Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats Mai 2018

  

Zum 185. Geburtstag von Johannes Brahms
(geboren am 7. Mai 1833 in Hamburg, gestorben am 3. April 1897 in Wien)

Das „Deutsche Requiem“ stellte den Durchbruch des jungen Komponisten Johannes Brahms dar und ist bis heute eines seiner polpulärsten Werke. Die mehrere Jahre dauernde Arbeit am Deutschen Requiem fand ihren Abschluss bei der Uraufführung am 18. Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus. Vorangegegangen waren Teiluraufführungen in Wien und Bremen. Die Texte aus der Bibel stellte Brahms ab 1861 selbst zusammen und komponierte im selben Jahr die beiden ersten Sätze. Nach dem Tod der geliebten Mutter 1865 nahm der Komponist die Arbeit am Requiem wieder auf und schrieb zuerst den vierten Satz, bevor er sich dem dritten widmete. Die Komposition fand 1866 mit den Sätzen fünf und sieben ein vorläufiges Ende, bevor Brahms den fünften Satz im Mai 1868 komponierte.

Clara Schumann schrieb in ihr Tagebuch, nachdem sie 1868 die Bremer Teil-Uraufführung besucht hatte: „Mich hat dieses Requiem ergriffen, wie noch nie eine Kirchenmusik … Ich musste immer … an meines teuren Roberts Prophezeihung denken „laßt den nur mal erst den Zauberstab ergreifen, und mit Orchester und Chor wirken“ – welches sich heute erfüllte. Der Stab wurde wirklich zum Zauberstab und bezwang alle, sogar seine entschiedensten Feinde“.


Brahms „Deutsche Requiem“ - Arbeitsexemplar von Dr. Karl Böhm  

BRAHMS, J.: Ein deutsches Requiem nach Worten der heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester. Op. 45. Partitur Leipzig, C.F. Peters (VerlagsNr. 10260) [ca. 1940]. Folio. 3 Bl.,191 S., 1 Bl. Zahlreiche Eintragungen und Anmerkungen mit farbigem Bleistift. Halbleinenband.

€ 3.000,–

Arbeitsexemplar von Dr. Karl Böhm mit dessen eigenhändigen Namenszug im Vorsatz und auf dem Titelblatt. Handschriftliche Datierung aus dem Jahr 1943 in dem Böhm erstmals zum Direktor der Wiener Staatsoper ernannt wurde. Interessantes Exemplar, das Einblicke in die Arbeitswelt des berühmten Dirigenten gibt.

Objekt des Monats April 2018

  

ZUM 220. GEBURTSTAG VON AUGUST HEINRICH HOFFMANN,
BEKANNT ALS HOFFMANN VON FALLERSLEBEN
(GEBOREN AM 2. APRIL 1798 IN FALLERSLEBEN BEI WOLFSBURG, GESTORBEN AM 19. JANUAR 1874 IN CORVEY BEI HÖXTER)

Der unruhige Vormärzlyriker Hoffmann von Fallersleben ist uns allen als Verfasser von Liedern wie „alle Vögel sind schon da“ und dem „Deutschlandlied“ bekannt. Der Universitätsprofessor für deutsche Sprache und Literatur, der als Kind die napoleonische Besatzung miterlebt hatte, bedauerte nach deren Ende die Rückkehr in die Kleinstaaterei mit ihren Fürstenhöfen und der damit verbundenen Zensur. Seine politischen Ansichten, die sich unter anderem in zahlreichen politischen Gedichten äußerten, zwangen ihn jahrelang zu einer Wanderschaft von Exil zu Exil.

Dass er nicht nur politische- und volkstümliche- sondern auch Liebeslyrik verfassen konnte, davon zeugen das 1851 erschienene Bändchen „Liebeslyrik“ und das vorliegende frühlingshafte Liebesgedicht.


HOFFMANN von FALLERSLEBEN, August Heinrich [1798-1874]: Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit Datum  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, AUGUST HEINRICH [1798-1874]: EIGENHÄNDIGES GEDICHTMANUSKRIPT MIT DATUM UND DEN VERSCHLÜSSELTEN INITIALEN "HVF" AM SCHLUSS. [OHNE ORT], 22. APRIL 1871. OKTAV. 1 SEITE

- verkauft –

Reizendes Gedicht des 73-jährigen Hoffmanns an Bertha Fischer (geb. Schmidt), Witwe des Arztes Gustav Emil Fischer aus Hamburg, die Hoffmann 1869 bei der Familie Hirsche kennenlernete, wonach er mehrere Gedichte für sie schrieb. Das zweistrophige Gedicht ist eine Liebeserklärung des greisen Hoffmanns an die erst 32-jährige Witwe.

"Ja, der Frühling ist erschienen / Und ich weiß nicht, wie mir ist, / Weiß nicht, wie ich's kann verdienen / Daß auch Du mein Frühling bist

Habe Dank für Deine Güte, / Die sich frühlingsgleich vereint / Und durch immer neue Blüte / Mir mein altes Herz erfreut!".

Beendet wird das Gedicht mit den versteckten Initialen: "so denkt ein HoffnungsVoller Frühlingssänger".

In den Jahren 1869 bis zu Hoffmanns Tod 1873 schrieb Bertha Fischer häufig an Hoffmann, wovon 89 Briefe zeugen, die sich in der Staatsbibliothek Hannover befanden, allesamt jedoch leider verschollen sind. (Vgl. Erika Poettgens, Hoffmann von Fallersleben und die Lande der niederländischen Zunge ..., Waxmann 2014, S. 243).

   

LYRIK

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, August Heinrich [1798-1874]: 4 Liedtexte von Schreiberhand mit Unterschrift von Schreiberhand  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, AUGUST HEINRICH [1798-1874]: 4 LIEDTEXTE VON SCHREIBERHAND MIT UNTERSCHRIFT VON SCHREIBERHAND, Z.T. MIT MELODIEN. [UM 1850]. 1 BLATT (16 X 20,5 CM), GEFALZT, BRAUNES PAPIER, EINE ECKE GERINGFÜGIG LÄDIERT.

€ 100,–

1) Verrat der Bier-Republik. Mel: "Seht ihr 3 Rosse". (3 Strophen mit dem Refrain:) "Man säuft als wie ein Kanibale/ Im Katzenjammer ... Glück/ Das ist ... neue sociale/ Die veilchenblaue Republik!" - 2) Mel: "Es war ein König in Thule" (4 Strophen) "Ich hab die Nacht geträumet/ Wohl einen schweren Traum/ Es riecht in meinem Garten/ Ein Rosmarinenbaum". - 3) Tyroler Ständchen, mit Melodiefragmenten (5 Strophen). "Bin ein und aus gegangen/ Im ganzen Tyrol/ Jetzt g'fall'n mer die bairischen/ Mädle so wohl!" - 4) Omnes erramus. Mel: "In keinem kühlen Grunde" (4 Strophen) mit Unterschrift und 12 Takten Melodie. "Omnes, Omnes erramus hat Bruder Ulrich gesagt/ Er wollte zu dem Kellner und kam zur Küchenmagd".

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Deutsches Volksgesangbuch.  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: DEUTSCHES VOLKSGESANGBUCH. MIT 175 EINGEDRUCKTEN SINGWEISEN UND NACHRICHTEN ÜBER DIE DICHTER UND TONSETZER. LEIPZIG, W. ENGELMANN 1848. 2 BL., 188 S., STOCKFLECKIG. HALBLEDERBAND DER ZEIT MIT ORNAMENTALER RÜCKENVERGOLDUNG.

€ 200,–

Erstausgabe der Anthologie, die - neben Texten von Dach, Eichendorff, Goethe, Heine, Lessing, Uhland, Weisse - 52 Lieder zum Teil mit Melodien von Hoffmann selber enthält und deren Singweisen von dem engen Freund Ludwig Erk besorgt wurden, der aber auf dem Titel nicht genannt werden wollte. Nicht so sehr politisch soll sie "ein Versuch sein, dem eigenlichen Volksliede grössere Theilnahme zu erwecken und das gute Alte und zeitgemäße Lieder unter das Volk zu bringen“, um damit die Idee des geeinten Vaterlandes zu unterstützen. Hoffmanns Vorwort datiert vom 18. Mai, dem "Tage aller Deutschen", an dem in Frankfurt die deutsche Nationalversammlung eröffnet wurde. Er schreibt: "Durch die 33jährige Unterdrückung alles frischen freien und frohen Lebens in Deutschland hat auch Poesie und Gesang unendlich viel gelitten. Lieder, die irgend nur auf eine freiheitliche Entwicklung, eine bessere Zukunft hindeuteten, und für Deutschlands Freiheit und Einheit begeistern wollten, waren kaum vorhanden. Dieses neue "Volksgesangbuch" soll nun ein Versuch sein, das gute Alte in seiner reinsten Gestalt zu retten ... und zeitgemäße Lieder zu allgemeiner Ergötzung und Belehrung unter das Volk zu bringen". - Ausser vielen Volksliedweisen enthält der Band Melodien von: Andre; Nägeli, Silcher, J. Haydn, Zelter, Kreutzer, H.v.F., Reichardt, Neefe, Hiller, C.M. v. Weber u. a. Goedeke 8, 366, 53; Wagner 113; Valentin 1, 262.

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Deutsches Volksgesangbuch.HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Deutsche Gassenlieder.  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: DEUTSCHE GASSENLIEDER. ZÜRICH UND WINTERTHUR, LITERARISCHES COMPTOIR 1843. KLEINOKTAV. 56 S., GEBRÄUNT, UNTEN DURCHGEHENDER WASSERRAND. UNBESCHNITTEN. ORIGINALUMSCHLAG.

€ 175,–

Erstausgabe der in Bayern verbotenen Sammlung, die wie Hoffmanns sonstige politische Lyrik von den Freunden Fröbel und Follen herausgebracht wurde. Auch hier vertritt er die deutsche Sache, den nationalen, politischen und sozialen Fortschritt. - Keller 183; Wagner 86.

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Liebeslieder.  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: LIEBESLIEDER. MAINZ, J. G. WIRTH SOHN 1851. 137 S., 2 BL. STOCKFLECKIG. 1 S. GESTEMPELT. HALBLEINENBAND DER ZEIT.

€ 290,–-

Sehr seltene Erstausgabe. Die Sammlung enthält 113 Gedichte. Von keinem deutschen Dichter wurden soviele Gedichte vertont, wie von Hoffmann von Fallersleben. Der rhythmisch-melodische Fluß der Verse seiner volkstümlichen Lieder drängt unwillkürlich zum Singen (H. Reuter). - Bis 2016 nur 1 Exemplar auf deutschen Auktionen. - Wagner 119.

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Das Lied der Deutschen.  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: DAS LIED DER DEUTSCHEN. MELODIE NACH JOSEPH HAYDN'S "GOTT ERHALTE FRANZ DEN KAISER, UNSERN GUTEN KAISER FRANZ!". ARRANGIRT FÜR DIE SINGSTIMME MIT BEGLEITUNG DES PIANOFORTE ODER DER GUITARRE. HAMBURG, HOFFMANN UND CAMPE, STUTTGART, P. NEFF 1. SEPTEMBER 1841. QUART. DOPPELBLATT. ETWAS GEBRÄUNT. HALBLEINEN-KASSETTE.

€ 2800,–-

Erstausgabe der deutschen Nationalhymne, eines Dokumentes deutscher Geschichte. Begeistert von der englischen Königshymne "God Save the King" komponierte Joseph Haydn 1797 seine Kaiserhymne "Gott erhalte Franz den Kaiser". Zu dieser Melodie schrieb Hoffmann 1841 während eines Besuches auf Helgoland dieses Lied, das schnell große Popularität gewann. Ebert erklärte es dann 1922 zur deutschen Nationalhymne. Seit 1952 wird die dritte Strophe als Hymne gesungen und nach der Wiedervereinigung am 25. August 1991 von Bundespräsident R. v. Weizäcker und Bundeskanzler H. Kohl zur Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland erklärt. - Goedeke XIII, 364, 38.

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Unpolitische Lieder.  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: UNPOLITISCHE LIEDER. [TEIL 1 VON 2]. HAMBURG, HOFFMANN UND CAMPE 1840. S. III-XII, 205 S. OHNE DEN VORTITEL. TEILS STOCKFLECKIG. ADELIGES EXLIBRIS IM VORSATZ. HALBLEDERBAND DER ZEIT MIT ORNAMENTALER RÜCKENVERGOLDUNG.

€ 100,–-

Erstausgabe des ersten Teils. Mit diesen polemisch-satirischen Gedichten wendet sich Hoffmann "rücksichtslos gegen die verrotteten Zustände im Staat und in der Gesellschaft, sie sind revolutionär gegen Fürsten und Adel gerichtet" (E Muncker). "Daß die Deutschen noch keine Politik verstehen und treiben . . . und in entsprechendem Gegensatze dazu die lebhafte Sehnsucht nach jener pflichtmäßigen, thatkräftigen Nationalpolitik bilden den Grundton und das Hauptthema. … Die wesentlich nationalpolitische Bedeutung und Wirkung des ganzen geschichtlich so bedeutsam gewordenen Buches ist erkennbar. … Die Lieder … bieten in ihrer Gesamtheit gewissermaßen ein ganzes langes Register der einander ablösenden Stimmungen und Urteile des liberalen deutschen Bürgertums über eben so viele Ereignisse und Zeitfragen" (Chr. Petzet). - Wagner 73; Goedeke XIII, 363f., 35 a).

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Maitrank. Neue Lieder.  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: MAITRANK. NEUE LIEDER. PARIS, RENARDIER 1844. KLEINOKTAV. 1 BL., 54 S., (INHALT, S. [53/]54 NACH DEM TITELBLATT EINGEBUNDEN), 1 GEFALTETE NOTENBEILAGE IN LITHOGRAPHIE. ORIGINALUMSCHLAG.

€ 125,–-

Erstausgabe der 31 zeitkritischen Lieder, die nicht im Buchhandel waren und mit fingiertem Druckort erschienen. Hoffmann berichtet in 'Mein Leben', IV: "Drucker und Verleger wurden nie, auch mir nicht einmal, bekannt". Das Manuskript hatte er während seines Aufenthaltes in Mecklenburg im Mai 1844 einem Freunde übergeben. - Wagner 98.

 

HOFFMANN von FALLERSLEBEN, [A. H.]: Drei deutsche Sommerlieder  

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, [A. H.]: DREI DEUTSCHE SOMMERLIEDER. MANNHEIM, (H. HOFF) 1. MAI 1849. 8 S. PAPPBAND IM STIL DER ZEIT.

€ 250,–

Sehr seltene Erstausgabe dieser Sammlung dreier hochpolitischer Revolutionslieder. - "Ich bin ... hier ... in den alten preußischen Provinzen, wo das barbarische Landrecht gilt. Das Wenigste, was ich zu befürchten habe, wäre ein Pressprozess ... Wol hätten einige Kleinigkeiten ... Anlaß dazu hergeben können: ... . Drei deutsche Sommerlieder'' (Mein Leben V, 79): "Der Sommer ist gekommen!", "Feinde ringsum!" und "Die Kaisersucht". Von Hoff gedruckt, der schon Gutzkows und Laubes vom Verbot bedrohte Werke gesetzt hatte. Mit einer Verlagsanzeige auf Seite 8. - Goedeke XIII, 366, 58.

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Objekt des Monats März 2018

Erstausgabe von Georg Friedrich Händel - Tamerlane An Opera Compos'dErstausgabe von Georg Friedrich Händel - Tamerlane An Opera Compos'd

 

Zum 333. Geburtstag von Georg Friedrich Händel
(geboren am 5. März 1685 in Halle an der Saale, gestorben am 14. April 1759 in London)

HÄNDEL, G. F.: Tamerlane An Opera Compos'd by Mr. Handel And Corrected Figur'd by his own Hand. Engrav'd in Copper Plates ... [HWV 18] [Partitur]. London, Printed and sold by J. Cluer [1724]. Quart. 1 LS, 1 S. Privilegserklärung, 1 LS, Frontispiz,Titel, 1 S. Index., 89 Seiten. Notiz von alter Hand auf dem Vorsatz. Kleines Datum (Abschluss der Komposition) von alter Hand im weißen Rand des Titels. Lederband der Zeit. Titelschildchen in Gold auf rotem Maroquin. Gelenke gelockert. Gebrauchsspuren, Lederverlust an den Ecken.

€ 8000,–-

Erstausgabe der Partitur einer der frühen Händel-Opern mit dem prächtigen Frontispiz in Kupferstich. Händel, der die Position des Musiklehrers der Prinzessinnen innehatte, erwies dem Hof die Gefälligkeit, vom gegen Ludwig XIV von Frankreich gerichteten Theaterstück "Tamerlane" eine Opernversion anzufertigen. Das Stück, das die Opernsaison im King's Theatre Haymarket am 31.10.1724 eröffnete wurde alleine im Oktober und November neunmal aufgeführt und somit ein großer Erfolg. Heute zählt die Oper zu den bedeutendsten Händels. Sie handelt vom Machtkampf zwischen dem mongolischen Eroberer Tamerlano und dem Sultan des osmanischen Reiches Bajazet, der dessen Gefangener ist. Tamerlano begehrt Asteria, die Tochter Bajazets, doch der Vater will eher sterben als die Tochter dem Feind zu überlassen. Die Hauptfigur des Bajazets wurde entgegen der damaligen Gepflogenheiten von einem Tenor gesungen, während der mongolische Eroberer von einem Countertenor verkörpert wird. Am Schluss des dritten Aktes schuf Händel mit dem groß angelegten Selbstmord Bajazets eine der außergewöhnlichsten und erschütterndsten Szenen seines Opernschaffens. Der Tyrann lässt sich dadurch erweichen, überläßt Asteria ihrem Geliebten Andronico und heiratet seine Verlobte Irene. - Im Jahr 2012 begeisterte Placido Domingo das Salzburger Festspielpublikum in der Rolle des Bajazets und machte die Oper damit zu einem Highlight der Festspiele. - Exemplar aus dem Besitz des blinden Harfenisten John Parry mit dessen handschriftlichem Ex-Libris. - Slg. Hoboken 43; Smith, 72/1; RISM H 350.

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Objekt des Monats Februar 2018

Erstausgabe von Carl Orffs Oper „Die Kluge“

 

Zum 75. Jahrestag der Uraufführung von Carl Orffs Oper „Die Kluge“

Mit dem Objekt des Monats Februar erinnern wir an den 75. Jahrestag der Uraufführung von Carl Orffs Oper „Die Kluge“, die am 20. Februar 1943 auf den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main stattfand.

ORFF, C.: Die Kluge. Die Geschichte von dem König und der klugen Frau. Klavierauszug. Mainz, B. Schott's Söhne (VerlagsNr. B. S. S. 36698) (1942). Folio. 2 Bl., 140 S. Titel mit eigenhändiger Widmung von Carl Orff. Originalkarton mit farbiger Illustration von Caspar Neher. Rücken überklebt. (Edition Schott 2868).

€ 400,–-

Erstausgabe mit eigenhändiger Widmung von Carl Orff an den amerikanischen Dirigenten "Newell Jenkins in Wiedersehensfreude Weihnachten 1945". - Orff verfasste das Libretto selbst. Als Vorlage diente das Märchen "die kluge Bauerstochter" der Gebrüder Grimm. In dem Bühnenstück übt Orff Kritik am damaligen Regime, das die nationalsozialistischen Machthaber damals nicht recht durchschauten: "... wer viel hat . . . hat auch die Macht . . . und wer die Macht hat, hat das Recht . . . und wer das Recht hat, beugt es auch, denn über allem herrscht Gewalt!" Orff bezeichnete die "Kluge" als "eine Geschichte, kein Märchen, von lauter Lebendigen lebendig gespielt". Das Stück wurde nach den "Carmina burana" zu seinem erfolgreichsten Werk. - Orff-Dokumentation V, 269; BSB 12, 4772; CPM 43, 331.

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