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[SCHILLER, F.]: Anthologie auf das Jahr 1782. Tobolsko [Stuttgart J.B. Metzler 1782]. 8 Bl., 271 S. Titel mit gestochener Vignette. Gering stockfleckig. Pappband der Zeit.

Artikelnummer: 16303
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  • Seltene Erstausgabe von Schillers erster gedruckter Lyriksammlung, die 7 Monate nach seiner Flucht aus Schwaben anonym erschienen war. Die "Anthologie" entstand als Konkorrenzunternehmen zu Stäudlins "Schwäbischem Musenalmanach". Schiller hatte dort eine Reihe von Gedichten eingebracht, wovon Stäudlin aber nur "Die Entzückung der Laura" druckte und das in verkürzter Form. Schiller fühlte sich provoziert, nachdem Stäudlin auch noch den Anspruch erhoben hatte "Heerführer der schwäbischen Musen" zu sein. Schiller kritisierte den "Schwall von Mittelmäßigkeit" und wollte seinen Rivalen "zermalmen" (so Schillers Freund Scharffenstein in seinen Erinnnerungen, vgl. Koopmann). - Die "Anthologie" enthält 83 Gedichte, von denen 48 von Schiller stammen. Die Verfasser der einzelnen Gedichte, die alle anonym erschienen waren, konnten nicht restlos geklärt werden. Neben Abel, v. Hoven, Haug, Grub, Pfeifer und Petersen werden auch Ch. D. Schubart und sein Sohn vermutet, deren Gedichte auf den ersten Blick kaum von denen Schillers zu unterscheiden sind. - Bei einer Auflage von 800 Exemplaren war der Erfolg sehr bescheiden. Die verbleibenden Exemplare wurden schließlich mit ausgetauschem Titelblatt und einem beigefügten Vorwort des Verlegers wieder auf den Markt gebracht (Titelauflage). - Die Titelvignette wurde von Schiller selbt beim Stecher Agid Verelst in Auftrag gegeben. - SNA 2 II A, s. 45 ff. Marcuse 35.
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