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HOFFMANN, E. T. A.: Die Geheimnisse. Fortsetzung des Fragments aus dem Leben eines Fantasten: die Irrungen. [In]: Berlinischer Taschen-Kalender auf das Gemein-Jahr 1822. Herausgegeben von der Kön: Preuß: Kalender-Deputation. [Berlin 1821]. Duodez. Gestochener Titel, 11 Bl., 332, 28 (Genealogie), 102 (Postscourse und Register) S. Insgesamt 12 Kupfertafeln. Vereinzelt etwas gebräunt. Goldschnitt. Buntpapiervorsätze. Leichte Gebrauchsspuren. Roter Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung und Goldverzierungen auf den Deckeln.

Artikelnummer: 24140
400,00 €

Beschreibung

Erstdruck der 1821 entstandenen, 90-seitigen Erzählung, die als "Fortsetzung" der "Irrungen" entstanden war und von der keine Handschrift existiert. "Diese beiden Erzählungen enthalten noch fantastischere Erfindungen als die meisten früheren Werke Hoffmanns, aber sie sind zugleich auch stärker im Realen verankert, im Berlin" um 1820. Dabei werden bekannte Straßen, Plätze, Ereignisse, Adressen in die Erzählungen einbezogen. "Hoffmann setzt in diesen Erzählungen fort, was er in den 'Kreisleriana' begonnen und in 'Klein Zaches' und 'Kater Murr' zu Höhepunkten geführt hatte: die satirische Darstellung der zeitgenössischen Gesellschaft" (Steinecke in HSW Bd. 5, S. 1075 ff). Die Satire richtet sich auch gegen den sich ausbreitenden Philhellenismus, die Graecomanie, dem neuesten Modetrend der blasierten Berliner Gesellschaft. Solche Griechenland-Begeisterung steigerte sich in Deutschland seit dem Griechenland-Aufstand 1821. "Hoffmanns Erzählung nimmt karikierend Überspanntheiten vorweg, zu denen der Philhellenismius in der Folgezeit tatsächlich führte" (HSW Bd. 5, S. 1079). Der "Text wird damit zu einem der frühesten Beispiele der literarischen Beschäftigung mit diesem zentralen Ereignis der europäischen Geschichte der Zeit" (Steinecke S. 412). - Der Jahrgang enthält u. a. 3 Kupfer zu Werken von Hoffmann. F. Meyer fertigte 2 Kupfer für die "Irrungen" nach Zeichnungen von U. L. Wolf an. Das 3. Kupfer stammt von C. F. Thiele zu "Die Geheimnisse" nach der Zeichnung von H. Stilke. "Gezeigt wird die Szene, in der Baron Theodor von S. am Hause des Bankiers Simson vorbeireitend diesen beschimpft und vergebens versucht, sich unerkannt zu entfernen" (HSW Bd. 5, S. 1066). - Salomon 165; Voerster S. 87; HSW Bd. 5, S. 1062 ff.; Riemer S. 15 und 232 (nennt nur 2 Kupfer). - Der Jg. enthält weitere Beiträge: Nida: Wechsel des Schicksals. Novelle; Reinbeck: Orestes. Heroische Oper ... nebst einem Vorwort über die deutsche Oper; Streckfuß (Übers.): Tasso' s befreites Jerusalem; Haug: Gedichte; Kalendarium; Genealogie des Königl. Preußischen Hauses und der übrigen Regenten in Europa sowie ein Verzeichnis der bedeutendsten Postcourse der fahrenden und reitenden Post im Junius 1821 (102 S.). - Köhring S. 156; Goedeke VIII, 92, 179.

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