Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats Juni 2011

Lessing - Die Gefangenen  

Eine der seltensten Erstausgaben von Gotthold Ephraim Lessing überhaupt!

[LESSING, G. E.]: Die Gefangenen, ein Lustspiel. Aus dem Lateinischen des M. Accius Plautus übersetzt [von Lessing]. Stuttgart, J. B. Metzler 1750. 72 S., Holzschnitt-Titelvignette, 3 Holzschnittvignetten im Text. Frisches Exemplar. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 4000,-


Rarissimum. Eine der seltensten Erstausgaben von Lessing überhaupt. Diese erste Buchausgabe ist so selten, dass Muncker für seine Edition kein Exemplar finden konnte und mit sekundären Quellen arbeiten musste. Lessing hatte umfangreiche Plautinische Forschungen betrieben und wollte dessen Stücke auch dem deutschen Publikum zugänglich machen, das hinter Frankreich, Italien und England zurückstand. "Die Übersetzung der 'Gefangenen' beruht, ... auf richtigen Principien. Lessing ... ersetzt lateinischen Witz durch deutschen und ... (wird) zum frei nachdichtenden Bearbeiter für ein schauendes Publicum ..." (E. Schmidt, Lessing, Bd. 1, S. 171). Lessing glaubt, dass die 'Gefangenen' "dem Ideal der Komödie am nächsten rücke" und preist es "als das schönste Stück, das jemals auf die Bühne gekommen sei ..." (ders., S. 170). - Muncker 325; Redlich 679; Goedeke IV,1, 359,25.

(Bestell-Nr. 16630)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats Mai 2011

ENSCHEDE. - HAERLEMSE ZANGEN: In Musicq gesteld by de Heeren Marpurg, Agricola, Schale, Nichelman, Bach  

Der erste holländische Musik-Typen-Druck (statt Stichplatte) von Johann Michael Fleischmann (1701 - 1768).

ENSCHEDE. - HAERLEMSE ZANGEN: In Musicq gesteld by de Heeren Marpurg, Agricola, Schale, Nichelman, Bach, en andere vermaarde Componisten, en in Nederduytse Dichtmaat overgebracht door J. J. D[usterhoop]. Haerlem, Izaaken Joh. Enschede 1761. Quer-Quart. IV, 50 S., 2 Bl. Pappband im Stil der Zeit. Gutes Exemplar.

- verkauft -


Der erste, sehr seltene holländische Musik-Typen-Druck (statt Stichplatte) mit von Johann Michael Fleischmann geschnittenen Typen. "Unquestionably the greatest punchcutter of the 18th century ..." (Ch. Enschede, Typefoundries in the Netherlands, S. 236 - 239). - "Als der Erfinder des Musikdrucks mit beweglichen Typen und als erster Musikverleger gilt mit Recht Ottaviano Petrucci (1466 - 1539)" (LGB² V, 614). Musiknoten auf der Buchdruckerpresse zu drucken wurde imer wieder durch neue Verfahren wesentlich verbessert. Doch im allgemeinen bediente man sich für den Druck von Musikalien der Kupferplatten, da es bislang noch nicht vollkommen erreicht war, alle vorkommenden Bezeichnungen durch bewegliche Typen wiederzugeben. Dies gelang erst Breitkopf in Leipzig im Jahre 1755. Die 1756 von F. W. Marpurg (1718 - 1795) herausgegebene Liedsammlung "Berlinische Oden und Lieder" war für die Haarlemer Giesserei und Druckerei von Izaak und Johannes Enschede Veranlassung zur selbstständigen Herstellung des ersten vollständigen Satzes von Notentypen in Holland, welches ihr mit der hier vorliegenden Ausgabe der "Haerlemse Zangen" von 1761 gelang. Fleischmann (1701 - 1768), einer der begabtesten und bedeutendsten Stempel- und Schriftschneider seiner Zeit, arbeitete nahezu zwei Jahre an den aufwendigen Drucktypen, hierzu fertigte er 226 Stempel und 240 Gussformen. Die Giesserei und Druckerei von Enschede in Haarlem hatte damals einen bedeutenden Weltruf, mit den beweglichen Drucktypen leitete sie eine neue Phase der Musikdruckerkunst in Holland ein.

(Bestell-Nr. 26647)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats April 2011

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede  

Das Objekt des Monats April im Antiquariat J. Voerster ist eine Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass) von Georg Sohn.

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede . . . Vom Vrsprung der alten löblichen Vniversitet Heydelberg / vnd was sich bey derselben denckwürdig zugetragen. Gehalten im Jahr 1587. den 30. Novembris, vnd damals auss dem Lateinischen durch B[artholomäus] P[itiscus] verdeutscht. Jetz aber erstmals in druck gegeben. Heidelberg, J. Lancellot 1615. 72 S., S. 51/52, 55/56, 59/60 und 63/64 verheftet.Titelbordüre aus Holzschnittzieraten, teils gebräunt. Reizvoller Pappband mit Brokatpapierüberzug.

€ 1100,-


Selten. Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass), eine der frühesten Abhandlungen zur Geschichte der Universität Heidelberg, der ältesten deutschen Universität. Die Jubiläumsrede "ist lebendig weil anschaulich, ebenso material- und detailreich - nach den Acta der Universität - wie summarisch und bündig" (R. Düchting). Die erste Säkularfeier der 1386 gegründeten alma mater - "1486 wurde noch nicht jubiliert" (R. D.) - wurde nur mit dieser in Latein gehaltenen Festrede begangen. Schon kurz danach ist sie von dem kurfürstlichen Oberhofprediger Pitiscus übersetzt worden für den des Latein unkundigen Administrator Johann Casimir, doch die Drucke erschienen erst wesentlich später: der lateinische 1607, der deutsche 1615, 2 Jahre nach dem Tod des Übersetzers. "Die Drucke sind als akademische Gelegenheitsschriften von höchster Seltenheit" (R. D.). Sohn, reformierter Theologe und Prorektor, hat die Stiftung und Geschichte der Universität als erster dargestellt mit einer längeren historischen Betrachtung von Anfang, Fortgang und Erhaltung der Universität und einer kürzeren des Dankes und der Fürbitten.

(Bestell-Nr. 9806)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats März 2011

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis.  

Das Objekt des Monats März im Antiquariat J. Voerster ist ein spätmittelalterliches Gesta Romanorum.

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis. (Venedig, Georg de Rusconibus 26. April 1516). CXLIII, 9 Bl., Holzschnitt-Druckermarke als Titelvignette, 1 Holzschnitt-Initiale. Text in gotischer Type zweispaltig. Obere äußere Ecke braunfleckig. Wenige minimale Wurmspuren. Titel mit alten handschriftlichen Besitzvermerken. Vorsatz mit Exlibris und Besitzvermerk. Einband aus früherem Pergament- manuskriptblatt. Rücken über einem Bund ausgebrochen.

- verkauft -


Die berühmte im 13. Jahrhundert entstandene Sammlung von Legenden, Märchen, Sagen und Anekdoten - in Latein - basiert auf römischen Schriftstellern und Darstellungen aus der römischen Geschichte mit religiös-mystischen Erklärungen. Diesen wurde später - der weitaus größere Teil - weitere frei erfundene oder anderweitig entnommene Stücke hinzugefügt, wobei einige Erzählungen auch aus orientalischen Quellen stammen. Diese Edition enthält 181 Kapitel. Das Werk war bis zur Renaissance ein volkstümliches Lesebuch und eine Fundgrube für erbauende wie unterhaltsame Erzählungen mit einprägsamen Sprüchen und Lebensweisheiten. Dieses älteste Märchen-und Legendenbuch des christlichen Mittelalters wurde u.a. von Hans Sachs und Burkard Waldis benutzt und diente Chaucer und Shakespeare als Quelle. Auch Schiller bediente sich seiner für seine Ballade "Die Bürgschaft". - Über das Schach-Spiel Cap. 166. - Exemplar aus dem Besitz von E. Grisebach. - Graesse III, 74; Grisebach 298.

(Bestell-Nr. 20751)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     
Logo VDA Unser Antiquariat ist Mitglied im traditionsreichen Verband der deutschen Antiquare (VDA) und der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB). ILAB Logo