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Objekt des Monats Januar 2015

Matthias Claudius - ASMUS omnia sua SECUM portans

 

Zum 200. Todestag von Matthias Claudius
(15.8.1740 – 21.1.1815)


Matthias Claudius kommt 1740 zur Zeit der Aufklärung zur Welt. In Plön besuchte er die Lateinschule. Studium in Jena. 1771 - 1775 gibt er die von J. J. Bode begründete Volkszeitung ‚Der Wandsbecker Bothe', die viermal wöchentlich erscheint, heraus. Lebte auch später meist in Wandsbeck (heute Wandsbek), dann in Altona und Hamburg. Zu seiner Zeit wirken u.a. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) und Bettina von Arnim (1785 – 1859). Claudius stand dem Kreis um F. G. Klopstock, J. H. Voss und F. L. Stolberg in Eutin nahe und vertrat gemeinsam mit J. K. Lavater, F. H. Jacobi, J. G. Herder und J. G. Hamann einen christlichen und volksnahen Realismus. In Gedichten fand er seinen eigenen gemütstiefen, fast kindlichen Ton. Am bekanntesten sein Abendlied ‚Der Mond ist aufgegangen', 1779 entstanden. Im Dezember 1814 Übersiedlung nach Hamburg in das Haus seines Schwiegersohnes Perthes. Am 21. Januar 1815 stirbt Claudius in Hamburg. Seine Beisetzung erfolgt am 25. Januar 1815 in Wandsbeck.

Mit dem Werk ‚ASMUS omnia sua SECUM portans', „ein buntscheckiges Mosaik, das frühere Zeitungsbeiträge mit neuen Aufsätzen u. Gedichten zu einem bewußt komponierten Ganzen vereinigte. ... schuf (sich) Claudius ... einen bleibenden Platz in der deutschen Literaturgeschichte." (Killy 2, 425).

WANDSBECKER BOTE. - [CLAUDIUS, Matthias]: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen. 8 Teile in 7 Bänden. Breslau und Hamburg, Beym Verfasser, und in Commission bey G. Löwe, in Commission bey F. Perthes, N. C. Wörmer [1775]-1812. 8 Holzschnitt-Titelvignetten; 15 Kupfer auf Tafeln und im Text, davon 9 von Chodowiecki und Schellenberg; 2 Notentafeln, 12 Holzschnitte im Text. Titel gestempelt. Vereinzelt stockfleckig. Eintragung von alter Hand (Bd. 1). Schöne Pappbände der Zeit.

€ 2800,-


Schönes, komplettes Exemplar der ersten Gesamtausgabe, in Form einer Zeitschrift, davon 4 Bände in Originalausgabe. Das Sammelwerk enthält zahlreiche Rezensionen der Sturm- und Drangzeit. Das Werk, bei dem Claudius mehrmals den Verleger wechselte, erschien von 1775-1812 mit Texten aus den verschiedenen Lebensphasen des Autors. Die Teile 1-3 enthalten Berichte aus dem literarischen Leben um 1775 mit Rezensionen über Aufführungen z. B. "Minna von Barnhelm'', "Emilia Galotti'', "Götz von Berlichingen'' und anderer zeitgenössischer Theaterereignisse. Claudius wusste zu der Zeit nichts von Goethes Autorschaft. 1773 schreibt er an Herder "Wer hat den Götz von Berlichingen geschrieben? Mir sagt man ein Advokat in Frankfurt". Außerdem findet man Buchbesprechungen wie: Goethes "Leiden des jungen Werthers'' ("weiss nicht, ob'sn Geschicht oder n'Gedicht ist ..."), Klopstocks "Oden'', Herders "Blätter von Deutscher Art und Kunst'', Lenz "Der Hofmeister'' u. a. - Im „Anhang zum 5ten Theil", die sehr seltene Streitschrift "Von und Mit dem ungenannten Verfasser [d. i. A. v. Hennings] der: ‚Bemerkungen' über das H.O.C.R. und G.S. Callisen Versuch den Werth der Aufklährung unsrer Zeit betreffend". - Engelmann, 207, 468-73, 625, 654; vgl. Platschek in C's Sämmtliche Werke 1991, S. 994 ff. - „Einstens kam der bekannte Volksdichter, Matthias Claudius, der Wandsbecker Bote genannt, nach Berlin, und eilte, auch den damals noch etwas geltenden Burmann persönlich kennen zu lernen. Er klopft an sein Zimmer. Burmann ruft: „Herein!" Als Claudius eintritt, fragt Burmann: „Wer sind Sie?" – „Ich bin der Wandsbecker Bote" erwiedert Claudius. Burmann geräth so außer sich vor Freude, daß er sich auf die Erde wirft, und sich jauchzend um den Tisch wälzt. Claudius glaubt, diesen solennen Empfang auch nicht frostig erwiedern zu dürfen, sondern streckt sich gleichfalls auf den Fußboden, und kollert sich nach. Erst nachdem die Runde um den Tisch ein paarmal vollendet ist, sinken sich die beiden Schöngeister in die Arme." (Jördens, Denkwürdigkeiten, Charakterzüge und Anekdoten ... Bd. 1, S. 74). – Gottlob Wilhelm Burmann, eigentlich Bormann (1737-1805), redigierte eine Zeit lang die „Spenersche Zeitung". (Bestell-Nr. 16983)

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