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SAINT-AUBIN, A. de: "Le Concert. A Madame La Comteße de Saint Brißon". Radierung und Kupferstich von A. J. Duclos nach A. de Saint-Aubin. [1774]. 32 x 43 cm. Kleine Beschädigung am rechten Blattrand. Unterer Blattrand leicht gebräunt. Unter Passepartout in Goldrahmen.

Artikelnummer: 28087
1000,00 €

Beschreibung

MEISTERHAFTE HYBRIDTECHNIK: RADIERUNG UND KUPFERSTICH AUF HÖCHSTEM NIVEAU Erstdruck dieser dekorativen Darstellung eines Kammerkonzertes am Hofe. Es handelt sich um ein außergewöhnlich anspruchsvoll gestaltete und ausgeführte Darstellung. Die Radierung "Le Concert" gehört zu den herausragenden Beispielen der französischen Druckgrafik der 1770er Jahre, in denen zeichnerische Freiheit, soziale Beobachtung und technische Perfektion eine seltene Verbindung eingehen. Gezeigt wird eine größere Gesellschaft die sich zwar um die inmitten eines kreisförmigen Salons aufgestellten Musiker gruppiert, dennoch dem Spiel offenbar keine große Aufmerksamkeit widmet. Gespielt wird eine Triosonate, ausgeführt auf den einfach besetzten "vocales aequales" Querflöte, Violine, Cembalo und Violoncello. Eine Harfe, Kontrabass und andere Instrumente stehen unbenutzt bereit. Der lang gestreckte Flügel betont augenfällig die hier noch im Jahre 1773 anerkannte fundamentale Rolle des Tasteninstruments, das mit der Suspendierung des Generalbasses in der Kammermusik der Klassik so sehr an Gewicht verlor, dass es etwa im Streichtrio gänzlich ausgeschaltet wurde. In diesem Bilde begegnet somit vor dem radikalen Wandel, den gesellschaftlich wie auch in den Musiziergepflogenheiten die Französische Revolution von 1789 bewegte, eine Szenerie, welche die alte Aristokratie noch im vollen Prunke ihres Daseins zeigt. Dieser exklusiven Gesellschaftsschicht diente die Musik zumeist nur zur Steigerung des Lebensgenusses ohne sonderliche geistige Beanspruchung, das sich dann nach der Französischen Revolution von 1789 grundlegend änderte (vgl. Salmen). - Augustin de Saint-Aubin (1736-1807) spiegelt in vortrefflicher Weise die Eleganz der Kultur des ausgehenden 18. Jahrhunderts wider. Er "nimmt unter den großen Stechern einen hervorragenden Rang ein" (Thieme-Becker XXIX, 319). Diese Grafik war so berühmt und nachgefragt, dass in späteren Jahren weitere Abzüge und Neuauflagen erschienen, etwa um ca. 1820 von dem Stecher L. Provost. - Salmen, Haus- und Kammermusik, S. 104; Kinsky, Geschichte der Musik in Bildern, S. 247,1.

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