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RHEINISCHER MERKUR [Herausgegeben von J. Görres]. Erster (- dritter) Jahrgang in 2 Bänden. Nr. 1-357 (à 2 Bl.), 24 Beilagen und 7 Extrablätter, 2 Haupttitel [alles Erschienene]. Koblenz Pauli und (ab Nr. 277) Heriot 1814-16. Folio. Ohne das Porträt. Haupttitel verso mit kleinem Stempel. Gut erhaltenes Exemplar. Pappbände der Zeit.

Artikelnummer: 22498
6500,00 €
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  • Vollständiges Exemplar dieser bedeutenden Zeitschrift, die den Beginn der modernen politischen Presse in Deutschland markierte. Es liegen sämtliche konfiszierten Nummern und die meist fehlenden letzten 5 Nummern des Jahres 1816 vor, sowie die wichtigen Extrablätter: 11.2.1814 "Sieges-Nachrichten", 13.2. und 17.3.1814 "Armee-Nachrichten", "Außerordentliche Beilage" über die Einnahme von Paris Extra-Beilage zum 21.2.1815, nicht num. Beilage zum 27.6.1815 und das Extrablatt am Schluss vom 18.1.1816, das den Abonnenten die Einstellung des Blattes wegen des Verbots der Zeitung, die Konfiszierung aller noch vorhandenen Exemplare und die Verhaftung des Druckers mitteilt. Die bibliographischen Angaben über die Höhe der Beilagen schwanken, wobei viele der Beilagen z. T. höchst uninteressante Nachrichten, Anzeigen oder Bekanntmachungen enthalten und deshalb wahrscheinlich gleich zeitgenössisch weggeworfen wurden. - Der "Rheinische Merkur" galt seinerzeit als das schärfste politische Kampfblatt gegen Napoleon und wurde von diesem auch als die "fünfte Großmacht" bezeichnet, die gegen ihn angetreten sei. Görres war mit der Herausgabe von der preuß. Regierung beauftragt worden als Napoleon mit seinen Truppen von den vereinigten Armeen bereits hinter den Rhein zurückgedrängt worden war. Nachdem die Napoleonische Herrschaft zu Ende war, hätte das Blatt seine Aufgabe eigentlich erfüllt. Die politische Macht J. Görres' richtete sich danach gegen den Wiener Kongress, die süddeutschen Rheinbundstaaten und das russische Bündnis und brachte immer mehr die deutschen Regierungen gegen ihn auf. Im Sommer 1814 wurde die Zeitung in Bayern, Württemberg und Baden verboten und im Januar 1816 sah sich die Preuss. Regierung nach mehreren Warnungen an die Redaktion gezwungen, das Blatt ganz zu verbieten. Meistens stammen die Beiträge von Görres selber, aber auch seine Freunde A. v. Arnim, C. Brentano, M. v. Schenkendorff u. a. arbeiteten mit. - Vollständige Exemplare wie dieses sind so selten, dass für den Neudruck der Görres-Gesamtausgabe 1928 ein komplettes Exemplar erst aus Einzelnummern zusammengestellt werden musste. - Goedeke VI, 204,21; Diesch 1582.
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