Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats Oktober 2012

SCHINKEL, K. F.: Decoration zu der Oper Olimpia Act II

 

 

„Gab es eine neue Spontini’sche Oper, wer anders“, sagt Fontane, „als Schinkel konnte die Decorationen, … entwerfen? Das ganze Kunsthandwerk – dieser wichtige Zweig modernen Lebens – ging unter seinem Einfluß einer Reform, einem mächtigen Aufschwung entgegen.“ (ADB 54, 24).

Mit unserem Objekt des Monats für Oktober 2012 erinnern wir an den Architekten, Bühnenbildner und Maler Karl Friedrich Schinkel, geboren am 13. März 1781 in Neuruppin, gestorben am 9. Oktober 1841 in Berlin.

Seit 1815 Leiter des Dekorationswesens der Berliner Hoftheater, entwarf Schinkel bis 1830 zahlreiche Bühnendekorationen, u.a. zu W. A. Mozarts ‚Zauberflöte‘ (1816) und zu Werken von G. Spontini.

SCHINKEL, K. F.: Decoration zu der Oper Olimpia Act II. Aquatinta von Thiele nach Schinkel. [Aus:] (Sammlung von Theater-Decorationen. Erfunden von Schinkel). Potsdam, F. Riegel 1847. 23,3 x 36,0 cm Bildgröße, bis zum Plattenrand beschnitten, auf altem Papier montiert. Im Rand stockfleckig. Unter Passepartout.

- verkauft -


Eindrucksvolles Dekorationsblatt (gedruckt von Hampe) zur Oper 'Olimpia' nach dem Französischen des Dieulafoy und Brifaut, bearbeitet von E. T. A. Hoffmann, Musik von Spontini. Im Dekorationswerk der Ausgabe von 1824 wird dieses Blatt im Inhaltsverzeichnis mit dem Titel: "Griechischer Tempel im Wald in der Oper Olympia" aufgeführt (Werkkatalog 95 A). "Zur Erstaufführung (14. Mai 1821) dieser Spontini-Oper hat Schinkel zwischen September 1820 und Mai 1821 die Entwürfe zu allen fünf Dekorationen und außerdem noch zu drei Bühnenteilen ausgeführt. Er war nach 'Fernand Cortez' und der 'Vestalin' zum dritten Mal für ein Werk Spontinis tätig. Welcher Wert der Aufführung beigemessen wurde, wird dadurch deutlich, daß alle Dekorationen neu sein sollten und allein von Schinkel entworfen wurden. Dahinter steht sicher der große Wunsch des Hofes, ein weiteres Werk Spontinis glanzvoll aufgeführt zu sehen, war dieser doch wegen seines imponierenden Auftretens durch den König engagiert worden. (...) Der König nahm persönlich Anteil an den Vorbereitungen. Auch der Auftrag zur Übersetzung des französischen Textes von Joseph Marie Armand Michel Dieulafoy und Charles Brifaut durch E. T. A. Hoffmann ist vom König ausgegangen. Dazu bemerkt jener am 24. Juni 1820: 'Eine neue sehr interessante Bekanntschaft habe ich an dem als Componisten wirklich großen Spontini gemacht, dessen neueste Oper 'Olimpia' ich, weil es der König gewünscht, nolens volens ins Deutsche übertragen muß.' Außer durch die fünf Dekorationen glänzte die Aufführung auch durch neue Kostüme, die nach Brühls Angaben für 340 Personen hergestellt wurden. So entsprach der äußere Aufwand durchaus dem pompösen Charakter der Oper, sowohl der machtvollen Musik als auch dem Inhalt ... (...)." (Harten S. 372 f.) Im Dekorationswerk sind fünf Bühnenbilder zur 'Olimpia' als Aquatintastiche veröffentlicht.

(Bestell-Nr. 25738)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats September 2012

[WIELAND, Christoph Martin]: Geschichte des Agathon.

 

 

„Der größte Dichter seines Zeitalters“ (Pfarrmatrikel Oberholzheim)

Mit unserem Objekt des Monats für September 2012 möchten wir an den Schriftsteller Christoph Martin Wieland, geboren am 5. September 1733 in Oberholzheim (heute zu Achstetten, Landkreis Biberach) erinnern. Gemeinsam mit Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller bildeten sie das „Viergestirn“ der Weimarer Klassik, dessen moderne Geisteshaltung ganz Europa beeinflußte. Am 20. Januar 1813 verstarb Wieland in Weimar. Auf seinem Landsitz im Park von Oßmannstedt fand er seine letzte Ruhestätte.

[WIELAND, Christoph Martin]: Geschichte des Agathon. 2 Theile. Frankfurt und Leipzig [Zürich, Orell, Gessner und Comp.] 1766-67. 8 Bl., 392 S.; 351 S., 1 Bl., minimal fleckig; Bd. 2 mit durchgehendem Braunfleck. Pappbände der Zeit, etwas berieben.

- verkauft -


Seltene Erstausgabe, noch ohne die in der 2. Fassung hinzugefügte "Geheime Geschichte der Danae". "Nicht nur für den historischen, sondern auch für den rein künstlerischen Betrachter ist der erste Agathon reizvoller, denn er ist im Stil einheitlicher und überhaupt als Dichtung wahrer. Agathon ist die Zwischenstufe zwischen seinen westeuropäischen Vorbildern und dem seinerseits wieder von Rousseau erweckten 'Werther' Goethes" (Fr. Sengle). Die deutliche Wendung ins Autobiographische, eine folgenreiche Neuerung in der deutschen Literatur, machte das Werk zu einem bedeutsamen Vorläufer des "Werther". Wieland begründete mit diesem Werk den deutschen Entwicklungsroman und charakterisiert erstmals ausführlich das Ideal der geistig und moralisch umfassend ausgebildeten Persönlichkeit. Die Wirkung des 'Agathon' auf den deutschen Roman ist kaum zu überschätzen. Lessing schreibt im 69. Stück der Hamburgischen Dramaturgie vom 29. Dezember 1767: „Es ist der erste und einzige Roman für den denkenden Kopf, von klassischem Geschmacke. Roman! Wir wollen ihm diesen Titel nur geben, vielleicht, daß es einige Leser mehr dadurch bekömmt. Die wenigen, die es darüber verlieren möchte, an denen ist ohnedem nichts gelegen.“ - Günther-Zeilinger 573.

(Bestell-Nr. 17016)


Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats August 2012

Leonhardt Thurneisser zum Thurn: Megale Chymia

Leonhardt Thurneisser zum Thurn: Melisath

 

Mit unserem Objekt des Monats für August 2012 möchten wir an den Astrologen, Alchimisten, Arzt und Drucker Leonhardt Thurneisser zum Thurn erinnern. Thurneisser wurde am 6. August 1531 in Basel geboren und gilt als ein Hauptvertreter der medizinischen Theorien des Paracelsus im 16. Jahrhundert. Er wirkte u.a. in Nürnberg, Konstanz, Straßburg und Berlin. Verarmt und unter ungeklärten Umständen verstarb er am 9. Juli 1596 in einem Kloster in Köln.

[THURNEISSER ZUM THURN, L.]: Megale Chymia (in Griechisch), Vel Magna Alchymia. Das ist ein Lehr und unterweisung von den offenbaren und verborgenlichen Naturen, Arten und Eigenschafften, allerhandt wunderlicher Erdtgewechssen, als Ertzen, Metallen, Mineren, Erdsäfften, Schwefeln, Mercurien, Saltzen und Gesteinen. Berlin, N. Voltz 1583. Folio. Mit breiter, figürlicher Titelholzschnittbordüre von Daniel Seidel, Holzschnittporträt und zahlr. kleineren Textholzschnitten. 6 Bl., 144 S., 6 Bl. (Index).


BEIGEBUNDEN: DERS.]: Melisath (in Hebräisch). Kai Ermeneia (in Griechisch). Das ist ein Onomasticum und Interpretatio oder außführliche Erklerung ... Uber Etliche frembde un(d) ... unbekante Nomina, Verba, Proverbia, Dicta, Sylben, Caracter, und sonst Reden. (...). Das Ander theil. Berlin, N. Voltz, 1583. Mit breiter, figürlicher Titelholzschnittbordüre von Daniel Seidel und Holzschnittporträt, 6 Bl., 188 S., ohne die meist fehlenden 8 Schrifttafeln. Die in Rot und Schwarz gedruckten Titel mit hs. Besitzvermerken alter Hand. Durchgehend etwas gebräunt, stellenweise Feuchtigkeitsspuren und etwas braunfleckig; sonst gut erhalten. Moderner Pappband mit goldgepr. Rückenschild.

- verkauft -


Die beiden wichtigsten alchemistischen Bücher des Basler Alchemisten, Astrologen, Arztes und Buchdruckers Leonhart Thurneisser zum Thurn (1531-1596) in Erstausgaben. - I: Früher Berliner Druck von Nikolaus Voltz, der die thurneissensche Druckerei von Michael Hentzke 1581 übernahm. Das Werk erschien nach Thurneissers Rückkehr nach Basel, als er mit seinen Experimenten zur Goldherstellung begann. Er hatte sich auf ausgedehnten Reisen nach England, Frankreich, Rußland, Böhmen, Ungarn, Italien, Spanien und Nordafrika mit Metallurgie und Medizin befasst, bevor er 1570 Leibarzt sowie Rat für Bergbau und Hüttenkunde am Hof des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg wurde. Die neun Teile handeln vom Schwefel, von den Salzen, vom Salmiak, Aluminium, Salpeter, vom Quecksilber sowie von der Sonne und den Planeten sowie vom Ursprung der Mineralien und Erze. - Ferguson II, 452. - II: Der selbständige zweite Teil, des auf 3 Bände geplanten alchemistischen Fremdwörterbuches, der erste Teil war 1574 erschienen, der dritte Teil erschien nicht, mit hebräischen, arabischen, persischen, griechischen, slawonischen und äthiopischen Lettern gedruckt. Ausgiebig zitiert Thurneisser aus Werken des Paracelsus "welche mit den Seitenzahlen richtig citiert werden" (Sudhoff). - Ackermann IV, 184; MNE II, 293; Rosenthal 833. - Bei E.T.A. Hoffmann fand der Schweizer Alchimist ebenfalls literarische Bedeutung: "Als Lothar die 'Brautwahl' in der Runde der Serapionsbrüder ankündigt, verweist er darauf, dass ihm für 'manche Grundzüge' seiner Erzählung das 'Microchronicon' eines gewissen 'Haffitz' als Quelle gedient habe. Dieser Titel ist keine Fiktion. Es handelt sich um eine in handschriftlicher Form überlieferte Chronik der Mark Brandenburg, die der Berliner Rektor Peter Haffitz gegen Ende des 16. Jahrhunderts verfasst hat. Man kennt sogar das von Hoffmann benutzte Bibliotheksexemplar, und auch die besagten 'Grundzüge', sprich Entlehnungen, sind nachgewiesen. Sie beziehen sich auf Passagen über die Regierungszeit des Kurfürsten Johann Georg (1571-1598), darunter die Schilderung höfischer Festivitäten und Notate zu den Berliner Jahren des Schweizer Alchimisten Leonhard Thurneisser zum Thurn, der bei Haffitz (und folglich auch bei Hoffmann) unter dem Namen 'Thurnhäuser' firmiert und als 'unverschämter Gesell' und Betrüger bezeichnet wird. Die 'Brautwahl' widerspricht dieser negativen Bewertung, was nicht überrascht, da Leonhard von Beginn der Erzählung an als positiv besetzter Charakter und alter ego des Autors (E. T. A. Hoffmann) zu fungieren hat." ( M. H. Gelber u. a., Integration und Ausgrenzung, S. 62/63).

(Bestell-Nr. 25495)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats Juli 2012

Richard Wagner: Parsifal

 

Mit unserem ‚Objekt des Monats‘ für Juli 2012, möchten wir an die vor 130 Jahren am 26. Juli 1882  im Festspielhaus in Bayreuth erfolgte Uraufführung von Richard Wagners ‚Parsifal‘ erinnern.

WAGNER, R.: Parsifal. Ein Bühnenweihfestspiel. Vom Orchester für das Klavier übertragen von Joseph Rubinstein. [WWV 111] Mainz, B. Schott's Söhne (VerlagsNr. 23406) [1882]. Quart. 2 Bl., 261 S., im Falz verstärkt, anfangs etwas fleckig, sonst nur gelegentlich. Handschriftliche Notiz im Vorsatz, Halblederband der Zeit, geringfügig berieben.

- verkauft -


Originalausgabe des vollständigen Klavierauszugs, im Jahr vor der Partitur erschienen. Lt. Klein (S. 55) "kann davon ausgegangen werden, dass nur wenige Exemplare davon in Tiefdruck hergestellt wurden". Nach WWV (S. 347) wurden 20 Exemplare gestochen, die restlichen dagegen im Umdruckverfahren zugleich hergestellt. - Wagners letztes Bühnenwerk "stellt in seinem Reichtum an Nuancen und Varianten ... wohl den Höhepunkt des Artifiziellen in Wagners Werk dar" (W. Breig in Wagner-Handbuch S. 463). - 1872 nahm Wagner den ausgezeichneten Pianisten Rubinstein (1847-1884) in seine Bayreuther Nibelungenkanzlei auf. Neben Parsifal fertigte er eine Bearbeitung des Siegfried-Idylls an und darf als Hauspianist im Hause 'Wahnfried' bezeichnet werden.

(Bestell-Nr. 17284)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats Juni 2012

ROUSSEAU, J. J.: Principes du droit politique.

 

Mit dem Objekt des Monats für Juni 2012 möchten wir an den 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) dem bedeutenden Aufklärer und Wegbereiter der Französischen Revolution am 28. Juni erinnern.

ROUSSEAU, J. J.: Principes du droit politique. Amsterdam, M. M. Rey 1762. 1 Bl., VIII S., 1 Bl., 323 S. Gestochene Titelvignette. Frisches Exemplar. Buntpapiervorsätze. Lederband der Zeit mit reicher fleuraler Rückenvergoldung. Unteres Kapital leicht beschädigt.
 
- verkauft -


Erstausgabe in der Type B der staatsrechtlich-sozialphilosophischen Untersuchung, die das einflussreichste Werk des 18. Jahrhunderts und das bedeutendste von Rousseau wurde. Der Grundgedanke der Rousseauschen Konzeption ist, dass der Einzelne die natürliche Freiheit des Naturzustandes gegen eine bürgerliche Freiheit eintausche, indem er als Staatsbürger an der Souveränität teilhat, sich dafür aber bedingungslos dem Gemeinwillen unterwirft. "Das erste große gefühlsbestimmte Plädoyer für die Gleichberechtigung aller Menschen im Staat wurde die Bibel der Revolutionäre bei der Schaffung ihres Idealstaates" (Carter-Muir) und nahm maßgebenden Einfluss auf die französische Revolution und den wissenschaftlichen Sozialismus. Das Werk wurde sofort verboten. – Der bei Dufour genannte Vortitel ist hier als Zwischentitel eingebunden. - B-Druck mit neuer Titelvignette und ohne die Bemerkungen über die Ehe auf dem letzten Blatt. - Dufour 133; PMM 207.
 
(Bestell-Nr. 1370)


Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats Mai 2012

[FICHTE, J. G.]: Versuch einer Critik aller Offenbarung

 

Mit unserem Objekt des Monats für Mai 2012 möchten wir an den 250. Geburtstag  von Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814), dem Hauptvertreter des sogenannten deutschen Idealismus, am 19. Mai erinnern.

[FICHTE, J. G.]: Versuch einer Critik aller Offenbarung. Königsberg, Hartungsche Buchhandlung 1792. Titel mit gestochener Titelvignette, 182 S. Pappband der Zeit.

- verkauft -


Erster Druck der Erstausgabe von Fichtes anonym erschienenem Erstlingswerk. Kant, der von Fichtes Werk begeistert war, verhalf jener Schrift zum Druck. Da das Werk ohne Verfasserangabe auf dem Titel und ohne Vorwort erschienen war, wurde es zunächst Kant zugeschrieben, der dies aber in einer öffentlichen Erklärung richtig stellte. - Unser Exemplar enthält eingeklebt eine zeitgenössische, handschriftliche Abschrift von Kants Richtigstellung im Intelligenzblatt der Allg. Lit. Ztg., 102 von 1792. - Baumgartner-Jacobs 2 alpha x; Dorn 118.

(Bestell-Nr. 26448)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats April 2012

Wilhelm Busch - EigenhaendigesAlbumblatt

 

Mit unserem Objekt des Monats für April 2012 möchten wir an den 180. Geburtstag  von Wilhelm Busch (1832 - 1908) am 15. April erinnern. Mit seinen Bildgeschichten wurde der Maler, Zeichner und Dichter zu einem der volkstümlichsten Humoristen Deutschlands.

BUSCH, Wilhelm, [1832-1908]: Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift. Ohne Ort, Juni 1891.  Quer-Oktav. 1 Seite. Etwas gebräunt.

- verkauft -


"Haß, als minus und vergebens, Wird vom Leben abgeschrieben, Positiv im Buch des Lebens, Steht verzeichnet nur das Lieben, Ob ein Minus oder Plus, Uns verblieben, zeigt der Schluß. ...". - Busch hatte das Gedicht zunächst zurückgehalten und es erst zur Veröffentlichung nach seinem Tode bestimmt. Es erschien 1909 in der Sammlung "Schein und Sein. Nachgelassene Gedichte", hrsg. von Otto Nöldeke. Die Sammlung umfaßt 75 Gedichte. - "Die Erfahrung die Busch mit der "Kritik des Herzens" machen mußte, mögen den Dichter, zu dessen wesentlichen Charakterzügen eine vornehm-bescheidene Zurückhaltung gehörte, bestimmt haben, diese letzten und liebsten Kinder seiner Muse zu Lebzeiten der Öffentlichkeit nicht preiszugeben" (vgl. Vanselow Nr. 120).

(Bestell-Nr. 18522)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats März 2012

 

Mit unserem Objekt des Monats für März 2012 möchten wir an den 180. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) am 22. März erinnern:

GOETHE, J. W. v.: Neue Schriften. 7 Bände, Berlin, J. F. Unger 1792-1800. Mit gestochener Titelvignette von Unger nach [J. H. Meyer], 2 Kupfertafeln von Haas und Bolt nach H. Meier, 1 gest. Kupfertafel (Stammbaum), 7 (von 8) Musikbeilagen von J. F. Reichard. Vereinzelt etwas braunfleckig. 1 Bl. mit kleinem Loch und geringem Buchstabenverlust. Exlibris. Schöne Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung.

€ 2500,-


Schönes Exemplar in zeitgenössischen Einbänden der zweiten rechtmäßigen Gesamtausgabe. - Auf Vermittlung von K. Ph. Moritz wurde der Kontakt zwischen Goethe und dem Verleger Unger hergestellt. "Wichtigstes Ereignis für Unger in dieser Zeit war wohl das Erscheinen der siebenbändigen Ausgabe von Goethe's Neue Schriften. .. Förmliche Verträge scheint es nicht gegeben zu haben ... lediglich Vereinbarungen von Band zu Band, wobei jedoch eine neue Klausel von seiten Goethes zum Zuge kam: Er vergab seine Rechte jeweils nur für eine Auflage, versprach aber eine Option für das künftige Werk, allerdings unter jeweils neu zu vereinbarenden Bedingungen" (Unseld). - Band 1-2 im Doppeldruck, die restlichen Bände mit den Merkmalen des ersten Druckes. Band 6 ohne Titelblatt und 1 Musikbeilage, die lt. Hagen bei vielen Exemplaren fehlt. - Hagen 14;  Slg. Kippenberg 336; Hirzel A 189.

(Bestell-Nr. 26751)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats Februar 2012

Friedrich von Schiller

 

Mit unserem Objekt des Monats für Februar 2012 möchten wir an den 425. Todestag von Maria Stuart (1542 – 1587) erinnern.

SCHILLER, [Friedrich von]: Maria Stuart ein Trauerspiel. Tübingen, J. G. Cotta 1801. 1 Bl., 237 S., gering stockfleckig. Kl. Eckabriss am Titelblatt sauber angesetzt. Hübscher farbiger Pappband der Zeit mit Rückenvergoldung und Goldfileten.

€ 750,-


Erstausgabe. Bereits während seiner Bauerbacher Zeit (1783) hatte sich Schiller mit dem Stoff der 'Maria Stuart' beschäftigt. Viele Jahre später - unter Goethes Einfluss - setzte er sich erneut mit den Geschichtsquellen zu dem Drama auseinander. Die Erstaufführung fand im Juni 1800 in Weimar statt. Die Buchausgabe erschien erst im April 1801 und ist der maßgebliche Text, da eine Handschrift nicht mehr vorhanden ist. - E. T. A. Hoffmann, der Schillers Werke intensiv gelesen hat, diskutiert dessen Dramen in einem Gespräch zwischen dem "Braunen" und dem "Grauen" in den "Seltsamen Leiden eines Theaterdirektors" (Ellinger Bd. 4, 2. Aufl., S. 34 f.). - Marcuse 194; Goedeke V, 218, 2; vgl. Voerster S. 101.

(Bestell-Nr. 25346)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats Januar 2012

Friedrich 2 - de la Litterature Allemande

 

Zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen, König von Preußen am 24. Januar präsentieren wir Ihnen als "Objekt des Monats" die berühmte Schrift über die deutsche Literatur von:

[FRIEDRICH II., König von PREUSSEN]: De La Litterature Allemande; De Defauts Qu' on Peut Lui Reprocher; Quelles En Sont Les Causes; Et Par Quels Moyens On Peut Les Corriger. Berlin, G. J. Decker 1780. 80 S, Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

- verkauft -


Erstausgabe der berühmten Schrift Friedrichs II. (1712 - 1786) über die deutsche Literatur, "die ihm den Ruf herrscherlich-arroganten Desinteresses am Keimen der deutschen Nationalliteratur eintrug" (Spies). Druck B. - Er gab die

Schmähschrift, die auf 30 Jahre alten Aufzeichnungen basiert, im Alter von 70 Jahren heraus. Bei seinen Zeitgenossen rief sie großes Befremden hervor, nachdem er sich zu kuriosen und selbstgerechten Urteilen über die deutsche Sprache

und Literatur - so auch den "Götz" ausgelassen hatte. Er beendet sein Werk: "wir werden . . . unsere klassischen Schriftsteller bekommen; Jeder wird sie lesen wollen, unsere Nachbarn werden Deutsch lernen und die Höfe es mit

Vergnügen reden". Zahlreiche Gegenschriften entstanden. Friedrich, der literarisch produktivste Herrscher, hat trotz seiner Ablehnung indirekten Einfluss auf die deutsche geistige Bewegung genommen. "Schon sein Dasein wirkte anregend

und aufreizend, gleichgültig wie man zu ihm stand. In Berlin begann sich ein reges geistiges Leben zu entwickeln, das allerdings erst nach seinem Tode zur vollen Entfaltung kam" (NDB). - Goedeke IV, 1, 4, 32.

(Bestell-Nr. 7872)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats Dezember 2011

Johannes Mauburnus (1460 – 1501)

 

 

Unser Objekt des Monats, das Hauptwerk von Johannes Mauburnus (1460 – 1501)  „Rosetum exercitiorum spiritualium et sacrarum meditationum“ enthält, über mehrere Kapitel verteilt, eine Reihe damals weit verbreiteter Weihnachtslieder.

MAUBURNE, J.: Rosetum exercitiorum spiritualium et sacrarum meditationu(m): in quo habet(ur) materia predicabilis per totum anni circulum. Basel, Jacob v. Pfortzen 1504. 6 Bl., 167 num. Blatt, 1 w. Blatt. Mit 1 ganzseitigem Holzschnitt.


[Angebunden]:

MARTINUS (Polonus): Margarita decreti seu tabula martiniana decreti. Strassburg, [Georg Husner] 24. XII. 1499. 105 Bl., 1 w. Bl.


[Angebunden]:

JOHANNES Nivicellensis: Concordantiae Biblie & Canonum. [Basel, Nicolaus Kesler ca. 1488]. 49 Bl., 1 w. Bl.


3 Werke in 1 Band. Folio. Teils etwas gebräunt. die ersten und letzten Lagen etwas angeschmutzt und etwas wasserfleckig. Alte gelöschte Besitzeinträge auf dem ersten Blatt. Vereinzelt mit kleinen Wurmgängen am Blattrand. Durchgängig rubriziert (rot und blau). Blattränder teils etwas eingerissen. Holzdeckelband der Zeit mit blindgeprägtem Schweinsleder überzogen. 9 [von 10] Messingbuckeln, 8 Messing-Eck-und Kantenbeschläge. 2 Messingschliessen. Breitrandiges, prachtvolles Exemplar.

12.000,- €


1) Eine der Seltenheiten in der Musikliteratur. Zweite Ausgabe. - Johannes Mauburnus [auch Jan Mombaer oder Johannes de Bruxellis genannt] (1460-1501) aus Brüssel war Erbauungsschriftsteller, Hymnendichter und Ordensreformer. Nach seiner Ausbildung in der Kathedralsschule in Utrecht wo er u. a. gregorianischen Gesang lernte, trat er in das Augustiner-Chorherrenstift St. Agneten bei Zwolle ein, das der Windesheimer Kongregation angehörte. Hier verfasste er u. a. sein Hauptwerk "rosetum exercitiorum" von dem bis 1620 fünf Ausgaben erschienen sind. Das Werk enthält, über mehrere Kapitel verteilt, eine Reihe lateinischer Kontrafakte auf damals weit verbreitete Weihnachtslieder. Außerdem enthält das "Rosetum" einen Handpsalter, mit dessen Hilfe meditiert werden konnte. Das "chiropsalterium" steht in enger Verbindung zur liturgischen Musik. Dieses Werk beeinflusste nicht nur die Windesheimer Reformbewegung, sondern auch Jacobus Faber Stapulensis (1450 oder 1455 - 1536), einem Wegbereiter der Reformation in Frankreich. Auch Martin Luther könnte das Werk im Augustinereremitenkloster in Erfurt kennen gelernt haben. Er zitiert es in seinen Psalmenvorlesungen von 1513. - Lt. Kolophon wurde diese Ausgabe nach Mauburnus Tod von Johann Speysers bearbeitet. - Der Holzschnitt auf Blatt 14 zeigt eine mnemonische Hand. - RISM II, S. 564; Goff M377; BMC III, 778 f; vgl. Wolffheim I, 828.

2) Erstmals um 1483 erschienenes Repertorium zu Gratians Dekret in Form eines Registers. - 3. Ausgabe. - Martinus Polonus stammt aus Troppau [auch Martin von Troppau, Martin z Opavy genannt], war Dominikanermönchen und Chronist. Er verstarb 1278 als Erzbischof von Gnesen. - Goff M 328.

3) Erstmals 1482 erschienene Konkordanz vom Abt des Klosters Neville in Frankreich - Goff J 38.1.

(Bestell-Nr. 26488)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

Objekt des Monats November 2011


 

 

Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist (1777 - 1811) am 21. November präsentieren wir Ihnen als "Objekt des Monats" Kleists Schauspiel "Der zerbrochene Krug", eines der anspruchvollsten Komödien der deutschen Literatur.

KLEIST, H. v.: Der zerbrochene Krug, ein Lustspiel. Berlin, Real- schulbuchhandlung 1811. 174 S. Teils stockfleckig. Halblederband mit zeitgenössischem Buntpapier.

- verkauft -


Schönes Exemplar der seltenen Erstausgabe des berühmten Lustspiels. - "Nach der missglückten Uraufführung des Werkes in Weimar 1808 hatte Kleist einige Fragmente daraus im 'Phöbus' veröffentlicht. Für die Buchausgabe bearbeitete er das Manuskript noch einmal gründlich und kürzte vorallem den zu lang geratenen Schluß, der den Weimarer Mißerfolg wesentlich verschuldet hatte, auf ein Minimum, gab aber die ursprünglich Fassung als 'Variant' auf S. 145-174 der Buchausgabe bei. Georg Reimer zahlte für das Manuskript insgesamt 56 Thlr. 12 gr. und brachte das Werk in einem sehr sauberen Druck auf Velin- und auf Druckpapier zur Frühjahrsmesse heraus" (Sembdner). - 2. Druck. - Sembdner 11; Goedeke VI, 104,8; vgl. Voerster, Hoffmann-Forschungen S. 98.

(Bestell-Nr. 20830)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf

Objekt des Monats Oktober 2011

Franz Liszt - Eigenhändiges Albumblatt

 

 

Anlässlich des 200. Geburtstages am 22. Oktober 2011 von Franz Liszt (22. Oktober 1811 - 31. Juli 1886) präsentieren wir Ihnen als Objekt des Monats:

LISZT, Franz, [1811-1886]: Eigenhändiges Albumblatt mit Unterschrift. Osnabrück, 12. November 1841. Quart. 1 Seite. Knickfalten. Passepartout.

€ 4600,-


Ausgesprochen dekoratives Albumblatt. - Vier Takte für Klavier in F-Dur im 4/4-Takt auf zwei von Hand gezogenen Musiksystemen. Mit einem montierten Blütenzweig neben der Unterschrift. - Liszt unternahm zwischen 1839 und 1847 ausgedehnte Virtuosenreisen durch ganz Europa, wobei er allein in Deutschland mit großem Erfolg 298 Konzerte gab. Liszt war der erste Künstler, der den Typus des reinen Klavierabends, des sogenannten "Recitals" einführte. Bis dahin traten Pianisten normalerweise nur im Rahmen einer instrumental-vokal besetzten Veranstaltung auf (vgl. MGG², 11, 210).

(Bestell-Nr.19787)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf

Objekt des Monats September 2011

Deudsche Messe von Martin Luther

 
Deudsche Messe von Martin Luther - Deckblatt

 

Vor 485 Jahren erschien erstmals das Werk die "Deudsche Messe" von Martin Luther. Mit dem Objekt des Monats September möchten wir daran erinnern:

LUTHER, M.: Deudsche Messe vnd ord=/nung Gottes diensts/ zu Wittemberg/ fürgenomen. [Nürnberg, Friedrich Peypus] 1526. Quart. 26 Blatt (letztes leer). Zum Schluß einige Blatt etwas gebräunt, sonst gutes Exemplar. Schöne Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreiche Musiknoten von Joh. Walther. Lederband.

- verkauft -


Von großer Seltenheit. "Wichtige liturgische Schrift Luthers, die die Grundlage für den Kultus in den sächsischen Landen bildete. Die 10 verschiedenen Ausgaben der deutschen Messe aus dem Jahre 1526, die inhaltlich alle miteinander übereinstimmen, gehören zu den aller seltensten der mehr und mehr gesuchten Lutherschriften und sind nur noch ausserordentlich schwer aufzufinden. Die Ausgaben wurden zum Teil auch ohne Noten gedruckt. Die in prächtigen und klaren Noten gedruckte Musik ist von Joh. Walther und macht den besonderen Wert unserer Ausgabe aus." (Wolffheim II, 830). - 7. Druck = Druck G. - Benzing 2245; Kratzsch 648.

(Bestell-Nr. 25456)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf

     

Objekt des Monats August 2011


 

„Herders Gedanken und Denkanstöße sind für die deutsche und europäische Geistesgeschichte bis in die Gegenwart von zukunftsweisender Bedeutung und weit reichender Wirkung gewesen, ...“ (Brockhaus. Die Enzyklopädie. 20. Aufl., Bd. 9, S. 714).


Als Objekt des Monats August präsentieren wir Ihnen anlässlich des 267. Geburtstages von Johann Gottfried Herder (25.8.1744 – 18.12.1803).

HERDER, J. G.: Briefe zur Beförderung der Humanität. 10 Sammlungen in 3 Bänden. Riga, Johann Friedrich Hartknoch 1793 - 97. Gestochene Titelvignette von H. Lips nach H. Meyer. Leinenbände der Zeit mit Rückenvergoldung.

- verkauft -


1. Druck der Erstausgabe. Exemplar mit dem Gedicht "Vom Nationalruhm" in der 9. Sammlung (S. 179 - 197), das aus Furcht vor der preußischen Zensur in nahezu allen Exemplaren weggelassen wurde. In Österreich wurde Band 1 wegen "des Gesprächs nach dem Tode Kaiser Josephs II" verboten. - Herders Briefe, die sein politisches Glaubensbekenntnis verdeutlichen sollen, erscheinen zusammengefasst in Form eines Briefwechsels, in dem er 2 fiktiven Partnern ihre Meinung vertreten lässt. Die Hauptthemen sind die Fort- und Rückschritte der Humanität. - Einige Poesien in der 3. und 4. Sammlung sind von Knebel und J. N. Götz. - Komplett äußerst selten. - Günther/Volgina/Seifert 451; Schulte-Strathaus 61.

(Bestell-Nr. 26853).

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf

     

Objekt des Monats Juli 2011

Arnold Schoenberg - Gurre Lieder  

Unser Objekt des Monats Juli präsentieren wir Ihnen anlässlich des 60. Todestag von Arnold Schönberg (13. Sept. 1874 - 13. Juli 1951).

SCHÖNBERG, A.: Gurre-Lieder von Jens Peter Jacobsen (Deutsch von R. F. Arnold) für Soli, Chor und Orchester. Partitur. Wien-Leipzig, Universal-Edition (VerlagsNr. U.E. 3697) 1912. Folio. 1 Bl., 179 S. Titel gestempelt. Originalumschlag in Halbleinenkassette.

- verkauft -


Originalausgabe der monumentalen Komposition, die zu den erfolgreichsten Werken Schönbergs gehört. - Dieser Erstdruck in Autographie erschien 8 Jahre vor der ersten gedruckten Partitur. Bereits 1900/01 war der größte Teil der Komposition fertig gestellt, die Vollendung zog sich dann aber bis 1911 hin. Paradoxer Weise wird dies große, der spätromantischen Tonsprache verpflichtete Werk erst nach den skandalträchtigen Uraufführungen der Kammersymphonie und des 2. Streichquartetts publiziert, in denen Schönberg die Auflösung der Tonalität radikal vorantreibt. Die Gurre-Lieder stellten für den Komponisten auch im Rückblick einen wichtigen Schritt seiner Entwicklung dar. 1912 schreibt er an seinen Verleger: "Dieses Werk ist der Schlüssel zu meiner ganzen Entwicklung ... Es erklärt, wie alles später so kommen musste und das ist für mein Werk enorm wichtig: dass man den Menschen und seine Entwicklung von hier aus verfolgen kann". - Rufer S. 61; BSB 14, 5763; CPM 50, 386; Hirsch IV, 907.

(Bestell-Nr. 20703)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf

     

Objekt des Monats Juni 2011

Lessing - Die Gefangenen  

Eine der seltensten Erstausgaben von Gotthold Ephraim Lessing überhaupt!

[LESSING, G. E.]: Die Gefangenen, ein Lustspiel. Aus dem Lateinischen des M. Accius Plautus übersetzt [von Lessing]. Stuttgart, J. B. Metzler 1750. 72 S., Holzschnitt-Titelvignette, 3 Holzschnittvignetten im Text. Frisches Exemplar. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 4000,-


Rarissimum. Eine der seltensten Erstausgaben von Lessing überhaupt. Diese erste Buchausgabe ist so selten, dass Muncker für seine Edition kein Exemplar finden konnte und mit sekundären Quellen arbeiten musste. Lessing hatte umfangreiche Plautinische Forschungen betrieben und wollte dessen Stücke auch dem deutschen Publikum zugänglich machen, das hinter Frankreich, Italien und England zurückstand. "Die Übersetzung der 'Gefangenen' beruht, ... auf richtigen Principien. Lessing ... ersetzt lateinischen Witz durch deutschen und ... (wird) zum frei nachdichtenden Bearbeiter für ein schauendes Publicum ..." (E. Schmidt, Lessing, Bd. 1, S. 171). Lessing glaubt, dass die 'Gefangenen' "dem Ideal der Komödie am nächsten rücke" und preist es "als das schönste Stück, das jemals auf die Bühne gekommen sei ..." (ders., S. 170). - Muncker 325; Redlich 679; Goedeke IV,1, 359,25.

(Bestell-Nr. 16630)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats Mai 2011

ENSCHEDE. - HAERLEMSE ZANGEN: In Musicq gesteld by de Heeren Marpurg, Agricola, Schale, Nichelman, Bach  

Der erste holländische Musik-Typen-Druck (statt Stichplatte) von Johann Michael Fleischmann (1701 - 1768).

ENSCHEDE. - HAERLEMSE ZANGEN: In Musicq gesteld by de Heeren Marpurg, Agricola, Schale, Nichelman, Bach, en andere vermaarde Componisten, en in Nederduytse Dichtmaat overgebracht door J. J. D[usterhoop]. Haerlem, Izaaken Joh. Enschede 1761. Quer-Quart. IV, 50 S., 2 Bl. Pappband im Stil der Zeit. Gutes Exemplar.

- verkauft -


Der erste, sehr seltene holländische Musik-Typen-Druck (statt Stichplatte) mit von Johann Michael Fleischmann geschnittenen Typen. "Unquestionably the greatest punchcutter of the 18th century ..." (Ch. Enschede, Typefoundries in the Netherlands, S. 236 - 239). - "Als der Erfinder des Musikdrucks mit beweglichen Typen und als erster Musikverleger gilt mit Recht Ottaviano Petrucci (1466 - 1539)" (LGB² V, 614). Musiknoten auf der Buchdruckerpresse zu drucken wurde imer wieder durch neue Verfahren wesentlich verbessert. Doch im allgemeinen bediente man sich für den Druck von Musikalien der Kupferplatten, da es bislang noch nicht vollkommen erreicht war, alle vorkommenden Bezeichnungen durch bewegliche Typen wiederzugeben. Dies gelang erst Breitkopf in Leipzig im Jahre 1755. Die 1756 von F. W. Marpurg (1718 - 1795) herausgegebene Liedsammlung "Berlinische Oden und Lieder" war für die Haarlemer Giesserei und Druckerei von Izaak und Johannes Enschede Veranlassung zur selbstständigen Herstellung des ersten vollständigen Satzes von Notentypen in Holland, welches ihr mit der hier vorliegenden Ausgabe der "Haerlemse Zangen" von 1761 gelang. Fleischmann (1701 - 1768), einer der begabtesten und bedeutendsten Stempel- und Schriftschneider seiner Zeit, arbeitete nahezu zwei Jahre an den aufwendigen Drucktypen, hierzu fertigte er 226 Stempel und 240 Gussformen. Die Giesserei und Druckerei von Enschede in Haarlem hatte damals einen bedeutenden Weltruf, mit den beweglichen Drucktypen leitete sie eine neue Phase der Musikdruckerkunst in Holland ein.

(Bestell-Nr. 26647)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats April 2011

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede  

Das Objekt des Monats April im Antiquariat J. Voerster ist eine Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass) von Georg Sohn.

HEIDELBERG. - SOHN, G.: Eine schöne Rede . . . Vom Vrsprung der alten löblichen Vniversitet Heydelberg / vnd was sich bey derselben denckwürdig zugetragen. Gehalten im Jahr 1587. den 30. Novembris, vnd damals auss dem Lateinischen durch B[artholomäus] P[itiscus] verdeutscht. Jetz aber erstmals in druck gegeben. Heidelberg, J. Lancellot 1615. 72 S., S. 51/52, 55/56, 59/60 und 63/64 verheftet.Titelbordüre aus Holzschnittzieraten, teils gebräunt. Reizvoller Pappband mit Brokatpapierüberzug.

€ 1100,-


Selten. Erstausgabe der einzigen deutschen Übersetzung der "wichtig gewordenen Festrede" (Gass), eine der frühesten Abhandlungen zur Geschichte der Universität Heidelberg, der ältesten deutschen Universität. Die Jubiläumsrede "ist lebendig weil anschaulich, ebenso material- und detailreich - nach den Acta der Universität - wie summarisch und bündig" (R. Düchting). Die erste Säkularfeier der 1386 gegründeten alma mater - "1486 wurde noch nicht jubiliert" (R. D.) - wurde nur mit dieser in Latein gehaltenen Festrede begangen. Schon kurz danach ist sie von dem kurfürstlichen Oberhofprediger Pitiscus übersetzt worden für den des Latein unkundigen Administrator Johann Casimir, doch die Drucke erschienen erst wesentlich später: der lateinische 1607, der deutsche 1615, 2 Jahre nach dem Tod des Übersetzers. "Die Drucke sind als akademische Gelegenheitsschriften von höchster Seltenheit" (R. D.). Sohn, reformierter Theologe und Prorektor, hat die Stiftung und Geschichte der Universität als erster dargestellt mit einer längeren historischen Betrachtung von Anfang, Fortgang und Erhaltung der Universität und einer kürzeren des Dankes und der Fürbitten.

(Bestell-Nr. 9806)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats März 2011

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis.  

Das Objekt des Monats März im Antiquariat J. Voerster ist ein spätmittelalterliches Gesta Romanorum.

GESTA ROMANORUM. - Ex Gestis romanoruz hystorie notabiles collecte de vicijs virtutibusqz tractantes cum applicationibus moralisatis et mysticis. (Venedig, Georg de Rusconibus 26. April 1516). CXLIII, 9 Bl., Holzschnitt-Druckermarke als Titelvignette, 1 Holzschnitt-Initiale. Text in gotischer Type zweispaltig. Obere äußere Ecke braunfleckig. Wenige minimale Wurmspuren. Titel mit alten handschriftlichen Besitzvermerken. Vorsatz mit Exlibris und Besitzvermerk. Einband aus früherem Pergament- manuskriptblatt. Rücken über einem Bund ausgebrochen.

- verkauft -


Die berühmte im 13. Jahrhundert entstandene Sammlung von Legenden, Märchen, Sagen und Anekdoten - in Latein - basiert auf römischen Schriftstellern und Darstellungen aus der römischen Geschichte mit religiös-mystischen Erklärungen. Diesen wurde später - der weitaus größere Teil - weitere frei erfundene oder anderweitig entnommene Stücke hinzugefügt, wobei einige Erzählungen auch aus orientalischen Quellen stammen. Diese Edition enthält 181 Kapitel. Das Werk war bis zur Renaissance ein volkstümliches Lesebuch und eine Fundgrube für erbauende wie unterhaltsame Erzählungen mit einprägsamen Sprüchen und Lebensweisheiten. Dieses älteste Märchen-und Legendenbuch des christlichen Mittelalters wurde u.a. von Hans Sachs und Burkard Waldis benutzt und diente Chaucer und Shakespeare als Quelle. Auch Schiller bediente sich seiner für seine Ballade "Die Bürgschaft". - Über das Schach-Spiel Cap. 166. - Exemplar aus dem Besitz von E. Grisebach. - Graesse III, 74; Grisebach 298.

(Bestell-Nr. 20751)

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats Februar 2011

Georg Neumark - Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum   Das Objekt des Monats Februar im Antiquariat J. Voerster ist ein Widmungsexemplar von Georg Neumark für seinen Fürsten Herzog Moritz von Sachsen.

(NEUMARK, GEORG): Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum. Oder Ausführlicher Bericht / Von der Hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschaft Anfang / Absehn / Satzungen / Eigenschaft / und deroselben Fortpflantzung ... samt einem vollkommenen Verzeichnüss / aller / dieses Palmen-Ordens Mitglieder . . . Nürnberg, J. H. Schmid für J. Hoffmann (1668). Porträt-Kupfer von A. Böhner als Frontispiz, Kupfertitel, 22 Bl., 480 (recte 478) S., 39 Bl., 31 Kupfertafeln und einige Holzschnitte im Text. Eigenhändige Widmung Neumarks auf Porträt-Rückseite, alte Marginalien im Vorsatz. Einige Bl. im Rand ausgerissen. Gebräunt. Kalblederband der Zeit, Kapitale beschädigt. Fleural gepunzter Goldschnitt.

€ 5000,-


WIDMUNGSEXEMPLAR des Verfassers für seinen Fürsten Herzog Moritz von Sachsen. Selten. Erstausgabe dieser wichtigsten und maßgeblichen Quelle zur Geschichte der Fruchtbringenden Gesellschaft, die zu dieser Zeit 806 Mitglieder zählte, mit deren Verzeichnis. Seit 1653 ist Neumark als "Ertzschreinhalter" der geistige Kopf der Gesellschaft, deren Präsident seit 1662 Herzog August von Sachsen ist. Neumark will mit seinem Werk den 1647 erschienenen Bericht Hilles fortsetzen und ergänzen. Die "wegen Zeitmangels nicht so genaue" Zusammenstellung der Gesellschaftsnamen wurde später durch Behrndt und Herdegen-Amarantes auf die vollständige Anzahl von 890 ergänzt. Mit Dedications-Gedichten von S. v. Birken, A. Olearius, C. Stieler und E. C. Homburg. Die kräftigen Kupfer zeigen Porträts der Ordensoberhäupter, Wappen, allegorische Darstellungen, Gründungsszenen und die Ansicht der Wilhelmsburg in Weimar. Seinen besonderen Wert erhält unser Exemplar durch die ganzseitige eigenhändige Widmung Neumarks an den "Sittsamen" Moritz von Sachsen.- Dünnhaupt IV, 2974, 53; Manheimer 274; Seebass 666, Faber du Faur 169.


Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     

Objekt des Monats Januar 2011

Eigenhändiges Gedichtmanuskript von Wilhelm Carl Grimm  

Als Objekt des Monats Januar bietet das Antiquariat J. Voerster zum 225. Geburtstag von Wilhelm Carl Grimms am 24. Februar 2011 ein eigenhändiges Gedichtmanuskript des Dichters an.

GRIMM, Wilhelm Carl, [1786-1859]: Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit Widmung und Unterschrift. Frankfurt, 4. October 1821. Gross-Oktav. 1 Seite.

- verkauft -


14zeiliges Gedicht, versehen mit einer 4zeiligen Widmung. "Zwei Bäume stehen draus in Gottes Feld, / die schütteln sich, wenn Thau vom Himmel fällt, / die wiegen sich bewegt, sobald die Morgensonne die Wipfel ihnen rührt, zu eines Tages Wonne. / ... / O, lieber Gott, laß sie in langen Jahren / noch deines Himmels milde Gunst erfahren / und wo der Erde schwere Wolken drücken, / laß deiner Sonne Strahl dazwischen blicken". - Darunter die Widmung: "Sie haben mir, wie ich ankam, als einem Fremden die Hand gereicht, weil er ein Freund von Thomas war; ich will sie Ihnen beim Abschied mit herzlicher Freundschaft zurückgeben". Wilhelm war 1821 nach Frankfurt gereist. - Der in der Widmung erwähnte Johann Gerhard Christian Thomas (1785-1838) war u. a. Senator und Bürgermeister in Frankfurt. - Wilhelm Grimm veröffentliche 1821 seine Arbeit "Über deutsche Runen". - Gedichtmanuskripte von Wilhelm Grimm sind sehr selten im Handel.

Bei Interesse nehmen Sie bitte hier Kontakt mit uns auf.

     
Logo VDA Unser Antiquariat ist Mitglied im traditionsreichen Verband der deutschen Antiquare (VDA) und der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB). ILAB Logo