Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats Mai 2011

ENSCHEDE. - HAERLEMSE ZANGEN: In Musicq gesteld by de Heeren Marpurg, Agricola, Schale, Nichelman, Bach  

Der erste holländische Musik-Typen-Druck (statt Stichplatte) von Johann Michael Fleischmann (1701 - 1768).

ENSCHEDE. - HAERLEMSE ZANGEN: In Musicq gesteld by de Heeren Marpurg, Agricola, Schale, Nichelman, Bach, en andere vermaarde Componisten, en in Nederduytse Dichtmaat overgebracht door J. J. D[usterhoop]. Haerlem, Izaaken Joh. Enschede 1761. Quer-Quart. IV, 50 S., 2 Bl. Pappband im Stil der Zeit. Gutes Exemplar.

- verkauft -


Der erste, sehr seltene holländische Musik-Typen-Druck (statt Stichplatte) mit von Johann Michael Fleischmann geschnittenen Typen. "Unquestionably the greatest punchcutter of the 18th century ..." (Ch. Enschede, Typefoundries in the Netherlands, S. 236 - 239). - "Als der Erfinder des Musikdrucks mit beweglichen Typen und als erster Musikverleger gilt mit Recht Ottaviano Petrucci (1466 - 1539)" (LGB² V, 614). Musiknoten auf der Buchdruckerpresse zu drucken wurde imer wieder durch neue Verfahren wesentlich verbessert. Doch im allgemeinen bediente man sich für den Druck von Musikalien der Kupferplatten, da es bislang noch nicht vollkommen erreicht war, alle vorkommenden Bezeichnungen durch bewegliche Typen wiederzugeben. Dies gelang erst Breitkopf in Leipzig im Jahre 1755. Die 1756 von F. W. Marpurg (1718 - 1795) herausgegebene Liedsammlung "Berlinische Oden und Lieder" war für die Haarlemer Giesserei und Druckerei von Izaak und Johannes Enschede Veranlassung zur selbstständigen Herstellung des ersten vollständigen Satzes von Notentypen in Holland, welches ihr mit der hier vorliegenden Ausgabe der "Haerlemse Zangen" von 1761 gelang. Fleischmann (1701 - 1768), einer der begabtesten und bedeutendsten Stempel- und Schriftschneider seiner Zeit, arbeitete nahezu zwei Jahre an den aufwendigen Drucktypen, hierzu fertigte er 226 Stempel und 240 Gussformen. Die Giesserei und Druckerei von Enschede in Haarlem hatte damals einen bedeutenden Weltruf, mit den beweglichen Drucktypen leitete sie eine neue Phase der Musikdruckerkunst in Holland ein.

(Bestell-Nr. 26647)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats April 2011

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede  

Das Objekt des Monats April im Antiquariat J. Voerster ist eine Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass) von Georg Sohn.

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede . . . Vom Vrsprung der alten löblichen Vniversitet Heydelberg / vnd was sich bey derselben denckwürdig zugetragen. Gehalten im Jahr 1587. den 30. Novembris, vnd damals auss dem Lateinischen durch B[artholomäus] P[itiscus] verdeutscht. Jetz aber erstmals in druck gegeben. Heidelberg, J. Lancellot 1615. 72 S., S. 51/52, 55/56, 59/60 und 63/64 verheftet.Titelbordüre aus Holzschnittzieraten, teils gebräunt. Reizvoller Pappband mit Brokatpapierüberzug.

€ 1100,-


Selten. Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass), eine der frühesten Abhandlungen zur Geschichte der Universität Heidelberg, der ältesten deutschen Universität. Die Jubiläumsrede "ist lebendig weil anschaulich, ebenso material- und detailreich - nach den Acta der Universität - wie summarisch und bündig" (R. Düchting). Die erste Säkularfeier der 1386 gegründeten alma mater - "1486 wurde noch nicht jubiliert" (R. D.) - wurde nur mit dieser in Latein gehaltenen Festrede begangen. Schon kurz danach ist sie von dem kurfürstlichen Oberhofprediger Pitiscus übersetzt worden für den des Latein unkundigen Administrator Johann Casimir, doch die Drucke erschienen erst wesentlich später: der lateinische 1607, der deutsche 1615, 2 Jahre nach dem Tod des Übersetzers. "Die Drucke sind als akademische Gelegenheitsschriften von höchster Seltenheit" (R. D.). Sohn, reformierter Theologe und Prorektor, hat die Stiftung und Geschichte der Universität als erster dargestellt mit einer längeren historischen Betrachtung von Anfang, Fortgang und Erhaltung der Universität und einer kürzeren des Dankes und der Fürbitten.

(Bestell-Nr. 9806)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats März 2011

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis.  

Das Objekt des Monats März im Antiquariat J. Voerster ist ein spätmittelalterliches Gesta Romanorum.

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis. (Venedig, Georg de Rusconibus 26. April 1516). CXLIII, 9 Bl., Holzschnitt-Druckermarke als Titelvignette, 1 Holzschnitt-Initiale. Text in gotischer Type zweispaltig. Obere äußere Ecke braunfleckig. Wenige minimale Wurmspuren. Titel mit alten handschriftlichen Besitzvermerken. Vorsatz mit Exlibris und Besitzvermerk. Einband aus früherem Pergament- manuskriptblatt. Rücken über einem Bund ausgebrochen.

- verkauft -


Die berühmte im 13. Jahrhundert entstandene Sammlung von Legenden, Märchen, Sagen und Anekdoten - in Latein - basiert auf römischen Schriftstellern und Darstellungen aus der römischen Geschichte mit religiös-mystischen Erklärungen. Diesen wurde später - der weitaus größere Teil - weitere frei erfundene oder anderweitig entnommene Stücke hinzugefügt, wobei einige Erzählungen auch aus orientalischen Quellen stammen. Diese Edition enthält 181 Kapitel. Das Werk war bis zur Renaissance ein volkstümliches Lesebuch und eine Fundgrube für erbauende wie unterhaltsame Erzählungen mit einprägsamen Sprüchen und Lebensweisheiten. Dieses älteste Märchen-und Legendenbuch des christlichen Mittelalters wurde u.a. von Hans Sachs und Burkard Waldis benutzt und diente Chaucer und Shakespeare als Quelle. Auch Schiller bediente sich seiner für seine Ballade "Die Bürgschaft". - Über das Schach-Spiel Cap. 166. - Exemplar aus dem Besitz von E. Grisebach. - Graesse III, 74; Grisebach 298.

(Bestell-Nr. 20751)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats Februar 2011

Georg Neumark - Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum   Das Objekt des Monats Februar im Antiquariat J. Voerster ist ein Widmungsexemplar von Georg Neumark für seinen Fürsten Herzog Moritz von Sachsen.

(NEUMARK, GEORG): Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum. Oder Ausführlicher Bericht / Von der Hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschaft Anfang / Absehn / Satzungen / Eigenschaft / und deroselben Fortpflantzung ... samt einem vollkommenen Verzeichnüss / aller / dieses Palmen-Ordens Mitglieder . . . Nürnberg, J. H. Schmid für J. Hoffmann (1668). Porträt-Kupfer von A. Böhner als Frontispiz, Kupfertitel, 22 Bl., 480 (recte 478) S., 39 Bl., 31 Kupfertafeln und einige Holzschnitte im Text. Eigenhändige Widmung Neumarks auf Porträt-Rückseite, alte Marginalien im Vorsatz. Einige Bl. im Rand ausgerissen. Gebräunt. Kalblederband der Zeit, Kapitale beschädigt. Fleural gepunzter Goldschnitt.

€ 5000,-


WIDMUNGSEXEMPLAR des Verfassers für seinen Fürsten Herzog Moritz von Sachsen. Selten. Erstausgabe dieser wichtigsten und maßgeblichen Quelle zur Geschichte der Fruchtbringenden Gesellschaft, die zu dieser Zeit 806 Mitglieder zählte, mit deren Verzeichnis. Seit 1653 ist Neumark als "Ertzschreinhalter" der geistige Kopf der Gesellschaft, deren Präsident seit 1662 Herzog August von Sachsen ist. Neumark will mit seinem Werk den 1647 erschienenen Bericht Hilles fortsetzen und ergänzen. Die "wegen Zeitmangels nicht so genaue" Zusammenstellung der Gesellschaftsnamen wurde später durch Behrndt und Herdegen-Amarantes auf die vollständige Anzahl von 890 ergänzt. Mit Dedications-Gedichten von S. v. Birken, A. Olearius, C. Stieler und E. C. Homburg. Die kräftigen Kupfer zeigen Porträts der Ordensoberhäupter, Wappen, allegorische Darstellungen, Gründungsszenen und die Ansicht der Wilhelmsburg in Weimar. Seinen besonderen Wert erhält unser Exemplar durch die ganzseitige eigenhändige Widmung Neumarks an den "Sittsamen" Moritz von Sachsen.- Dünnhaupt IV, 2974, 53; Manheimer 274; Seebass 666, Faber du Faur 169.


Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     
Logo VDA Unser Antiquariat ist Mitglied im traditionsreichen Verband der deutschen Antiquare (VDA) und der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB). ILAB Logo