald] von [1714-1787]: Dokument von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift. Wien, 9. Juni 1787. Folio. 1 Seite. 3 Siegel und 1 Stempel.

€ 24.000,--


Die letzte eigenhändige Unterschrift Glucks. - Vertrag über den Verkauf von Glucks Haus in der Knappenstraße (heute Wiener Gasse 22) in Perchtoldsdorf an die Baroness Antonia von Gudenus zum Preis von 6200 Gulden. Das Haus war von einem großen Garten umgeben und wurde mit "Mobilien und Effekten" übergeben. Im Landhaus in Perchtoldsdorf verbrachte der Komponist ab 1781 die Sommermonate, auf Drängen seiner Frau und der Ärzte. Hier arbeitete er auch an der Revision von "Iphigenie auf Tauris", die im Oktober 1781 erstmals in deutscher Fassung in Wien aufgeführt wurde. In diesem Haus traf er auch mit Haydn und Mozart und J. F. Reichardt zusammen. Die Käuferin, Antonia von Gudenus, war die Ehefrau des Freiherrn von Gudenus, in dessen Haus am Michaelerplatz Nr. 3, gegenüber dem Burgtheater, Gluck zwischen 1782 und 84 eine Wohnung unterhielt. Im Juni 1784 erwarben die Glucks das Haus "Zum silbernen Löwen" in der Vorstadt auf der Wieden, zu dem ebenfalls ein großes Grundstück mit Gartenhaus und Wirtschaftsgebäuden gehörte, da die Fahrten nach Perchtoldsdorf immer beschwerlicher wurden  (vgl. Croll: Gluck, sein Leben, seine Musik, S. 263). Gluck unterschrieb mit zittriger Handschrift, bevor er am 15. November 1787 nach einem vierten Schlaganfall starb. Neben seiner Unterschrift befindet sich sein Siegel.  Der Vertrag ist von J. v. Strehlendorff und J. P. Schmid gegengezeichnet und mit deren Siegeln versehen. Gluck-Autographen gehören zu den seltensten Komponisten-Autographen überhaupt. (Bestell-Nr. 27264)

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Objekt des Monats Juni 2014

Richard Strauss: Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Unterschrift

 

Richard Strauss zum 150. Geburtstag
(11. Juni 1864 – 8. Sept. 1949)


Die Musikwelt feiert im Juni den 150. Geburtstag von Richard Strauss. Mit unserem Newsletter „Objekt des Monats Juni 2014“ erinnern wir an „den großen deutschen Musiker von internationaler Geltung“ (Riemann II, 743).

STRAUSS, Richard [1864-1949]: Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. Ohne Ort und Datum., [ca. 1900?]. Quer-Oktav. 1 Seite.


- verkauft -


Aus "Till Eulenspiegels lustige Streiche" Op. 28, das "lustige" Klarinetten-Thema (2 Takte) des vor Gericht gleichmütig pfeifenden Till. Die Uraufführung der Sinfonischen Dichtung fand 1895 in Köln im Gürzenich unter der Leitung von Franz Wüllner statt. (Bestell-Nr. 18199).


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