Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats April 2011

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede  

Das Objekt des Monats April im Antiquariat J. Voerster ist eine Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass) von Georg Sohn.

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede . . . Vom Vrsprung der alten löblichen Vniversitet Heydelberg / vnd was sich bey derselben denckwürdig zugetragen. Gehalten im Jahr 1587. den 30. Novembris, vnd damals auss dem Lateinischen durch B[artholomäus] P[itiscus] verdeutscht. Jetz aber erstmals in druck gegeben. Heidelberg, J. Lancellot 1615. 72 S., S. 51/52, 55/56, 59/60 und 63/64 verheftet.Titelbordüre aus Holzschnittzieraten, teils gebräunt. Reizvoller Pappband mit Brokatpapierüberzug.

€ 1100,-


Selten. Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass), eine der frühesten Abhandlungen zur Geschichte der Universität Heidelberg, der ältesten deutschen Universität. Die Jubiläumsrede "ist lebendig weil anschaulich, ebenso material- und detailreich - nach den Acta der Universität - wie summarisch und bündig" (R. Düchting). Die erste Säkularfeier der 1386 gegründeten alma mater - "1486 wurde noch nicht jubiliert" (R. D.) - wurde nur mit dieser in Latein gehaltenen Festrede begangen. Schon kurz danach ist sie von dem kurfürstlichen Oberhofprediger Pitiscus übersetzt worden für den des Latein unkundigen Administrator Johann Casimir, doch die Drucke erschienen erst wesentlich später: der lateinische 1607, der deutsche 1615, 2 Jahre nach dem Tod des Übersetzers. "Die Drucke sind als akademische Gelegenheitsschriften von höchster Seltenheit" (R. D.). Sohn, reformierter Theologe und Prorektor, hat die Stiftung und Geschichte der Universität als erster dargestellt mit einer längeren historischen Betrachtung von Anfang, Fortgang und Erhaltung der Universität und einer kürzeren des Dankes und der Fürbitten.

(Bestell-Nr. 9806)

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Objekt des Monats März 2011

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis.  

Das Objekt des Monats März im Antiquariat J. Voerster ist ein spätmittelalterliches Gesta Romanorum.

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis. (Venedig, Georg de Rusconibus 26. April 1516). CXLIII, 9 Bl., Holzschnitt-Druckermarke als Titelvignette, 1 Holzschnitt-Initiale. Text in gotischer Type zweispaltig. Obere äußere Ecke braunfleckig. Wenige minimale Wurmspuren. Titel mit alten handschriftlichen Besitzvermerken. Vorsatz mit Exlibris und Besitzvermerk. Einband aus früherem Pergament- manuskriptblatt. Rücken über einem Bund ausgebrochen.

- verkauft -


Die berühmte im 13. Jahrhundert entstandene Sammlung von Legenden, Märchen, Sagen und Anekdoten - in Latein - basiert auf römischen Schriftstellern und Darstellungen aus der römischen Geschichte mit religiös-mystischen Erklärungen. Diesen wurde später - der weitaus größere Teil - weitere frei erfundene oder anderweitig entnommene Stücke hinzugefügt, wobei einige Erzählungen auch aus orientalischen Quellen stammen. Diese Edition enthält 181 Kapitel. Das Werk war bis zur Renaissance ein volkstümliches Lesebuch und eine Fundgrube für erbauende wie unterhaltsame Erzählungen mit einprägsamen Sprüchen und Lebensweisheiten. Dieses älteste Märchen-und Legendenbuch des christlichen Mittelalters wurde u.a. von Hans Sachs und Burkard Waldis benutzt und diente Chaucer und Shakespeare als Quelle. Auch Schiller bediente sich seiner für seine Ballade "Die Bürgschaft". - Über das Schach-Spiel Cap. 166. - Exemplar aus dem Besitz von E. Grisebach. - Graesse III, 74; Grisebach 298.

(Bestell-Nr. 20751)

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Objekt des Monats Februar 2011

Georg Neumark - Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum   Das Objekt des Monats Februar im Antiquariat J. Voerster ist ein Widmungsexemplar von Georg Neumark für seinen Fürsten Herzog Moritz von Sachsen.

(NEUMARK, GEORG): Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum. Oder Ausführlicher Bericht / Von der Hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschaft Anfang / Absehn / Satzungen / Eigenschaft / und deroselben Fortpflantzung ... samt einem vollkommenen Verzeichnüss / aller / dieses Palmen-Ordens Mitglieder . . . Nürnberg, J. H. Schmid für J. Hoffmann (1668). Porträt-Kupfer von A. Böhner als Frontispiz, Kupfertitel, 22 Bl., 480 (recte 478) S., 39 Bl., 31 Kupfertafeln und einige Holzschnitte im Text. Eigenhändige Widmung Neumarks auf Porträt-Rückseite, alte Marginalien im Vorsatz. Einige Bl. im Rand ausgerissen. Gebräunt. Kalblederband der Zeit, Kapitale beschädigt. Fleural gepunzter Goldschnitt.

€ 5000,-


WIDMUNGSEXEMPLAR des Verfassers für seinen Fürsten Herzog Moritz von Sachsen. Selten. Erstausgabe dieser wichtigsten und maßgeblichen Quelle zur Geschichte der Fruchtbringenden Gesellschaft, die zu dieser Zeit 806 Mitglieder zählte, mit deren Verzeichnis. Seit 1653 ist Neumark als "Ertzschreinhalter" der geistige Kopf der Gesellschaft, deren Präsident seit 1662 Herzog August von Sachsen ist. Neumark will mit seinem Werk den 1647 erschienenen Bericht Hilles fortsetzen und ergänzen. Die "wegen Zeitmangels nicht so genaue" Zusammenstellung der Gesellschaftsnamen wurde später durch Behrndt und Herdegen-Amarantes auf die vollständige Anzahl von 890 ergänzt. Mit Dedications-Gedichten von S. v. Birken, A. Olearius, C. Stieler und E. C. Homburg. Die kräftigen Kupfer zeigen Porträts der Ordensoberhäupter, Wappen, allegorische Darstellungen, Gründungsszenen und die Ansicht der Wilhelmsburg in Weimar. Seinen besonderen Wert erhält unser Exemplar durch die ganzseitige eigenhändige Widmung Neumarks an den "Sittsamen" Moritz von Sachsen.- Dünnhaupt IV, 2974, 53; Manheimer 274; Seebass 666, Faber du Faur 169.


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Objekt des Monats Januar 2011

Eigenhändiges Gedichtmanuskript von Wilhelm Carl Grimm  

Als Objekt des Monats Januar bietet das Antiquariat J. Voerster zum 225. Geburtstag von Wilhelm Carl Grimms am 24. Februar 2011 ein eigenhändiges Gedichtmanuskript des Dichters an.

GRIMM, Wilhelm Carl, [1786-1859]: Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit Widmung und Unterschrift. Frankfurt, 4. October 1821. Gross-Oktav. 1 Seite.

- verkauft -


14zeiliges Gedicht, versehen mit einer 4zeiligen Widmung. "Zwei Bäume stehen draus in Gottes Feld, / die schütteln sich, wenn Thau vom Himmel fällt, / die wiegen sich bewegt, sobald die Morgensonne die Wipfel ihnen rührt, zu eines Tages Wonne. / ... / O, lieber Gott, laß sie in langen Jahren / noch deines Himmels milde Gunst erfahren / und wo der Erde schwere Wolken drücken, / laß deiner Sonne Strahl dazwischen blicken". - Darunter die Widmung: "Sie haben mir, wie ich ankam, als einem Fremden die Hand gereicht, weil er ein Freund von Thomas war; ich will sie Ihnen beim Abschied mit herzlicher Freundschaft zurückgeben". Wilhelm war 1821 nach Frankfurt gereist. - Der in der Widmung erwähnte Johann Gerhard Christian Thomas (1785-1838) war u. a. Senator und Bürgermeister in Frankfurt. - Wilhelm Grimm veröffentliche 1821 seine Arbeit "Über deutsche Runen". - Gedichtmanuskripte von Wilhelm Grimm sind sehr selten im Handel.

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