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[WERNER, F. L. Z.]: Martin Luther, oder die Weihe der Kraft. Eine Tragödie vom Verfasser der Söhne des Thales. Berlin J. D. Sander 1807. Gestochenes Frontispiz, Kupfertitel mit Vignette, XXI S., 1 Bl., 381 S., 5 Kupfertafeln, 1 gefaltete Notenbeilage, 1 kolorierte Falttafel. Anfangs wasserrandig, teils leicht stockfleckig. Pappband der Zeit.

Artikelnummer: 29602
400,00 €

Beschreibung

Exemplar mit der außerordentlich seltenen kolorierten Kupfer-Falttafel: Luther vor dem Reichstags-Palast in Worms. Erstausgabe des ersten großen Lutherdramas der deutschen Literatur, dessen Postulate Werner nach seinem Übertritt zum Katholizismus durch "Die Weihe der Unkraft" widerrief. Mit Iffland in der Titelrolle wurde das von diesem angeregte und bereits im Juni 1806 in Berlin uraufgeführte Schauspiel zu Werners größtem Bühnenerfolg, löste aber auch heftige Kontroversen aus. Zwar nicht von der Zensur verboten wurde das Stück aber auf Weisung Friedrich Wilhelm III. - veranlasst durch die Kritik in der "Spenerschen Zeitung" - nach 15 Aufführungen abgesetzt. Eine parodistische Schlittenfahrt des Wachregiments, die unmittelbar nach dieser 15. Vorstellung stattfand, entwickelte sich zu einem umfassenden Skandal, dem Fontane in seinem "Schach von Wuthenow" eine zentrale Rolle gab. - E. T. A. Hoffmann war mit Werner während seiner Kindheit in Königsberg und später in Warschau befreundet. - Goedeke VI, 94, 4; Houben II, 571; Voerster, Hoffmann-Forschungen S. 102 f.

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