Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats Dezember 2020

  

Zum 360. Geburtstag von André Campra
(geboren am 4. Dezember 1660 in Aix-en-Provence, gestorben am 29. Juni 1744 in Versailles)

Campra zählt zu den bedeutenden französischen Komponisten der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er etablierte das damals neuartige musikalische Genre Opéra-Ballet. Seine Musik ist gekennzeichnet von einer gewissen franco-italienischen Leichtigkeit und Schlichtheit, die das weltliche genauso wie das kirchliche Schaffen durchzieht.

 

CAMPRA, [André]: Hesione

CAMPRA, [André]: Hesione

 

 

CAMPRA, [André]: Hesione, Tragedie mise en musique ... Representée par L'Academie Royalle de musique Le vingt-uniéme jour de Decembre 1700. Beigebunden: Changement du cinqiéme acte d'Hesione, Tragedie. Mis au Theatre le seiziéme Janvier 1701. Paris, Christophe Ballard 1700 bzw. 1701. Quer-Quart. 4 Bl., LVIII, 259 S.; 30 S. Lederband der Zeit mit reicher Rücken- und Stehkantenvergoldung. Gelenke angebrochen, leicht und partiell etw. stockfleckig, sehr schönes Exemplar.

- verkauft –

Besondere Rarität, insbesondere mit dem beigebundenen "Changement des cinquieme acte". Sehr seltene Erstausgabe dieser Partitur im Typendruck: Nur 4 Exemplare in den letzten 50 Jahren nachweisbar, 2 im JAP (DVD), bei 2 bei Händlern (1968 bei Maggs und 1999 bei Dr. Drüner). -
Antoine Danchet lieferte das Libretto zu diesem seinerzeit sehr berühmten und bedeutenden Werk Campras, das am 21.12.1700 eine außerordentlich erfolgreiche Uraufführung erlebte und bis 1743 gespielt wurde; zwei Monate zuvor hatte Campra sein Kapellmeister-Amt an der Pariser Kathedrale Notre Dame aufgegeben, um sich auf seine Karriere als Komponist zu fokussieren. Bereits 1697 erlangte er mit dem Ballett "L'Europe galante" seinen künstlerischen Durchbruch, doch bildet "Hésione" die erste der Tragédies lyriques, deren Partituren bei Ballard erschienen sind. Campras Stellung als wichtiger Bühnenkomponist zwischen Lully und Rameau ist in der französischen Musik unumstritten. Die Titelheldin der Oper, Hesione, war die sagenumwobene Tochter des Trojanischen Königs Laomedon, die einst Herkules von einem Seeungeheuer befreite und später von ihm mit Telamon zusammengebracht wurde. - Sehr schönes Exemplar mit Holzschnitt-Kopfleisten zu Beginn eines jeden Aktes; Noten in Typendruck. - Eitner II, 303; RISM C 730; diese Ausgabe nicht im CPM und Sonneck.

   
CAMPRA, [André]: Tancrede

CAMPRA, [André]: Tancrede
 

CAMPRA, [André]: Tancrede, Tragedie mise en musique ... Representée pour la premiere fois par l'Academie Royale de musique le septiéme jour de Novembre 1702. Paris, Christophe Ballard 1702. Quer-Quart. 4 Bl., L, 291 S., 1 S "Extrait du Privilege", 4 S. "Changement de la fin du Cinquiéme Acte". Holzschnitt-Kopfleisten zu Beginn eines jeden Aktes. Noten in Typendruck. Sehr schöner Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. Marmorierte Buntpapiervorsätze. Grünes Lesebändchen.

€ 2.000,–

Erstausgabe dieser seltenen Partitur in einem sehr schönen Exemplar. - Zu diesem bedeutenden Werk Campras lieferte Antoine Danchet das Libretto, welches auf Torquato Tassos "Befreitem Jerusalem" basiert. Die außerordentlich erfolgreiche Uraufführung war der Beginn des größten und langanhaltendsten Bühnenerfolgs Campras. Bereits 1697 erlangte er mit dem Ballett "L'Europe galante" seinen künstlerischen Durchbruch, danach folgte 1700 "Hésione", die erste der Tragédies lyriques, deren Partitur bei Ballard erschienen war. Campras Stellung als wichtiger Bühnenkomponist zwischen Lully und Rameau ist in der französischen Musik unumstritten, während er in der Kirchenmusik diesen Rang an Balbastre abgeben musste. - RISM C /CC 745; Hirsch II, 104.

     
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