Antiquarische Highlights: Erstausgaben, Autographen, Noten, Handschriften uvm.

Objekt des Monats März 2016

autographen marie von ebner eschenbach eigenhaendiger brief mit ort datum unterschrift 27981 kl

autographen marie von ebner eschenbach eigenhaendiger brief mit ort datum unterschrift 27979 kl

 

 

Zum 100. Todestag von Marie Freifrau
von Ebner-Eschenbach, 
geb. Freiin von (seit 1843 Gräfin) Dubsky

Geboren am 13.9.1830 auf Schloß Zdislawic/Mähren,
gestorben am 12.3.1916 in Wien.


Ebner-Eschenbach gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. 1898 wurde sie mit dem höchsten Zivilorden Österreichs, dem Ehrenkreuz für Kunst und Literatur, ausgezeichnet und war 1900 erster weiblicher Ehrendoktor der Wiener Universität. Da bisher nur wenige, teilweise nur in Auswahl, vorliegende Briefausgaben publiziert wurden, möchten wir mit zwei ausgewählten Briefbeispielen auf die reiche Fülle der Korrespondenz von Marie Ebner-Eschenbach aufmerksam machen.


1. EBNER-ESCHENBACH, Marie von [1830-1916]: Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Wien, 11. Februar 1875. Groß-Oktav. Doppelbogen. 4 Seiten. Etwas fleckig.

€ 360,-


Schöner, an ihre Schwägerin Rosine [Gräfin Dubsky v. Trebomyslic, 1848-1938] gerichteter Brief, der am Anfang übersandte „Photographieen“ der Familie kommentiert. " ... Heut mein theuerstes Herz kommt eine Brochure die hier ein gewaltiges Aussehen erregt, ihres Inhalts sowol als ihres Verfassers wegen. Es ist der junge Toscana, der bestimmt sein soll existent an E.H Wilhelms Stelle zu treten. Nach dem Erscheinen seines Schriftchens wurde er sogleich zur Infanterie versetzt. Einzelnheiten in derselben stimmen aufs Haar mit dem Aufsatze von Moriz, der hier so viel böses Blut gemacht hat. (...) Ich war aber diese Woche überaus fleißig u. habe so viel geschrieben, daß mir schon selbst vor der Buchstaben Verfertigung graut. Vielleicht bekommt Ihr's in nicht allzuferner Zeit gedruckt zu lesen. Deshalb sage ich vorläufig nicht darüber. Ich kann leider nicht finden daß die Geigerin zugleich aus ihrem Charakter u. in die Arme des Barons fällt. Sie hat eben die Manie sich zu opfern, die bei Frauen, denen man ja immerfort sagt, daß sie dazu geboren werden, so häufig vorfindet. (...)". Der Brief endet mit Nachrichten aus der Familie. (Bestell-Nr. 27981)


 


2. EBNER-ESCHENBACH, Marie von [1830-1916]: Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum und Unterschrift. Wien, 1. März [18]86. Oktav. Doppelbogen mit dem geprägten Wappen in Gold und Blau der Familie Ebner. 4 Seiten. Mit blauer Tinte, einzelne Buchstaben etwas verwischt.

€ 340,-


Dankesbrief an ihren Stiefbruder Victor Graf Dubsky von Trebomyslice (1834-1915) zu dem sie ein sehr inniges Verhältnis hatte. "... Die Hoffnung Dich im Laufe dieses Monats endlich wiederzusehen, stimmt mich sehr freudig ... Nicht weniger als ich sehnt sich Helene nach Deinem Kommen. (...) Ich gehe aus dem Kloster immer mit einem sehr beruhigten Gefühl, und so alt ich bin, und so wenig Ursache ich eigentlich habe zu wünschen, noch geschwinder noch älter zu werden, so möchte ich doch die Zeit schon dahaben in welcher Du Helene wirst zu dir berufen können, um aus ihrem Umgang Ersatz und Trost für so mancherlei zu finden, was das Leben Dir schuldig geblieben ist. (...)". (Bestell-Nr. 27979)

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Objekt des Monats Februar 2016

GRÉTRY, André-Ernest-Modeste - Originalausgabe [1769]

GRÉTRY, André-Ernest-Modeste - Lithographie

GRÉTRY, André-Ernest-Modeste - Kupferstich

 

Zum 275. Geburtstag von André-Ernest-Modeste Gretry

(geboren am 8. Februar 1741 in Lüttich, gestorben 24. September 1813 in Montmorency bei Paris)


Grétry war der vielseitigste, produktivste und erfolgreichste Opernkomponist Frankreichs Ende des 18. Jahrhunderts. Er schrieb mehr als 60 Bühnenwerke und machte sich auch als Musikschriftsteller einen Namen.


1 GRÉTRY, [André-Ernest-Modeste]. Le Tableau Parlant … Oeuvre III. Partitur. Paris und Lyon, aux Adresses ordinaires de Musique und M. Gastaud (ohne PlattenNr.) [ca. 1779]. Folio. Titelblatt, 135 S. Pappband im Stil der Zeit.

- verkauft -



Späterer Abzug von den Platten der Originalausgabe [1769], nunmehr mit dem nachträglichen Eindruck „Oeuvre III.“ über dem Titel und der Angabe „Avec privilege du Roi“ unten links im Titel. – Die Widmung steht jetzt auf der Titel-Rückseite. – Der berühmte F. M. Grimm urteilte bereits 1769 in seinen „Correspondance“: „Es ist eine absolut neue Musik, für die es in Frankreich kein Vorbild gab“, und er erklärt die Bezeichnung „parade“ als „Mischung aus Bouffonerie und Vornehmheit“ (Pipers Enzyklopädie 2, 563). Mit seiner Musik traf Grétry sehr genau den Geschmack seiner Zeit, jedenfalls bis zur Französischen Revolution, denn danach komponierte er nur noch wenige Werke. – Nicht in RISM; Hirsch II, 362.  (Bestell-Nr. 6829)

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2 GRÉTRY, André-Ernest-Modeste. – Halbfigur nach links. Lithographie von [François-Séraphin] de Delpech nach Robert Lefèvre, nach Zéphirin Félix Jean Marius Belliard. [Ca. 1850]. 34,5 x 27 cm. Etwas gebräunt.

€ 220,-


Ausdrucksvolles Porträt. Grétry trägt seine Medaille der Ehrenlegion. – Thieme-Becker III, 250 (zu Belliard). (Bestell-Nr. 18412)

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3 GRÉTRY, André-Ernest-Modeste. - Brustbild im Achteck nach rechts. Kupferstich in Punktiermanier von Wachsmann Zwickau, Gebr. Schumann [ca. 1820]. 18,5 x 12 cm.

€ 80,-


(Bestell-Nr. 26894)


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Objekt des Monats Januar 2016

Erstausgabe von Gottfried Schultz - Bewährte Kunst Vergnügt und lange zu leben  

„... Mäßigkeit und gute Diät ...“ sowie „Gemüths-Vergnügung“
tragen zur Erhaltung der Gesundheit und Verlängerung des Lebens bei

SCHULTZ, Gottfried: Bewährte Kunst Vergnügt und lange zu leben/ Worinne denen / die langes Leben und gute Tage begehren / der richtigste Weg ohnfehlbar darzu zu gelangen / auffs deutlichste gezeiget/ Und die beste Art allerley/ absonderlich Gemüths-Kranckheiten/ glücklich zu curiren wohlmeynend entdecket wird. 2 Theile in 1 Band. Leipzig, Chr. Emmerich 1707. 430 S., 8 Bl.; 430 S., 8 Bl. Exlibris. Pergamentband der Zeit.

- verkauft -


Schönes Exemplar der seltenen Erstausgabe. "Kein medicinisches Werk, sondern unterhaltende Sammlung z. Theil sehr curioser Historien ... wie: Die unnatierliche (!) Ehe (mit einem Affen). - Die durch fürgegebene Einbildung geschwängerte Frau. - Der vom Teuffel betrogene Pabst. - Doctor Lutherus tröstet ein Weib, so sich dem Sathan verschrieben ... Wenig bekannt und rar!" (Hayn-Gotendorf). - Ferner über Kriegshistorien, Aufruhr in Frankfurt, Bremen, Breslau und Riga, Teufels- Mord- und Erlösergeschichte, Feuerwerke, vergrabene Schätze u. a. „Die Absicht des Verfassers – der übrigens auch Mäßigkeit und gute Diät empfiehlt – ist ‚Gemüths-Vergnügen und ein fröliches Hertz zur Erhaltung der Gesundheit und Verlängerung des Lebens zu recommendiren‘ und er versichert, ‚daß wohl eher die gefährlichsten Kranckheiten durch Carmina curiret werden, wovon noch vor kurtzer Zeit eine wohl-ausgearbeitete Disputation zu Wittenberg gehalten worden.“ (Haus der Bücher). - Mit umfangreichem Register in beiden Teilen. - Mit dem schönen, in Kupfer gestochenen heraldischen Exlibris von Christoph Wenzel Graf von Nostitz (1643 - 1712). - Hayn-Gotendorf VII, 229; Haus der Bücher Kat. 707, Nr. 918. (Bestell-Nr. 26849)

 

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Objekt des Monats Dezember 2015

Erstausgabe von Heinrich Heine  

Zum 218. Geburtstag von Heinrich Heine
(geboren am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, gestorben am 17. Februar 1856 in Paris)

Um das tatsächliche Geburtsdatum Heines ranken sich Mythen. Selbst Heine machte daraus eine spannende Angelegenheit und trug zur Mystifizierung bei. „Heine hat mit dieser dunklen Stelle seiner Biographie zeitlebens spielerisch-geheimnisvoll operiert“:

„Wie alt sind denn Sie, Dottore?“
„Ich, Signora, bin in der Neujahrsnacht
Achtzehnhundert geboren.“
„Ich habe Ihnen ja schon gesagt“,
bemerkte der Markese, „es ist einer
der ersten Männer unseres Jahrhunderts.“
(Reisebilder. Dritter Teil. Die Bäder von Lucca).
(E. Ziegler in „Heinrich Heine. Leben, Werk, Wirkung“, S. 11).

Alle offiziellen Unterlagen wurden durch Brand in Hamburg und Düsseldorf vernichtet. Schließlich einigte sich die Heine-Forschung auf den 13. Dezember 1797 als Geburtsdatum.


HEINE, Heinrich: Tragödien, nebst einem lyrischen Intermezzo. Berlin, F. Dümmler 1823. 2 Bl., 247 S. Letztes Blatt mit kleinem Ausriss im Falz, sonst gutes Exemplar. Buntpapiervorsätze. Halblederband der Zeit mit ornamentaler Rückenvergoldung.

€ 1800,-


Erstausgabe des zweiten Werkes von Heine, in dem einige seiner berühmtesten und sangbarsten Lieder erstmals erschienen. Die Gedichte des "Lyrischen Intermezzo" brachten ihm den Ruf ein, einer der größten deutschen Lyriker zu sein. Die Nähe zum Volkslied prädestinierte zum Vertonen und sowohl Schumann wie Mendelssohn schufen kongeniale Kompositionen. - Der Band enthält Heines dramatischen Erstling "Almansor" mit dem berühmten Zitat: dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen". Heine, der sich damals noch Harry Heine nannte, begann die Tragödie während seiner Studienzeit in Göttingen, wo er nach kurzer Zeit aus der Burschenschaft - für die antisemitische Gründe ausschlaggebend waren - ausgeschlossen wurde. Seine zweite im Band enthaltene Tragödie "William Ratcliff" schrieb er bereits in Berlin. Heine selbst schätzte seine zwei Werke hoch ein, doch das Publikum verhielt sich ablehnend. Sie sind aber als ein Dokument seiner geistigen Entwicklung ernst zu nehmen. - Mit der Zueignung an seinen Onkel Salomon Heine. - Wilhelm-Galley I, 575; Goedeke VIII, 552, 15. (Bestell-Nr. 26819)

Weitere Erstausgaben von Heinrich Heine finden Sie in unserem Online-Katalog

HEINE, H.: Atta Troll. Ein Sommernachtstraum. Hamburg, Hoffmann und Campe 1847. XIV, 158 S., 3 Bl. Verlagsanzeigen. Gebräunt. Halblederband der Zeit mit ornamentaler Rückenvergoldung.

HEINE, H.: Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. 103 S. ohne Bl. Verlagsanzeige. Illustrierter Originalumschlag.

HEINE, H.: Französische Zustände. Hamburg, Hoffmann und Campe 1833. XXVI S., 1 Bl., 408 S. Stärker braunfleckig. Pappband unter Verwendung des Originalumschlags.

HEINE, H.: Heinrich Heine über Ludwig Börne. Hamburg, Hoffmann und Campe 1840. 2 Bl., 376 S., Vortitel gestempelt. Teils stockfleckig. Blindgepresster Leinenband der Zeit. Fleckig.

HEINE, H.: Romanzero. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. VI, 314 S. Leinenband der Zeit mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung.

HEINE, H.: Ueber den Denunzianten. Eine Vorrede zum 3. Theile des Salons. Hamburg, Hoffmann und Campe 1837. 1 Bl., 39 S. Farbiger, illustrierter Originalumschlag.

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Objekt des Monats November 2015

Erste Einzelausgabe von Franz Kafka - Die Verwandlung  

Mit dem Objekt des Monats November erinnern wir an das Erscheinen der Erzählung „Die Verwandlung“ von Franz Kafka im November 1915 beim Kurt Wolff Verlag in Leipzig.

KAFKA, F.: Die Verwandlung. Leipzig, Kurt Wolff Verlag (1915). 73 S., 3 Bl. (Verlagsanzeigen). Rote Engl.-Originalbroschur mit dem von Ottomar Starke illustr. Originalumschlag, Umschlagtitel in Rot und Schwarz. Unbeschnitten. (Der jüngste Tag, 22/23).

- verkauft -

Erste Einzelausgabe. - "Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig November 1915 als Band 22/23 (Doppelband) der Bücherei 'der jüngste Tag'" (Impressum). - Umschlag mit Erscheinungsjahr 1916. - Dietz 26. (Bestell-Nr. 27099)

Weitere Objekte von Franz Kafka in unserem Online-Katalog:
KAFKA, F.: In der Strafkolonie. Leipzig Kurt Wolff Verlag 1919 68 S., 2 Bl. Papierbedingt leicht gebräunt, erste und letzte Bll. minimal stockfleckig. Halblederband der Zeit mit goldeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt, Lesebändchen. Kanten leicht berieben, etwas lichtrandig.

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Objekt des Monats Oktober 2015

Musik-Antiquariat: Bild von Leonard Bernstein mit Unterschrift  

Zum 25. Todestag von

Leonard Bernstein

Komponist, Pianist, Dirigent und Musikpädagoge
(geboren am 25. 08. 1918 in Lawrence/Massachusetts, gestorben am 14. 10. 1990 in New York)

BERNSTEIN, Leonard [1918-1990]: Fotografie (schwarz-weiß) mit eigenhändiger Unterschrift. [München, 1981]. 12,5 x 17,6 cm.

- verkauft -

Momentaufnahme. Bernstein dirigiert "Tristan und Isolde" für Schallplattenaufnahmen. Das Foto stammt von Werner Neumeister (1926 - 1997). Neumeister begann in den 60-er Jahren ein reiches Werk an Musikerporträts zu schaffen. - Bernstein hat nur einmal den Tristan 1981 in München mit dem Chor und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks für Schallplatte aufgenommen (Tristan: Peter Hofmann; Isolde: Hildegard Behrens). (Bestell-Nr. 18352)

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Objekt des Monats September 2015

Autographen: Eigenhändiger Text von Franz Werfel des Schriftstellers Franz Werfel zum  

Zum 125. Geburtstag von Franz Werfel
(geboren am 10. September 1890 in Prag, gestorben am 26. August 1945 in Beverly Hills)

WERFEL, Franz [1890-1945]: Eigenhändiger Text zum "Hussitenlied", am Unterrand nachträglich signiert und datiert. "Wien, 1933". Folio. 1 Seite. 12 Notenzeilen, 2 Textstrophen. Tinte und Bleistift. Leichte Randläsuren. Knickfalte.

€ 1800,-

Werfels Interpretation des wohl berühmtesten Hussitischen Kampfliedes "Ktož jsú boží bojovníci", das ein Symbol der nationalen Identität für die tschechischen Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert wurde (vgl. New Grove², Bd. 6, S. 809). Dvorak verwendete es in seiner Hussiten-Ouvertüre und Smetana in "Mein Vaterland". In dieser einstimmigen Vertonung ist der ursprüngliche Text gestrichen und durch seinen eigenen ersetzt: "Die Ihr Gottes heilge Streiter, vollstreckt was er kündet! ... Dass er uns endlich führ zu Sieg und Leben." (Bestell-Nr. 18389)

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Objekt des Monats August 2015

Seltene Autographen: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift von Thomas Mann  

Thomas Mann
(geb. am 6. Juni 1875; gestorben am 12. August 1955)
zum 60. Todestag

MANN, Thomas [1875-1955]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift. Pacific Palisades, 12. Jan[uar] 1948. Großoktav. 1 1/2 Seiten. Gedruckter Briefkopf.

€ 5600,-


An den Filmregisseur und Schauspieler William Dieterle über seinen im Herbst 1947 erschienenen Roman "Doktor Faustus". "... Ich weiss nicht, was es ist mit diesem Buch, aber nie habe ich begieriger und gespannter auf das Echo eines Werkes gelauscht, und die Stimme eines Künstlers von Ihrem Feingefühl in aesthetischen und moralischen Dingen muss mir von beruhigender Wichtigkeit sein.
(...). Ich habe mit Früherem manche Wirkung hervorgebracht, aber zum ersten Mal geschieht es, dass ich Tränen sehe in den Augen meiner Leser. ... Mir selbst ist dies Buch nahe gegangen und hat an mir gezehrt wie kein anderes ...". - Wilhelm (William) Dieterle (1893-1972) arbeitete einige Jahre als erfolgreicher Regisseur bei Warner Bros. in Hollywood. Er kehrte Ende der 1950er Jahre nach Europa zurück. - Nicht abgedruckt in Regesten und Register. (Bestell-Nr.27223)

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Objekt des Monats Juli 2015

Erstausgabe von Gottfried Keller - Der grüne Heinrich  

Gottfried Keller
(geboren am 19. Juli 1819, gestorben am 15. Juli 1890)
zum 125. Todestag


Während seiner Berliner Zeit 1850 – 55 griff der schweizerische Schriftsteller „das Thema der bildenden Kunst als literarisches Thema auf und gestaltete es in ‚Der grüne Heinrich‘, seinem ersten Roman. Dieser steht in der Tradition des Bildungsromans und orientiert sich in Aufbau und Sprache stark an Goethes ‚Wilhelm Meister‘, z. T. auch an Jean Paul.“ (Brockhaus – Die Enzyklopädie, Bd. 11, 621).

KELLER, Gottfried: Der grüne Heinrich. Roman. 4 Bände. Braunschweig, Fr. Vieweg 1854-55. Alter Name im Vorsatz. Wenige Bl. etwas stockfleckig. Leinenbände der Zeit. Ecken und Kanten bestoßen. Rücken ausgeblichen.

- verkauft -

Erstausgabe der 1. Fassung, "heute sehr selten und teuer" (J. Baechtold), die der späteren die frische Unmittelbarkeit und lyrische Intensität voraus hat. Keller berichtet Vieweg am 3.5.1850: "Da ... der Roman ein Produkt der Erfahrung ist ... so glaube ich mir schmeicheln zu können, daß es kein falsches Tendenzbuch sein wird. Es ist wohl keine Seite darin, welche nicht gelebt und empfunden worden ist." Neben dem "Wilhelm Meister" und "Nachsommer" der bedeutendste deutsche Bildungsroman des 19. Jahrhunderts. "Das wesentlich Neue ist, daß hier Humanität als Bildungsziel innerhalb des Erfahrungsbereichs der alltäglichsten, unscheinbarsten und gewöhnlichsten Begebenheiten, Situationen und Umstände verwirklicht werden soll" (KLL). "Für Keller ist 'Der grüne Heinrich' zum Schicksalsroman geworden; man hat gesagt, daß er mit diesem autobiographischen Werk sich die Entelechie seines Lebens früh bewußt gemacht und den Gang seines menschlichen und künstlerischen Daseins bestimmt habe. Der Roman ist ein Stück literarisches Leben und Schicksal geworden; er hat in der ersten Fassung die Theorie und Praxis des Erzählens und erst recht die Kritiker sehr beunruhigt …" (H. Boeschenstein). - Zippermann 10-11. (Bestell-Nr. 7776)

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Objekt des Monats Juni 2015

Eduard Mörike - Eigenhändiges Gedicht  

Eduard Mörike
(geboren am 8. September 1804 in Ludwigsburg; gestorben am 4. Juni 1875 in Stuttgart)
zum 140. Todestag

MÖRIKE, Eduard [1804-1875]: Eigenhändiges Gedicht mit Datum und Unterschrift und eigenhändige Begleitzeilen mit Unterschrift "M". 28. Aug. 1862. 1 Seite recto und 1/4 Seite verso.

- verkauft -

Das Gedicht wurde unter dem Titel "Der Hirtenknabe" erstmals in Georg Scherers "Illustriertem deutschem Kinderbuch" 1863 veröffentlicht und stand neben der Zeichnung Ludwig Richters. Zwei Strophen mit insgesamt 17 Zeilen berichten vom Hirtenbübchen, das mit Engeln zusammentrifft.

Vesperzeit,
Betgeläut'
Aus den Dörfern weit und breit.
Hirtenbüblein auf der Heide
Bei der Weide
Seine Hände alsobald
Überm Käpplein falt't,
Schlägt die Augen unter sich,
Betet inniglich.

Sieh da! Engel Hand in Hand
Ihrer viere, fahrend über Land,
Wie sie ihn erblicken,
Winken sich und nicken,
Machen halt im Nu,
Treten still herzu,
Stimmen an zum Glockenklang
Ihren Lobgesang.

Angeregt zu diesem Gedicht wurde Mörike durch die Zeichnung Richters, die sich bereits in der 3. Auflage des Kinderbuches von 1853 befand. Auf der 4. Seite des Bogens finden sich die Begleitzeilen in Blei an den Verleger Scherer: "Hierbei ein Verslein, lieber Freund, mit herzlichem Gruß ... Dein M.". - Vgl. Simon, Mörike-Chronik, S. 271. (Bestell-Nr. 18290)

Weitere Objekte zu Eduard Mörike:

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Objekt des Monats Mai 2015

Literatur-Antiquariat: Erstausgabe von Friedrich Schiller - Der Venuswagen

Literatur-Antiquariat: Brustbild von Friedrich Schiller - Kupferstich von J. G. Müller nach A. Graff

 

Zum 210. Todestag von Friedrich Schiller

(geboren 10. November 1759 in Marbach am Neckar, gestorben am 9. Mai 1805 in Weimar)

[SCHILLER, Friedrich]: Der Venuswagen. [Stuttgart, J. B. Metzler 1781]. 24 S. Alte Eintragungen auf dem Titelblatt gelöscht. Teils kleine Randläsuren. Etwas stockfleckig. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

- verkauft -

Extrem seltene Erstausgabe von Schillers Jugendgedicht, das heute zu den höchstbezahlten Rarissima der Schiller-Literatur zählt. "Ohne in der Wahl der erotischen Ausdrücke irgendwie an sich zu halten schrieb Schiller das Gedicht gegen die gesellschaftliche und kirchliche Heuchelei in geschlechtlichen Dingen" (Hayn-Gotendorf). Das anonym und ohne Angabe von Ort, Verlag und Jahr erschienene Gedicht entstand wahrscheinlich im Winter 1778/79 und erinnert in seiner Art an Satiren, Narren-und Sünderschelten des 15. und 16. Jahrhunderts (vgl. SNA, 2 II A). Schiller verwarf später das Gedicht und versuchte es auf jede mögliche Art selbst zu unterdrücken. Heute ist es fast unauffindbar. - Die Verfasserschaft Schillers ist durch seinen Brief an W. v. Wolzogen vom 23.3.1788 bezeugt. - Trömel 18; Marcuse 34; SNA 2 II A, 28. (Bestell-Nr. 16835)

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SCHILLER, Friedrich von: Brustbild nach links mit Umrahmung. Kupferstich von J. G. Müller nach A. Graff. 1793. 33,7 x 25,6 cm. Unter Passepartout.

- verkauft -

Schöner, kräftiger Abdruck. Entstanden nach dem Gemälde von Anton Graff, der zu seiner Zeit zu den berühmtesten Porträtmalern zählte. Graff begann 1786 mit dem Bildnis und vollendete es erst 1791 da Schiller lt. Graff "kein Sitzleder" hatte. - Johann Gotthard von Müller (1747-1830) war seit 1776 Leiter der Kupferstichabteilung an der Carlsschule. Schiller beurteilte diesen Kupferstich: "Die Arbeit ist vortrefflich ausgefallen, der Stich voll Kraft und doch dabei voll Anmuth und Flüssigkeit" (Brief v. 26. 5. 1794). (Bestell-Nr. 27626)

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Objekt des Monats April 2015

Musikantiquariat - seltene Erstausgabe von Theophil Muffat

 

Theophil [Gottlieb] Muffat

(getauft am 25. April 1690 in Passau, gestorben am 9. Dezember 1770 in Wien)


MUFFAT, Theophil: Componimenti Musicali per il Cembalo Di Theatro Muffat. Augsburg, J. Chr. Leopold [ca. 1736-1739]. Quer-Folio. Kupfertitel von J. A. Friedrich, 3 Bl., 105 S., 1 Bl. Notenkupfer. Teils stockfleckig. Lederband der Zeit mit reicher ornamentaler Rückenvergoldung, Eckfleurons und Goldbordüren auf den Deckeln. Alters- und Gebrauchsspuren. Einband fleckig, Vorderdeckel wasserfleckig; im Ganzen gutes Exemplar.

- verkauft -


Von großer Seltenheit. - Erstausgabe eines der beiden zu Lebzeiten Muffats gedruckten Werke. Über das Erscheinungsjahr herrscht Uneinigkeit. Riedel datiert das Werk auf 1736. Er begründet das mit Verlagsverzeichnissen des Stechers Leopold und der Betitelung für Franz I. in der Widmung, nahezu übereinstimmend mit dem British Union Catalog 1727. Die Sammlung enthält 6 Suiten und 1 Ciacona mit 38 Variationen. Sie war für Händel eine Quelle für zahlreiche Anregungen und Parodien. Es "wird deutlich, daß die 'Componimenti Musicali' … eine Zusammenstellung aus einem im Laufe mehrerer Jahre geschaffenen Repertoire bilden … ähnlich wie Bachs 'Clavier Übung', deren erstem Teil sie nicht nur in der formalen Anlage ähneln, sondern auch, trotz aller Verschiedenheit, an musikalischer Qualität nahestehen" (F. W. Riedel in MGG 9, S. 923). Muffats Publikationen fanden schon zu seinen Lebzeiten wie auch später hohe Anerkennung und weite Verbreitung. Die Musikgeschichte weist ihm seinen Platz unter den Klaviermeistern in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts neben Bach und Händel zu. Besonders hervorzuheben ist das prachtvolle Augsburger Rokoko-Titelkupfer. "Spürt man doch in seinem ganzen pompösen Aufbau und in der Haltung der dargestellten Personen noch starke barocke Anklänge. Das Blatt ist überhaupt eine sehr charakteristische Probe der Augsburger Gebrauchsgraphik jener Tage" (W. von zur Westen, Musiktitel aus vier Jahrhunderten, S. 57 f.). - RISM VIM 8134; Wolffheim I, 1427; Hirsch III, 443; Eitner VII, 118; von zur Westen, Abb. 50, nach S. 58. (Bestell-Nr. 24261)


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Objekt des Monats März 2015

Musikantiquariat: Karikatur von Carl Muck - Arthur George Witherby

 

Carl Muck

(geboren am 22. Oktober 1859 in Darmstadt, gestorben am 4. März 1940 in Stuttgart)

 

"Muck was a masterly conductor of Wagner and one of the greatest interpreters of the symphonies of Anton Bruckner ..." (J. Stevenson).


Der gefeierte Musiker arbeitete in Berlin und Amerika. In Deutschland wirkte er in Bayreuth und in Hamburg. „Nach dem Tode von Felix Mottl und Hans Richter galt er als der maßgebliche Wagnerdirigent der Zeit (und) war ... der erste bedeutende Wagnerdirigent, der Schallplattenaufnahmen hinterließ." (NDB 18, 256). "1933 zog er sich in den Ruhestand nach Stuttgart zurück." (MGG 9, 843).


MUCK, Carl. – [WITHERBY, Arthur George]. Ganzfigur beim Dirigieren. "The Wagnerian Opera". Farblithographie. [Aus]: Vanity Fair, 27. July 1899. Vincent Brooks, Day & Son [1899]. 38 x 26 cm. Unter Passepartout.

- verkauft -


Der britische Journalist und Herausgeber Arthur George Witherby (1856 – 1937) arbeitete nebenberuflich auch als Karikaturist u.a. für „Vanity Fair" und signierte seine künstlerischen Werke mit „w.a.g.". (Bestell-Nr. 18631)


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Objekt des Monats Februar 2015

Johann Mattheson: Georg Friderich Händels Lebensbeschreibung

 

Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 [nach dem in Deutschland seit 1700 geltenden gregorianischen Kalender am 5. März] in Halle/Saale geboren und ist am 14. April 1759 in London gestorben.


HÄNDEL, Georg Friedrich - MATTHESON, Johann: Georg Friderich Händels Lebensbeschreibung, nebst einem Verzeichnisse seiner Ausübungswerke und deren Beurtheilung; übersetzet [aus dem Engl. des J. Mainwaring], auch mit einigen Anmerkungen, absonderlich über den hamburgischen Artikel, versehen. Hamburg, Auf Kosten des Übersetzers 1761. Mit gest. Porträt Händels von F. N. Rolffsen [nach T. Chambars]. 5 Bll., 156 SS., 4 Bll. (Register). Neuer Halbpergamentband.

- verkauft -


Von großer Seltenheit. - Bereits zwei Jahre nach Händels Tod gab der Hamburger Musikschriftsteller und Komponist Johann Mattheson (1681-1764) die deutsche Übersetzung der ersten Händel-Biografie von John Mainwaring (1735-1807), 'Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel' (London 1760) mit zahlreichen Korrekturen, Kommentaren und Ergänzungen aus eigener Sicht vermehrt heraus. Mainwaring's Schrift gilt als erste Musikerbiografie überhaupt. - Eitner VI, 385 f.; Wolffheim II, 516; Hirsch I (hist. Anh.), 39. (Bestell-Nr. 27871)

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Objekt des Monats Januar 2015

Matthias Claudius - ASMUS omnia sua SECUM portans

 

Zum 200. Todestag von Matthias Claudius
(15.8.1740 – 21.1.1815)


Matthias Claudius kommt 1740 zur Zeit der Aufklärung zur Welt. In Plön besuchte er die Lateinschule. Studium in Jena. 1771 - 1775 gibt er die von J. J. Bode begründete Volkszeitung ‚Der Wandsbecker Bothe', die viermal wöchentlich erscheint, heraus. Lebte auch später meist in Wandsbeck (heute Wandsbek), dann in Altona und Hamburg. Zu seiner Zeit wirken u.a. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) und Bettina von Arnim (1785 – 1859). Claudius stand dem Kreis um F. G. Klopstock, J. H. Voss und F. L. Stolberg in Eutin nahe und vertrat gemeinsam mit J. K. Lavater, F. H. Jacobi, J. G. Herder und J. G. Hamann einen christlichen und volksnahen Realismus. In Gedichten fand er seinen eigenen gemütstiefen, fast kindlichen Ton. Am bekanntesten sein Abendlied ‚Der Mond ist aufgegangen', 1779 entstanden. Im Dezember 1814 Übersiedlung nach Hamburg in das Haus seines Schwiegersohnes Perthes. Am 21. Januar 1815 stirbt Claudius in Hamburg. Seine Beisetzung erfolgt am 25. Januar 1815 in Wandsbeck.

Mit dem Werk ‚ASMUS omnia sua SECUM portans', „ein buntscheckiges Mosaik, das frühere Zeitungsbeiträge mit neuen Aufsätzen u. Gedichten zu einem bewußt komponierten Ganzen vereinigte. ... schuf (sich) Claudius ... einen bleibenden Platz in der deutschen Literaturgeschichte." (Killy 2, 425).

WANDSBECKER BOTE. - [CLAUDIUS, Matthias]: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen. 8 Teile in 7 Bänden. Breslau und Hamburg, Beym Verfasser, und in Commission bey G. Löwe, in Commission bey F. Perthes, N. C. Wörmer [1775]-1812. 8 Holzschnitt-Titelvignetten; 15 Kupfer auf Tafeln und im Text, davon 9 von Chodowiecki und Schellenberg; 2 Notentafeln, 12 Holzschnitte im Text. Titel gestempelt. Vereinzelt stockfleckig. Eintragung von alter Hand (Bd. 1). Schöne Pappbände der Zeit.

€ 2800,-


Schönes, komplettes Exemplar der ersten Gesamtausgabe, in Form einer Zeitschrift, davon 4 Bände in Originalausgabe. Das Sammelwerk enthält zahlreiche Rezensionen der Sturm- und Drangzeit. Das Werk, bei dem Claudius mehrmals den Verleger wechselte, erschien von 1775-1812 mit Texten aus den verschiedenen Lebensphasen des Autors. Die Teile 1-3 enthalten Berichte aus dem literarischen Leben um 1775 mit Rezensionen über Aufführungen z. B. "Minna von Barnhelm'', "Emilia Galotti'', "Götz von Berlichingen'' und anderer zeitgenössischer Theaterereignisse. Claudius wusste zu der Zeit nichts von Goethes Autorschaft. 1773 schreibt er an Herder "Wer hat den Götz von Berlichingen geschrieben? Mir sagt man ein Advokat in Frankfurt". Außerdem findet man Buchbesprechungen wie: Goethes "Leiden des jungen Werthers'' ("weiss nicht, ob'sn Geschicht oder n'Gedicht ist ..."), Klopstocks "Oden'', Herders "Blätter von Deutscher Art und Kunst'', Lenz "Der Hofmeister'' u. a. - Im „Anhang zum 5ten Theil", die sehr seltene Streitschrift "Von und Mit dem ungenannten Verfasser [d. i. A. v. Hennings] der: ‚Bemerkungen' über das H.O.C.R. und G.S. Callisen Versuch den Werth der Aufklährung unsrer Zeit betreffend". - Engelmann, 207, 468-73, 625, 654; vgl. Platschek in C's Sämmtliche Werke 1991, S. 994 ff. - „Einstens kam der bekannte Volksdichter, Matthias Claudius, der Wandsbecker Bote genannt, nach Berlin, und eilte, auch den damals noch etwas geltenden Burmann persönlich kennen zu lernen. Er klopft an sein Zimmer. Burmann ruft: „Herein!" Als Claudius eintritt, fragt Burmann: „Wer sind Sie?" – „Ich bin der Wandsbecker Bote" erwiedert Claudius. Burmann geräth so außer sich vor Freude, daß er sich auf die Erde wirft, und sich jauchzend um den Tisch wälzt. Claudius glaubt, diesen solennen Empfang auch nicht frostig erwiedern zu dürfen, sondern streckt sich gleichfalls auf den Fußboden, und kollert sich nach. Erst nachdem die Runde um den Tisch ein paarmal vollendet ist, sinken sich die beiden Schöngeister in die Arme." (Jördens, Denkwürdigkeiten, Charakterzüge und Anekdoten ... Bd. 1, S. 74). – Gottlob Wilhelm Burmann, eigentlich Bormann (1737-1805), redigierte eine Zeit lang die „Spenersche Zeitung". (Bestell-Nr. 16983)

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Objekt des Monats Dezember 2014

Autographen: Eigenhändiger Brief von Theodor Fontane

 

Theodor Fontane
(30.12.1819 – 20.09.1898)

Am 30. Dezember jährt sich sein Geburtstag zum 195. Mal.


Mit dem "Objekt des Monats" Dezember möchten wir besonders den Briefschreiber Fontane würdigen: „Fontanes Briefe geben dem Leser nicht nur Informationen über sein Leben, über die Beziehungen zu seiner Familie und Freunden und Hinweise über sein literarisches Schaffen, sie sind ein integraler Teil des Werks. (…). Für Fontane war der Brief eine eigenständige Form, er selbst nannte sich einen ‚Briefschwärmer‘ und bezog das nicht nur auf Briefe, die er las und die er … jedem anderen historischen Stoff vorzog, sondern das galt auch für seine eigenen Briefe, die er mit wahrer Leidenschaft schrieb.“ (KNLL 5, 661).

FONTANE, Theodor [1819-1898]: Eigenhändiger Brief mit Datum und Unterschrift. Berlin, 26. Dez[ember] [18]96. Großoktav. 4 Seiten. Tinte vereinzelt etwas verblasst. Knickfalten hinterlegt.

- verkauft -


Persönlicher Brief an einen "Hochgeehrten Herrn" bei dem sich Fontane für die "Mittheilungen aus der Familie" bedankt. "Ehe 97 kommt, sollen die 96er Schulden abgetragen werden, auch die Brief-Schulden, - für manchen Haushalt immerhin noch die leichtesten ... Die Geschichte von der 'Knie-Tuberkulose', die zuletzt ein 7 Jahre lang eingekapselter Dorn wird, kann sich für Geld sehen lassen, aber für Geld, das dann zur Erleuchtung deutscher medizinischer Fakultäten verwendet werden müßte. Noch besser zur Herabminderung von Dünkel und Eingebildetheiten. Denn dies bildet den eigentlichsten Kern der Geschichte. Daß Menschen sich irren, also auch Aerzte, wer will davon einen großen Radau machen, - ich gewiß nicht, aber um die höheren Wissenschaftler in Deutschland ist so was von Unfehlbarkeit herum, namentlich aber wenn ihre Aussprüche mit denen andrer Nationen in Parallele gestellt werden ...". Dann erwähnt er den Tod des Physiologen Emil du Bois-Reymond "Dubois", er war "unzweifelhaft ein großer Gelehrter und fast auch ein bedeutender Mensch, aber immer an der Grenze des Größenwahns hin ...". - Im Briefverzeichnis unter Nr. 96/228 registriert. (Bestell-Nr. 19146)

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Objekt des Monats November 2014

Giacomo Puccini - Manon Lescaut: Deutscher Erstdruck

 

Zum 90. Todestag des berühmten italienischen Komponisten


Giacomo Antonio Domenico Michele
Secondo Maria Puccini
(22.12.1858 – 29.11.1924)


PUCCINI, Giacomo: [Manon Lescaut. Lyrisches Drama in 4 Acten ... Deutsch von L. Hartmann. Clavierauszug mit Text]. Mailand, Ricordi (PlattenNr. 96463) [1893]. Quart. Ohne Titelblatt, 270 S. Zahlreiche Eintragungen. Halbleinenband der Zeit. 

€ 450,-


Deutscher Erstdruck, nicht für den Handel bestimmt, ohne Titelblatt! Gedruckt von den Originalplatten in Tiefdruck. - Die umjubelte Uraufführung unter Toscanini im Februar 1893 in Turin brachte für Puccini den Durchbruch in seiner künstlerischen Karriere. Puccinis ‚Manon‘ „(zeigt) bereits deutlich die entscheidenden Merkmale der späteren Meisterwerke …“ (Riemann 2, 445). "Geschickt weicht Puccini der Gefahr des Plagiats von J. Massenets 'Manon' (1884) aus" (Herder Musiklexikon 5, 212). Die italienische Erstaufführung der Manon von Massenet (Okt. 1893) veranlasste Puccini noch einmal zu einschneidenden Änderungen, insbesondere im Finale des ersten Aktes. Das Exemplar des Dirigenten Otto Winkler (1908-1988) arbeitet diese Änderungen mit Strichen und z. T. auch Überklebungen ein (vgl. Schickling 187 f). Winkler wirkte als Dirigent und Generalmusikdirektor u.a. in Frankfurt, Koblenz und Stuttgart. - Hopkinson 3 B (a); Schickling 64. E. 2b. (Bestell-Nr. 19053)

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Objekt des Monats Oktober 2014

Seltene Erstausgabe von Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

 

Friedrich Nietzsche zum 170. Geburtstag
(15.10.1844 – 25.8.1900)


Mit unserem Oktober-Newsletter erinnern wir an den 170. Geburtstag Friedrich Nietzsches, einem „… Denker von höchster geistiger Kultur und Bildung. Sein Werk spiegelt die wesentlichen geistigen Bewegungen seiner Zeit, setzt sich mit ihnen auseinander und ist in weitem Maße von ihnen bestimmt.“ (Ziegenfuß, Philosophen-Lexikon 2, 205).


NIETZSCHE, Friedrich: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. Leipzig, E. W. Fritzsch 1872. Titelvignette: Entfesselter Prometheus. IV, 143 S. Vorsatzblatt mit Trockenstempel des Buchbinders. Leinenband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel. Ecken, Kanten und Rücken etwas bestoßen. Gutes Exemplar.

€ 2800,-


Seltene erste philosophische Veröffentlichung des Autors in der Erstausgabe, Richard Wagner "meinem erhabenen Vorkämpfer" gewidmet. "'Ich glaube, daß noch nie ein Erstlingswerk so üppig eingehüllt wie ein Prinzenkind aus der Taufe gehoben worden ist', schreibt Nietzsche am 23. November begeistert an Rohde." (Zimmermann). - Slg. Borst 3167; Jacoby S. 50; Zimmermann 20.  (Bestell-Nr. 27082)

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Objekt des Monats September 2014

Porträt von Niccollo Jommelli

 

Zum 300. Geburtstag des italienischen Komponisten

Niccolò Jommelli
(10. September 1714 – 25. August 1774)


JOM[M]ELLI, Niccolo. - Porträt. Halbfigur nach links. Oval. Lithographie von H. E. v. Wintter [nach dem Gemälde im Liceo musicale in Bologna]. [München], 1815. 25 x 16,3 cm.

- verkauft-


Seltenes Porträt von Niccollo Jommelli (1714-1774), der u. a. 16 Jahre lang Hofkomponist des Herzogs Carl Eugen von Württemberg war. Seit 1753 (bis 1769) war er am Hof verpflichtet und hatte jährlich zu den Geburtstagen des Herzogs und der Herzogin eine neue Oper zu schreiben und diese aufzuführen. Die Wirkungsstätte war nicht allein Stuttgart, sondern auch Ludwigsburg, die zweite Residenz des Herzogs. Geldnöte und die daraus entstandenen Sparzwänge am Hofe, führten u. a. dazu, dass Jommelli um seine Entlassung bat. Auf Geheiß des Herzogs musste er sämtliche Partituren seiner am Hof geschriebenen 28 Opern und andere Werke zurücklassen. Diese bilden heute den einzigartigen Bestand von Jommellis Werken in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart. - Das Porträt stammt aus dem Werk „Portraite der berühmtesten Compositeurs der Tonkunst“ von Felix Joseph Freiherr von Lipowski (1764-1842) und Heinrich E. von Wint[t]er (1788-1825). - Thieme-Becker 36, 76. (Bestell-Nr. 18613)

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Objekt des Monats August 2014

Seltene Erstausgaben von Ferdinand LASSALLE: Capital und Arbeit


Seltene Erstausgaben von Ferdinand LASSALLE: Die Wissenschaft und die Arbeiter


Seltene Erstausgaben von Ferdinand LASSALLE: Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker

 

Mit dem „Objekt des Monats August 2014“ erinnern wir an den 150. Todestag von Ferdinand Lassalle


Der Sozialphilosoph, Publizist und Politiker Ferdinand Lassalle wurde am 11.4.1825 in Breslau geboren und starb an den Folgen eines Duells am 31.8.1864 in Genf. Mit dem ‚Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein‘ gründete Ferdinand Lassalle in Leipzig 1863 die ‚Ur-SPD‘.

LASSALLE, Ferdinand: Herr Bastiat-Schulze von Delitzsch der ökonomische Julian, oder: Capital und Arbeit. Berlin, R. Schlingmann 1864. IX, 269 S. Alter Name im Vorsatz. Halbleinenband der Zeit. 

€ 200,-


Erstausgabe des ökonomischen Hauptwerkes von Lassalle, einer Streitschrift in Form und Inhalt, die von fundamentaler Bedeutung für die theoretische Diskussion der sozialistischen Bewegung in Deutschland wurde. Sie war veranlaßt durch die als "Capitel zu einem deutschen Arbeiterkatechismus" erschienenen Vorträge von Schulze-Delitzsch. In den Personen des Hermann Schulze-Delitzsch und des französischen Manchester-Liberalen Frédéric Bastiat geißelt er die gesamte bürgerliche Ökonomie. - Stammhammer I, 126, 10; Slg. Borst 2911. (Bestell-Nr. 22101)


LASSALLE, Ferdinand: Die Wissenschaft und die Arbeiter. Eine Vertheidigungsrede vor dem Berliner Criminalgericht gegen die Anklage die besitzlosen Klassen zum Hass und zur Verachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. Zürich, Meyer & Zeller 1863. 53 S., 1 Bl. Verlagsanzeigen. Pappband. Originalumschlag eingebunden. Vorderer Originalumschlag im Falz verstärkt. Hinterer Originalumschlag untere Ecke angerändert.

- verkauft -


Selten. Erstausgabe der Verteidigungsrede in der ersten Instanz des Prozesses gegen Lassalle. Nach Erscheinen des "Arbeiterprogramms" - das sofort konfisziert wurde - war dieser vom Staatsanwalt angestrengt worden wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens. Lassalles Hauptverteidigung beruht auf dem Nachweis, dass das "Arbeiterprogramm" eine rein wissenschaftliche Produktion sei und daher nicht unter den Hass- und Verachtungsparagraphen fallen könne. - Stammhammer I, 128, 34; Slg. Borst 2872. (Bestell-Nr. 22103).


LASSALLE, Ferdinand [Hrsg.]: Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker mit Setzer-Scholien herausgegeben. Berlin, G. Jansen 1862. 174 S. Titelrückseite gestempelt, Leinenband der Zeit. Mit Feuchtigkeitsspur. 

€ 200,-


Seltene Erstausgabe dieser "eigentümlichen Blüte von Witz, Ironie und Rabulistik" (H. Oncken). Die berühmte Streitschrift ist eine vernichtende Satire über die eben erschienene Literaturgeschichte Schmidts, der im damaligen Berlin ein angesehener Kritiker und Journalist war. In seinem Pamphlet, unter Mitarbeit Lothar Buchers geschrieben, kommentiert Lassalle die Texte des Originals in betont bissiger und vernichtender Weise. Er seinerseits verweist auf die Bedeutung von Schiller, Fichte und Hegel und stellt Schmidt als Schwätzer und Scharlatan hin. "Ihre Kritik, daß Schmidt die ideale Gesinnung, die ein Volk benötige, denunziere, war zugleich eine politische Feststellung gegen das liberale Bürgertum im Nachmärz" (Trommler). - Stammhammer I, 127, 25; Slg. Borst 2836. (Bestell-Nr. 10067).

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Objekt des Monats Juli 2014

GLUCK, Christoph [Willibald] von [1714-1787]: Dokument von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift.

 

Christoph Willibald Ritter von Gluck zum 300. Geburtstag
(2. Juli 1714 – 15. November 1787)


Mit unserem Juli-Newsletter erinnern wir an den 300. Geburtstag Gluck‘s, dem „Reformator der Oper und Vater des musikalischen Dramas“ (Mendel, Musikalisches Conversations-Lexikon, Bd. 4, S. 270). 


GLUCK, Christoph [Willibald] von [1714-1787]: Dokument von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift. Wien, 9. Juni 1787. Folio. 1 Seite. 3 Siegel und 1 Stempel.

€ 24.000,--


Die letzte eigenhändige Unterschrift Glucks. - Vertrag über den Verkauf von Glucks Haus in der Knappenstraße (heute Wiener Gasse 22) in Perchtoldsdorf an die Baroness Antonia von Gudenus zum Preis von 6200 Gulden. Das Haus war von einem großen Garten umgeben und wurde mit "Mobilien und Effekten" übergeben. Im Landhaus in Perchtoldsdorf verbrachte der Komponist ab 1781 die Sommermonate, auf Drängen seiner Frau und der Ärzte. Hier arbeitete er auch an der Revision von "Iphigenie auf Tauris", die im Oktober 1781 erstmals in deutscher Fassung in Wien aufgeführt wurde. In diesem Haus traf er auch mit Haydn und Mozart und J. F. Reichardt zusammen. Die Käuferin, Antonia von Gudenus, war die Ehefrau des Freiherrn von Gudenus, in dessen Haus am Michaelerplatz Nr. 3, gegenüber dem Burgtheater, Gluck zwischen 1782 und 84 eine Wohnung unterhielt. Im Juni 1784 erwarben die Glucks das Haus "Zum silbernen Löwen" in der Vorstadt auf der Wieden, zu dem ebenfalls ein großes Grundstück mit Gartenhaus und Wirtschaftsgebäuden gehörte, da die Fahrten nach Perchtoldsdorf immer beschwerlicher wurden  (vgl. Croll: Gluck, sein Leben, seine Musik, S. 263). Gluck unterschrieb mit zittriger Handschrift, bevor er am 15. November 1787 nach einem vierten Schlaganfall starb. Neben seiner Unterschrift befindet sich sein Siegel.  Der Vertrag ist von J. v. Strehlendorff und J. P. Schmid gegengezeichnet und mit deren Siegeln versehen. Gluck-Autographen gehören zu den seltensten Komponisten-Autographen überhaupt. (Bestell-Nr. 27264)

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Objekt des Monats Juni 2014

Richard Strauss: Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Unterschrift

 

Richard Strauss zum 150. Geburtstag
(11. Juni 1864 – 8. Sept. 1949)


Die Musikwelt feiert im Juni den 150. Geburtstag von Richard Strauss. Mit unserem Newsletter „Objekt des Monats Juni 2014“ erinnern wir an „den großen deutschen Musiker von internationaler Geltung“ (Riemann II, 743).

STRAUSS, Richard [1864-1949]: Eigenhändiges musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. Ohne Ort und Datum., [ca. 1900?]. Quer-Oktav. 1 Seite.


- verkauft -


Aus "Till Eulenspiegels lustige Streiche" Op. 28, das "lustige" Klarinetten-Thema (2 Takte) des vor Gericht gleichmütig pfeifenden Till. Die Uraufführung der Sinfonischen Dichtung fand 1895 in Köln im Gürzenich unter der Leitung von Franz Wüllner statt. (Bestell-Nr. 18199).


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Objekt des Monats Mai 2014

Giacomo Meyerbeer - Robert le Diable - Robert der Teufel

 

Giacomo Meyerbeer zum 150. Todestag
(5. September 1791 – 2. Mai 1864)


„… einer der Hauptvertreter der frz. Großen Oper des 19. Jh.“
(Brockhaus. Die Enzyklopädie, Bd. 14, S. 692)


MEYERBEER, Giacomo: Robert le Diable. Robert der Teufel. Grand Opéra en 5 Actes ... arrangé pour le Pianoforte à quartre mains par Wustrow. Nouvelle Edition révue et corrigé. Berlin, Schlesinger (PlattenNr. 1696) [nach 1832]. Quer-Quart. 227 S. Unbeschnitten, breitrandig. Trockenstempel. Gering stockfleckig. Originalumschlag, rückseitig mit Verlagsverzeichnis von Schlesinger.

€ 350,-


Sehr seltenes, außergewöhnlich gut erhaltenes, breitrandiges Exemplar des vierhändigen Klavierauszugs ohne Worte. Meyerbeer komponierte mit „Robert dem Teufel“ erstmals eine französische Oper in ganz eigenem Stil. Er verquickte vielfältige Elemente der sogenannten schwarzen Romantik. Die Oper wurde einer der größten Erfolge der Operngeschichte und innerhalb von drei Jahren nach der Uraufführung von 77 Bühnen in 10 Ländern gespielt. - BSB 11, 4252. (Bestell-Nr. 21717)


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Objekt des Monats April 2014

26875 kl

 

Immanuel Kant zum 290. Geburtstag
(22. April 1724 – 12. Februar 1804)


„..mit Hegel der wirkungsmächtigste Philosoph deutscher Sprache..“
(Großes Werklexikon der Philosophie, Bd. I, S. 790)

KANT, I.: Ueber die Buchmacherey. Zwey Briefe an Herrn Friedrich Nicolai. Königsberg, F. Nicolovius 1798. 22 S., 1 w. Bl. Schönes Exemplar auf besserem Papier. Pappband unter Verwendung des Originalumschlags.

- verkauft -

 

Erstausgabe, in der sich Kant gegen F. Nicolai richtet, der im 18. Jahrhundert ein bedeutender Schriftsteller, großer Verleger und erfolgreicher Buchhändler in einer Person war. Das Werk ist für die "Geschichte des Buchhandels in der Zeit der Aufklärung eine bemerkenswerte Schrift" (Kliemann). Kant legt darin seine Gedanken zur Aufgabe zwischen Autor und Verleger nieder: "Ein erfahrener Kenner der Buchmacherey wird, als Verleger, nicht erst darauf warten, daß ihm von schreibseligen, allezeit fertigen, Schriftstellern ihre eigene Waare zum Verkauf angeboten wird; er sinnt sich, als Director einer Fabrik, die Materie sowohl als die Façon aus, welche, muthmaslich, ... die größte Nachfrage, oder allenfalls auch nur die schnellste Abnahme haben wird; …" (S. 17). - Schon 1925 im Katalog Eissler als "äußerst selten" bezeichnetes Werk. - Warda 192. (Bestell-Nr. 26875)


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Objekt des Monats März 2014

Christian Friedrich Daniel Schubart

 

Christian Friedrich Daniel Schubart zum 275. Geburtstag (24. März 1739 – 10. Okt. 1791)


„Als Dichter und Schriftsteller durch geniale Ursprünglichkeit ausgezeichnet, … hat er vermöge seiner reichen Begabung, seines feurigen Temperaments, seiner trotz aller Schwankungen und Irrwege meist dem Großen und Guten zugewandten Geistesrichtung dauernde Spuren seines Wirkens hinterlassen …“ (ADB 32, 599).

Mit unserem „Objekt des Monats März 2014“ erinnern wir an den Dichter, Journalisten und Musiker Christian Friedrich Daniel Schubart.


SCHUBART. - BUCHER, F. X.: Herrn Christian Friedrich Schubarts Abschied an seine Gattin in einer Krankheit auf der Feste Hohenasperg. Zum Singen beym Klavier durchaus in Musik gesetzt und ... Conrad von Ziegler in Tettnang ... gewiedmet. [In Typendruck]. Bregenz, J. Brentano [1810]. Quer-Quart. Gestochener Titel. 15 S. Titelblatt etwas gebräunt und mit handschriftlichen Eintragungen. Rechte untere Ecke angerändert. Geheftet.

- verkauft -


Sehr seltene Vertonung von Christian Friedrich Daniel Schubarts Gedicht "Geliebte lebe wohl ich scheide …", entstanden 1778 kurz nach seiner Inhaftierung auf dem Hohenasperg. Als Opfer absolutistischer Erziehungsmaßnahmen wurde Schubart ohne Anklage und Verfahren zehn Jahre (1777-1787) eingesperrt und die ersten Jahre unter schwersten Bedingungen in Isolationshaft genommen. - Der Komponist Franz Xaver Bucher (1760-1828) trat 1784 in Wangen die Stelle des Lateinlehrers an. Gleichzeitig war er als Musikdirektor und Organist an der St. Martinskirche tätig und begann nebenbei zu Komponieren. "'Schubarts Abschied' war Bucher so wichtig, daß er es auf seinem von Anton von Gegenbaur gemalten Porträt stolz in der Hand hält" (Berthold Büchele). - RISM (Addenda) BB 4860 II,3 weist lediglich 5 Exemplare nach; CPM 9, S. 80; Schulte-Strathaus 84. (Bestell-Nr. 27766)


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Objekt des Monats Februar 2014

BRECHT, B. und H. EISLER: Lieder, Gedichte, Chöre.

BRECHT, B. und H. EISLER: Lieder, Gedichte, Chöre.

 

Vor 80 Jahren erschien die Gedichtsammlung „Lieder Gedichte Chöre“ von Bertolt Brecht und Hanns Eisler.


„Der Band stellt eine Auftragsarbeit des Exil-Verlegers Willy Münzenberg dar, der nach der ‚Machtergreifung‘ der Nationalsozialisten ein wirksames ‚antifaschistisches Liederbuch‘ herausbringen wollte. Brecht setzte, indem er Hanns Eisler an dessen Realisierung beteiligte, seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Komponisten aus der Weimarer Zeit fort. Brecht und Eisler zeichneten gemeinsam als Verfasser, obwohl von Eisler lediglich die Notenbeilage stammt; er hatte jedoch neben Margarete Steffin maßgeblich an der Zusammenstellung und Auswahl der Gedichte mitgewirkt, die in Paris beim Verlag Edition Carrefour erschien. (…). Die … Sammlung stieß 1934 auf vielfältiges Echo und wurde als antifaschistisches Liederbuch … gelobt.“ (KNLL 3, S. 101 – 102).


Gleichzeitig erinnern wir damit an den 116. Geburtstag von Bertolt Brecht am 10. Februar.


BRECHT, B. und H. EISLER: Lieder, Gedichte, Chöre. Paris, Editions du Carrefour 1934. 115 S., 18 Blatt Notenbeilage und Inhaltsverzeichnis. Illustr. Oiginalhalbleinenband mit weißgepr. Rückentitel. Einbandentwurf von Paul L. Urban. Deckel, Ecken und Kanten berieben und bestoßen.


- verkauft -


Seltene Exilveröffentlichung in der seltenen Halbleinenausgabe. Erstausgabe dieser Sammlung von Gedichten aus den Jahren 1918-33 mit den berühmten Texten vom "Anstreicher Hitler", "Vom SA-Mann", "Vom Klassenfeind" und Liedern aus "Die Mutter" und "Die Massnahme" von Brecht. Während seines Aufenthaltes in Dänemark erschienen, nachdem Brecht zuvor in Paris - zunächst erfolglos - versucht hatte, seine Stücke unterzubringen. Parallel dazu veröffentlichte er in Emigranten-Zeitschriften, wie Klaus Manns "Sammlung", Amsterdam, wo im Mai 1934 eine Besprechung dieser Publikation erschienen war. - Die Notenbeilagen sind für Gesang mit Klavierbegleitung. - Grabs 1.6; Nubel A107. (Bestell-Nr. 27145)

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Objekt des Monats Januar 2014

Johann Gottlieb Fichte

Johann Gottlieb Fichte

Johann Gottlieb Fichte

 

200. Todestag von
Johann Gottlieb Fichte (19. Mai 1762 – 29. Januar 1814)


„… einer der Hauptvertreter des sogenannten deutschen Idealismus …“ (Großes Werklexikon der Philosophie, Bd. 1, S. 483)


FICHTE, J. G. Sonnenklarer Bericht an das größere Publikum über das eigentliche Wesen der neuesten Philosophie. Ein Versuch, die Leser zum Verstehen zu zwingen. Berlin, Realschulbuchhandlung 1801. XX, 232 S., gebräunt. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 300,-


Erstausgabe der so genannten "Wissenschaftslehre von 1801", die zu den ersten Berliner Arbeiten zählt. Die Abhandlung sollte als zusammenfassende und abschließende Schrift über den damaligen Stand von Fichtes Wissenschaftslehre allgemein unterrichten. Vorausgegangen waren die Werke von 1794-95, die "Einleitungen" und die Schriften von 1799. Zu den heftigen Gegnern von Fichtes Wissenschaftslehre zählte vor allen F. Nicolai. Dessen Anwürfe beantwortete dieser noch im gleichen Jahr mit "Fr. Nicolai's Leben und sonderbare Meinungen". - Baumgartner-Jacobs 53x; Goedeke V, 8, 15. (Bestell-Nr. 21845)


FICHTE, J. G. Grundlage des Naturrechts nach Principien der Wissenschaftslehre. 2 Theile in 1 Band. Jena und Leipzig, C. E. Gabler 1796-97. 12 Bl., 229 S.; 1 Bl., 269 S. Teils stockfleckig. Vorsatz gestempelt. Pappband der Zeit.

€ 750,-


Erstausgabe des zweiten größeren Werkes aus Fichtes Jenaer Jahren. Auf den wichtigen Umstand, dass die "Grundlage des Naturrechts" - die man gewöhnlich als den Abschluss der klassischen naturrechtlichen Entwicklungsreihe versteht - noch vor Kants "Metaphysischen Anfangsgründen der Rechtslehre" erschienen ist, hat Fichte selbst verschiedentlich hingewiesen. Im Oktober 1800 schrieb W. v. Humboldt an Goethe: "Sein Naturrecht ist wirklich ein großes Werk". - Baumgartner-Jacobs 21x und 21ax; Goedeke V, 8,9. (Bestell-Nr. 21835)


FICHTE, J. G. Ueber das Wesen des Gelehrten, und seine Erscheinungen im Gebiete der Freiheit. In öffentlichen Vorlesungen, gehalten zu Erlangen, im Sommer-Halbjahre 1805. Berlin, Himburg 1806. VI, 215 S. Gebräunt. Halblederband der Zeit.

-verkauft-


Erstausgabe. Im Vorwort beschreibt Fichte diese Sommervorlesungen von 1805, dem einzigen Semester, in dem Fichte seine Erlanger Professur wahrnahm, "als eine neue und verbesserte Ausgabe der vor 12 Jahren erschienenen Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten". Ebenso will er sie verstanden wissen als Rechenschaftsbericht über die Verwaltung seines Lehramtes in Erlangen. - Baumgartner-Jacobs 62x. (Bestell-Nr. 26549)


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Objekt des Monats Dezember 2013

Paul Hindemith (1895 - 1963)

Paul Hindemith (1895 - 1963)
50. Todestag am 28.12.


Der deutsche Komponist gehört zu den bedeutendsten Repräsentanten der Musik des 20. Jahrhunderts. 1921 rückte er während der ersten „Donaueschinger Kammermusiktage“ als Komponist an die Spitze der deutschen Musik-Avantgarde und begründete zugleich seinen Ruf als international renommierter Bratschist.

 HINDEMITH, Paul: Porträt-Fotografie mit beigegebener Unterschrift zusammen auf Karton montiert. Ohne Ort und Jahr. Ca. 1950. 12,8 x 15,2 cm (Foto) und 6,0 x 11, 9 cm.

€ 350,-


Hindemith in Dirigier-Pose. Die Unterschrift mit Widmung. (Bestell-Nr. 18343)

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Objekt des Monats November 2013

CAMUS, A.: La peste

 

Albert Camus  (1913 - 1960)
100. Geburtstag am 7. November.


Der französische Schriftsteller und Philosoph gilt als einer der bedeutendsten und bekanntesten Autoren des 20. Jahrhunderts. Für sein Gesamtwerk erhielt er 1957 den Nobelpreis für Literatur.

CAMUS, A.: La peste. Paris, Gallimard 1947. 337 S. Original-Pappband mit Deckelillustration in Schwarz und Gold. Gutes Exemplar.

€ 4200,-


Erste Ausgabe. - Num. Exemplar. Sauberer Druck auf chamoisfarb. Papier, Titel in Rot und Schwarz; gedruckt bei E. Grevin & Fils in Lagny-sur-Marne. Einer der großen literarischen Texte des 20. Jahrhunderts und zugleich das erfolgreichste Prosawerk von Albert Camus (1913-1960). Der berühmte Roman entstand während des 2. Weltkrieges  zwischen 1939 und 1943 und wurde im Juni 1947 in der hier vorliegenden Form zum ersten Mal publiziert. Es war "die entschiedene Behauptung der wertsetzenden moralischen Kraft des einzelnen, die weltweite Resonanz fand und die überzeugte, nicht zuletzt weil Camus selbst sie gelebt hatte." (KNLL 3, 572).  (Bestell-Nr. 27770)


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Objekt des Monats Oktober 2013

Giuseppe Verdi

 

200. Geburtstag von Giuseppe Verdi
10.10.1813 – 27.01.1901


VERDI, Giuseppe [1813-1901]: Eigenhändige Briefkarte mit Datum und Unterschrift. Genua, 18. III. 1888. Kleinqueroktav. 1 Seite. Mit eigenhändigem frankierten Briefumschlag. Dekorativ Gerahmt.

- verkauft -


An Giuseppina Negroni Prati Morosini in Mailand gerichtet. "Meine Frau liegt zu Bett, sie wird von den üblichen Magenschmerzen gequält. Ich hoffe jedoch, binnen kurzem bessere Nachrichten geben zu können ... ". Verdi lernte 1842 Giuseppina Negroni Prati, geb. Morosini (1824-1909) in Mailand im Hause ihrer Mutter Emilia Morosini, einer musikliebenden Angehörigen der Mailänder Aristokratie unmittelbar nach dem Erfolg von ‚Nabucodonosor (Nabucco)‘ kennen und gab ihr damals Klavierunterricht. Die enge Verbindung zur Familie brach jedoch 1848 ab. Erst im Jahre 1861 gelang es der Tochter, inzwischen mit dem Adligen Alessandro Negroni Prati verheiratet, einen engen brieflichen Kontakt zu Verdi wieder herzustellen. Das Billett wurde bereits auf der 39. Autographen-Versteigerung durch L. Liepmannssohn 1911 in Berlin unter der Nr. 158 als „rare“ bezeichnet. – Gerhard/Schweikert, Verdi Handbuch² S. 727-728. (Bestell-Nr. 26471)


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Objekt des Monats September 2013

Jean-Philippe Rameau
Jean-Philippe Rameau

12835 3 web kl

 

330. Geburtstag von Jean-Philippe Rameau


Der französische Komponist, Organist und Musiktheoretiker, getauft Dijon 25.9.1683, gestorben 12.9.1764 Paris, war Organist in Avignon, Clermont-Ferrand, Dijon, Lyon und Paris, wurde 1733 Musikmeister im Privattheater von A. J. Le Riche de la Poupelinière, und begann mit dessen Unterstützung seine erfolgreiche Karriere als Opernkomponist. 1745 ernannte ihn Ludwig XV. zum ‚Compositeuer du cabinet du roy‘. In seinen Opern knüpfte er bewusst an die ‚Tragédie lyrique‘ J.-B. Lullys an. In seinen musiktheoretischen Schriften wurde Rameau zum Begründer der neueren Harmonielehre (Brockhaus Enzyklopädie 18, S. 21).

 
„… ein epochales Werk in der Geschichte der Musiktheorie …“ (MGG² 13, 1241)

RAMEAU, [J. Ph.]: Traité de l'harmonie Reduite à ses Principes naturels; divisé en quatre livres. Livre I. Du rapport des Raisons & Proportions Harmoniques. Livre II. De la nature & de la Proprieté des Accords; Et de tout ce qui peut servir à rendre une Musique parfaite. Livre III. Principes de Composition. Livre IV. Principes d' Accompagnement.


Paris, J. B. Chr. Ballard 1722. Quart. 4 Bl., XXIV, 432, 17 S., Bleistifteintragungen, teils gebräunt, zahlreiche Holzschnittvignetten im Text.

[Vorgebunden]: [Ders.]: Nouveau systême de musique theorique. Où l'on découvre le Principe de toutes les Regles necessaires à la Pratique. Pour servir l'Introduction au Traité de l'Harmonie. Paris, J. B. Chr. Ballard 1726. Quart. VIII, 114 S., 3 Bl., teils gebräunt, 2 gefaltete Kupfertafeln. Lederband der Zeit mit reicher fleuraler Rückenvergoldung. Ecken und Kanten berieben und bestossen, Gebrauchsspuren. Gutes, breitrandiges Exemplar.

 
- verkauft -

 
[1]: Seltene Erstausgabe der 1. Veröffentlichung Rameaus, die zugleich sein Hauptwerk darstellt. "Mit diesem Werk der Harmonietheorie ... beginnt der Umschwung im europäischen musiktheoretischen Denken: nämlich von der auf dem einzelnen mus. Intervall aufgebauten Kontrapunkt-Theorie des Zeitalters der vokalen Polyphonie im 16. Jhdt, über die rein empirisch gewachsene Vielzahl von Regeln des Generalbass-Spiels und der Kompositions-Lehre im 17. Jhdt. zur 'neuen', vorwiegend instrumental konzipierten und vom einzelnen Akkord ausgehenden Betrachtungsweise. Der "Traité" war ... "nicht nur das erste wissenschaftliche System der musikalischen Harmonie, die statt auf willkürlicher Schöpfung auf Vernunft und auf der Unfehlbarkeit physikalischer Gesetze beruhte, sondern er sollte gleichzeitig ein Hilfsmittel sein, um die im 17./18. Jhdt. nur in langen Jahren mühseligen Studiums zu erlangende Kunst der Begleitung und der Komposition einfacher und rascher zu vermitteln" (E. R. Jacobi in MGG 10, 1899 ff.). - Eitner VIII, 121, Wolffheim I. 956; Hirsch I, 484, Gaspari I, 286; Cortot 161. - [2]: Seltene Erstausgabe dieser nachträglichen Einführung zum "Traité", mit dem zusammen es Rameaus musiktheoretische Anschauungen aus seiner ersten Lebenshälfte darstellt. Als Beispiel bringt er u. a. auch aus Lully's Oper "Armide" den Monolog (S. 80-89). - Rameau wurde von seinen Anhängern gern als "Newton der Musik" bezeichnet. - Cortot 162; Wolffheim I, 955; Hirsch I, 485; Eitner VIII, 120. - Die Vereinigung der beiden zusammengehörenden Werke in einem Band ist außerordentlich selten. - Exemplar aus der Bibliothek des Pianisten, Komponisten und Musikpädagogen Charles Émile Poisot (1822 – 1904). Handschriftlicher Vermerk „Ex Bibliotheca Ch. Poisot“ auf dem weißen Blatt.  Als “directeur du Conservatoire de Dijon“ setze er sich 1860 für die Errichtung einer Bronzestatue Jean-Philippe Rameaus in Dijon ein. Diese sollte 1864, anlässlich des 100. Todestages Rameaus enthüllt werden. Die von Jean Baptiste Claude Eugène Guillaume vollendete Statue konnte jedoch erst 1880 errichtet werden. Poisot war ein großer Verehrer der Werke Rameaus. (Bestell-Nr. 12835)

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Objekt des Monats August 2013

Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihl

 

Der 21.8. ist der 175. Todestag von Adelbert von Chamisso (geb. 30.1.1781 Boncourt/Champagne, gest. 21.8.1838 Berlin)


Chamisso war ein deutscher Naturwissenschaftler und Dichter französischer Herkunft, berühmt wurde er „durch die ebenso fantast. wie realist. Märchennovelle ‚Peter Schlemihl‘; die Parabel vom verkauften Schatten, bald in viele Sprachen übersetzt, spiegelt auch C.s Vaterlandslosigkeit.“ (Brockhaus Enzyklopädie 4, 396).

CHAMISSO, A. v.: Peter Schlemihl's wundersame Geschichte mitgetheilt von A. v. Ch. und herausgegeben von Fr. Baron de la Motte Fouqué. Nürnberg, J. L. Schrag 1814. Gestochenes Frontispiz, XII, 132 S. stockfleckig. Pappband mit zeitgenössischem Buntpapier.

€ 5500,-


Sehr seltene Erstausgabe. Das Werk wurde zu einer der populärsten deutschsprachigen Erzählungen des 19. Jh. und Chamisso erlange dadurch als Dichter Weltruhm. Es ist das Märchen von dem verlorenen Schatten und den Siebenmeilenstiefeln. Darin hat er "dem Bösen seinen Schatten verkauft, die Menschen wenden sich wegen dieses Mangels von ihm ab. Das vom Satan versprochene Glück findet Schlemihl nicht in dem erstrebten Golde, sondern in der Natur, in die er vor den Menschen entflieht" (Frenzel S. 331). Was die Erzählung vor allen Dingen auszeichnet, "ist die Darstellung des Phantastischen, als ob es das Natürlichste von der Welt wäre ..." (KNLL), was ihm offensichtlich auch das Interesse E. T. A. Hoffmanns einbrachte. "Chamisso ... lernt 1814 Hoffmann kennen, dessen literarischem Zirkel der Serapionsbrüder er sich anschließt. Auf dessen Kunstmärchen 'Peter Schlemihls wundersame Geschichte' (1814) nimmt Hoffmann in die 'Abenteuer der Sylvester-Nacht' (1814) Bezug." (Kremer, E. T. A. Hoffmann, S. 18). Der Porträtmaler Franz Leopold (1783 -1832) schuf 1813 "das Titelbild zur 1. Ausg. von Chamissos 'Peter Schlemihl'" (Thieme-Becker XXII, 93). - Goedeke VI, 148, 14a; Rath 1. (Bestell-Nr. 26503)

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Objekt des Monats Juli 2013

ROUSSEAU, J. J.: Die Neue Heloise

 

Der 2.7.2013 ist der 235. Todestag von Jean-Jacques Rousseau (geb. 28. Juni 1712 zu Genf, gest. 2. Juli 1778 in Ermenonville bei Paris).


Rousseau „einer der größten und einflußreichsten Schriftsteller der französischen Aufklärungszeit, Wegbereiter der französischen Revolution und der sozialen und demokratischen Politik“ (Ziegenfuss II, 382) hat in seinem ‚Hauptwerk der Empfindsamkeit‘ „Julie ou la nouvelle Héloise“ die Rückkehr zum einfachen Leben und zur Natur gefordert.  -  Wir können Ihnen ein sehr schönes Exemplar in Pergamentbänden der Zeit anbieten:

ROUSSEAU, J. J.: Die Neue Heloise, oder Briefe zweyer Liebenden, aus einer kleinen Stadt am Fusse der Alpen... . Aus dem Französischen übersetzt [von J. G. Gellius]. 6 Theile in 3 Bänden. Leipzig, Weidmann 1761. Gestochenes Frontispiz, insgesamt 12 Kupfertafeln von G. L. Crusius nach H. Gravelot. Schönes, nahezu fleckenfreies Exemplar. Rotschnitt. Schöne Pergamentbände der Zeit.

€ 3000,-


Sehr schönes Exemplar der sehr seltenen ersten deutsche Ausgabe. Das Hauptwerk der Empfindsamkeit, zählt zu einer der größten belletristischen Bucherfolge des 18. Jahrhunderts. "Die 'Nouvelle Héloise' ist uns heute als Gesamtwerk ferner gerückt; wir können die Kraft, mit der sie das Jahrhundert Rousseaus ergriff und erschütterte, nicht mehr unmittelbar nachfühlen. Ihre rein künstlerischen Schwächen liegen für uns deutlich zutage. Immer wieder wird in ihr die reine Darstellung und der unmittelbare Gefühlsausdruck hintangehalten durch die lehrhafte Tendenz, unter der das Werk von Anfang an steht. In einzelnen Bildern und Szenen des Romans spürt man unmittelbar den Atem einer neuen Zeit. Hier ersteht eine neue Gestalt der Dichtung: hier steigt 'Goethes Werther' vor uns auf" (E. Cassirer: Das Problem J. J. Rousseau). - Die Nachfrage nach dem Werk war enorm. Da die Neuauflagen nicht rechtzeitig auf den Markt kamen, wurden Exemplare tage- bzw. stundenweise ausgeliehen. - Ph. E. Reich, der Inhaber der Weidmann'schen Buchhandlung, ließ das Werk - im Jahr der Erstausgabe -  von J. G. Gellius ins Deutsche übersetzten. Um rechtzeitig seine Übersetzung beim Verlag abzuliefern musste Gellius weitere Helfer hinzuziehen. Die Kupfer "äußerst zierlich" wurden von Crusius nach Gravelot gestochen (Lanckoronska-Oehler I, 65). - Fromm 22762; Dufour 108; Goedeke IV,1,587,32,7. (Bestell-Nr. 26590)

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Objekt des Monats Juni 2013

MANN, Th.: Nocturnes.
MANN, Th.: Nocturnes.
MANN, Th.: Nocturnes.

 

Am 6. Juni 1875 wurde Thomas Mann geboren


Thomas Mann (1875 - 1955)  zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur "... vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', (…) ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur …“ (aus der Begründung der Akademie).


Mit unserem „Objekt des Monats“ möchten wir an den großen Literaten erinnern und bieten Ihnen folgendes Werk von Thomas Mann an:

MANN, Th.: Nocturnes. With Lithographs by Lynd Ward. New York, Equinox Cooperative Press 1934. Illustr. Originalleinen, Rücken und Vorderdeckel leicht lichtrandig; schönes Exemplar.

€ 700,-


Erste englische Ausgabe. Eins von 990 von Thomas Mann signierten und numerierten Exemplaren (Gesamtauflage 1000 Ex.). Mit den Illustrationen des amerikanischen Illustrators Lynd Ward (1905-1985). Die Texte erstmalig in englischer Übersetzung von H. T. Lowe-Porter. - Bürgin IV, 484.
(Bestell-Nr. 27699).

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Objekt des Monats Mai 2013

R. Wagner - Der Ring des Nibelungen

 

Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner (geboren am 22.5.1813 in Leipzig, gestorben am 13.2.1883 in Venedig) präsentieren wir Ihnen heute unser „Objekt des Monats“:

WAGNER, R.: Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für 3 Tage und einen Vorabend. (Dritter Tag: Götterdämmerung). (Partitur). [WWV 86 C]. Mainz, B. Schott's Söhne (PlattenNr. 21953) [26. Juli 1876]. Folio. 4 Bl., 615 S. der 1. Aufzug mit Eintragungen eines Dirigenten in Blei, teilweise Tinte. Schöner Ganzlederband im Stil der Zeit.

€ 6000,-


Außergewöhnlich sauberes Exemplar der Dirigierpartitur des zweiten Drucks der Originalausgabe, erkennbar am Gummistempel Nr. 63 auf Blatt 2. Dieser 2. Druck erschien nur einem Monat nach dem ersten, so dass "man daher nicht ausschließen kann, daß die beiden Auflagen in bezug auf die Numerierung miteinander vermischt worden sind" (WWV S. 402). - Das Werk erlebte seine erste Vorstellung im Rahmen der ersten Gesamtaufführung des "Rings" am 17. August 1876 in Bayreuth unter der musikalischen Leitung von Hans Richter. Hervorgegangen als Teil 1 aus Wagners bereits 1848 geplanter Tetralogie "Siegfrieds Tod" (1852 abgeschlossen). "Der Ring wird das Hauptereignis der dramatischen Kunst sein, als Ganzes und als Vereinigung von Dichtung, Musik, mimischer Kunst, Bühnenbild und Inszenierung zum ersten Mal in diesem Jahrhundert souverän dargestellt" (Liszt an Hillbrand). "Ich habe nicht geglaubt, dass Sie es zustande bringen" (Kaiser Wilhelm I. an Wagner). - WWV 86D, S. 387; Klein S. 48/49.
(Bestell-Nr. 26927)

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Objekt des Monats April 2013

HÖNN, G. P.: Betrugs-Lexicon

 ROLLENHAGEN, Georg [richtig Gabriel]: Warhaffte Lügen

 

„Der Welt Wagen und Pflug ist nur Lug und Betrug!“
(Georg Paul Hönn in der Vorrede zum ‚Betrugs-Lexicon‘)



Von „Warhafften Lügen“ und „Betrügereyen in allen Ständen“ berichten die beiden interessanten Publikationen, die wir Ihnen im Scherzmonat April als „Objekte des Monats“ vorstellen möchten:

HÖNN, G. P.: Betrugs-Lexicon, worinnen die meiste Betrügereyen in allen Ständen nebst denen darwider guten Theils dienenden Mitteln entdeckt. Zweyte und vermehrte Edition, Coburg, P. G. Pfotenhauer 1721. 7 Bl., 459 (recte 461) S., 2 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Im Falz teils Wurmspuren. Gebräunt. 6 Seiten mit Anzeichnungen. Halbpergament der Zeit. Beschabt.

€ 800,-


Frühe, im Jahr der Erstausgabe erschienene Auflage des berühmten Werkes, in dem erstmals so ausführlich und umfassend die zahlreichen Möglichkeiten des Betrugs dargestellt werden. Dem Verfasser brachte die Veröffentlichung viel Feindschaft, insbesondere von Seiten der Katholiken ein. Die kulturgeschichtlich wichtige Abhandlung "enthält interessante Entdeckungen über die Betrügereien der Aerzte, Bierbrauer, Buchbinder, Buchhändler, Frauenzimmer, Kinder, Mönche, Nonnen, usw." (Hayn-Gotendorf III, 312), und weist nach, dass Betrug bereits in der Bibel eine große Rolle gespielt habe. Die Schrift wurde in Böhmen konfisziert, "an einen andern Ort" (Hönn) sogar verbrannt und in den folgenden Auflagen musste Hönn mehrere Kapitel streichen, vor allem über "Mönche" und "Nonnen". Auch Goethes Vater besaß die Schrift, wie E. Beutler in "Essay um Goethe" berichtet. "Hätte Hönn geahnt, wie viel Anfeindungen ihm sein Buch eintragen sollte, vielleicht hätte er es doch ungedruckt gelassen" (E. Beutler). Lessing hingegen äußerte sich wohlwollend in seiner Rezension in der Berlinischen Privilegierten Zeitung 1753, Stück 152.
(Abbildung oben - Bestell-Nr. 27168)
 
 

 

ROLLENHAGEN, Georg [richtig Gabriel]: Warhaffte Lügen / von Geistlichen und Natürlichen Dingen / oder Beschreibung etlicher warhafftiger / aber bey vielen alten und neuen Scribenten und Gelehrten / Geistlichen und Weltlichen / eingerissener ausgebreiteten Glaubwürdigen Lügen / Nicht nur im gemeinen Leben ... . Wahrenberg [Magdeburg], Gottlieb LügenFeind 1680. Duodez. 11 Bl., 384 S. Titel in Rot und Schwarz. Leicht gebräunt. 1 Bl. mit kleinem Loch am rechten äußeren Blattrand. Pergamentband der Zeit.

€ 1200,-


Sehr seltener Einzeldruck der Sammlung von Lügengeschichten, die vorher im 2. Teil der "Indianischen Reisen" erschienen waren und fälschlicherweise seinem Vater Georg zugeschrieben wurden. Gabriel Rollenhagen (1583-1619?) besuchte bereits vom 5. Lebensjahr an die von seinem Vater geleitete Gelehrtenschule. Er studierte von 1602-04 Jura in Leipzig und veröffentlichte nebenbei die oft aufgelegten "Indianischen Reysen". Angehängt war stets eine Reihe populärer Münchhausiaden unter d. Titel "Warhaffte Lügen", ursprünglich unveröffentlichte grammatische Übungstexte aus dem Schulbetrieb seines Vaters, denen aber erst Gabriel ihre endgültige literarische Form verlieh" (Dünnhaupt V, S. 3466). "Alle möglichen abergläubischen und irrigen Ansichten der populären und der mittelalterlichen Naturgeschichte, der Volksmedizin werden 'aufklärerisch' widerlegt" (Wolfskehl). - Dünnhaupt² V, 1.II.2; Münchhausiana 2.1 ("Ältester Vorläufer des Münchhausen").

(Abbildung unten - Bestell-Nr. 26670)

 
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Objekt des Monats März 2013

Grimm Jacob Ad auspicia 21462

 Grimm Brueder Deutsche Sagen

 

Aus Anlass der zahlreichen Jubiläen im Grimm-Jahr 2013 möchten wir mit unserem März-Newsletter gleich zwei „Objekte des Monats“ zu Ehren der Brüder Grimm anbieten:

GRIMM, Jacob: Ad auspicia professionis philosophiae ordinariae in academia Georgia  Augusta rite capienda invitat. Inest hymnorum veteris ecclesiae XXVI. interpretatio theotisca nunc primum edita. Göttingen, Dieterich 1830. Quart. 1 Bl., 76 S. Pappband der Zeit.

800,- €


Schönes breitrandiges Exemplar der seltenen Erstausgabe von Jacob Grimms Göttinger Habilitationsschrift, in der Grimm den Text der 26 "Murbacher Hymnen" im altdeutschen Urtext und lateinischer Übersetzung veröffentlichte. Die Handschrift der Murbacher Hymnen, ein Zyklus von geistlichen Dichtungen aus dem 9. Jahrhundert, gelangte im 16. Jahrhundert in die Bodleian Library in Oxford. "Die Hymnen scheinen ursprünglich zum Unterricht im Lateinischen gedient zu haben. Sicher ist, daß dies undeutsche Deutsch nicht für den Gesang bestimmt war" (vgl. Goedeke I, 17). - Arbeitsexemplar von 2 Germanisten. Durchgehend mit deren  handschriftlichen  Anmerkungen und Korrekturen, teils mit Tinte oder Bleistift.  - Graesse III, 155; Deneke S. 58; Goedeke I, 16. (Abbildung oben - Bestell-Nr. 21462)
 
 

 

GRIMM, Brüder [J. und W.]: Deutsche Sagen. 2 Bände. Berlin, Nicolai 1816-18. XXXVI, 464 S.; XX, 380 S. Teils etwas stockfleckig und mit leichten Feuchtigkeitsspuren. Spätere Halblederbände mit Rückenvergoldung. Ecken etwas bestoßen.

- verkauft -


Erstausgabe der Sammlung von 585 Sagen. "Das Werk ist das Ergebnis einer mehr als zehnjährigen Sammeltätigkeit, die maßgeblich durch den Kontakt der beiden Herausgeber mit Achim von Arnim und Clemens Brentano beeinflusst wurde" (KNLL). Das Material zu den "Sagen" (lokale/ historische) wurde gleichzeitig mit den "Märchen" gesammelt. "Die "Sagen" hatten nicht den gleichen Erfolg wie die Märchen, zu Lebzeiten der Brüder Grimm erschien davon keine Neuauflage. Auch die internationale Verbreitung ist mit dem Siegeszug der Märchen nicht zu vergleichen; durch Ort und Geschichte waren die Sagen doch mehr auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Hier allerdings behielt die umfangreiche Sammlung ihren bleibenden Wert. Und hier wurde sie auch insofern fruchtbar, als zahlreiche andere Sammler dem Beispiel der Brüder Grimm folgten und Sagen aus ihren besonderen Landschaftsgebieten zusammentrugen. Dazu gewannen Schriftsteller und Künstler aus diesen Sagen vielfältige Anregungen. Die Grimms schufen ein Werk, das aus unserer Literatur nicht mehr wegzudenken ist." (Gerstner). - Ausst. Kat. Kassel (1960), Nr. 12; Borst 1242. (Abbildung unten - Bestell-Nr. 26699)


 
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Objekt des Monats Februar 2013

CORELLI, A.: XII Sonatas

 

Mit unserem Objekt des Monats für Februar 2013 erinnern wir an den 360. Geburtstag von Arcangelo Corelli (17. Februar 1653 - 8. Januar 1713).

CORELLI, A.: XII Sonatas of three parts for two violins and a Bass with a Through Bass for ye Organ, Harpsichord or Archlute engraved from ye Score and carefully corrected by ye best Italian masters, Opera Prima, secunda, terza, quarta, Stimmen. London, Walsh (PlattenNr. 364-67) [ca. 1735]. Quart. 4 Stimmbände mit je 24, 18, 25, 16 S. Schöne Halblederbände im Stil der Zeit.

€ 1800,-


Titelauflage der englischen Originalausgabe der insgesamt 48 Sonaten Corellis, die zum prägenden Muster der europäischen Barockmusik wurden. Schöner Druck auf starkem Papier in sehr guter Erhaltung. – „Corellis Ruhm war schon zu seinen Lebzeiten legendär. Ein römischer Musiktheoretiker pries ihn – in Anspielung an den zeitgenössischen Mythos vom Violino spielenden Orpheus – gar  als ‚nuovo Orfeo dei nostri giorni‘ (A. Berardi  1689, S. 45). Mit dieser Methapher sollte zum Ausdruck kommen, daß Corelli sowohl als ausübender Musiker, also als Violinvirtuose und Orchesterleiter, wie auch als schöpferischer Künstler, also als Komponist, höchstes Ansehen genoß.“ (H. J. Marx in MGG² 4, 1586). - Marx Nr. 28 (Op. 1), Nr. 31 (Op. 2), Nr. 27 (Op. 3), Nr. 27 (Op. 4); CPM 13, 365-69.
(Bestell-Nr. 17318)

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Objekt des Monats Januar 2013

WIELAND, Christoph Martin: DER TEUTSCHE MERKUR

 WIELAND, Christoph Martin: Brustbild

 

200. Todestag von Christoph Martin Wieland

Mit dem Newsletter für Januar 2013 präsentieren wir Ihnen gleich zwei interessante Objekte des Monats aus unserem reichhaltigen Antiquariatsangebot und erinnern damit in Text und Bild an den  200. Todestag von Christoph Martin Wieland (geboren am 5. September 1733 in Oberholzheim, gestorben am 20. Januar 1813 in Weimar). Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe,  Friedrich von Schiller und Christoph Martin Wieland bildeten gemeinsam das „Viergestirn“ der Weimarer Klassik, dessen moderne Geisteshaltung ganz Europa beeinflußte.

DER TEUTSCHE MERKUR. (Herausgegeben von Chr. M. Wieland). Band 1-40 [von 68] in 10 Bänden, Weimar, Verlag der Gesellschaft und C. L. Hoffmann sowie Wielands Selbstverlag 1773-82. 1 gef. Kupfer, 3 Kupferportraits nach G. M. Kraus, 1 gef. Notenkupfer von S. Frhr. v. Seckendorff, 1 gef. Beilage, 13 gef. Notenbeilagen in Holzschnitt-Typendruck, Holzschnitt-Titelvignetten und zahlreiche Holzschnittvignetten im Text. 16 S. in alter Handschrift, 2 S. in Fotokopie. Ohne die letzten Bl. von Band 8. Stockfleckig, gebräunt und wasserrandig. Pappbände der Zeit. Rücken passend ergänzt.
 
€ 2500,-


Eine der bedeutendsten deutschen Zeitschriften, auch mit den ersten Jahrgängen im Originaldruck, die häufig im Nachdruck vorliegen. Sie beeinflusste nachhaltig die gebildeten Leser der späten Aufklärung. Der 1. Band erschien noch als "Der Deutsche Merkur". Neben Nicolais "Allgemeiner deutscher Bibliothek" und Boies "Deutschem Museum" eine der wichtigsten literarischen Zeitschriften dieser Epoche, die Weimar zu einem Zentrum der literarischen Welt machte.
„Im ‚Merkur‘ erschienen Wielands Dichtungen u. eine große Anzahl von Aufsätzen, die nur teilweise in die Werksammlungen aufgenommen wurden.“ (Günther-Zeilinger). So waren die "Abderiten" der erste deutsche Roman, der in Fortsetzungen in einer Zeitschrift erschien. Der "Merkur" ist "in seiner ersten Phase durchaus auch ein Kampfblatt gegen die jungen Autoren des Sturm und Drang. Doch als Goethe nach Weimar kommt, kann Wieland die Beiträge eben dieser Autoren aufnehmen und integrieren" (Hocks-Schmidt). Mit dem „Teutschen Merkur“ entsteht nach dem Vorbild des Pariser "Mercure de France" ein neuer Zeitschriftentyp, der zum ersten Mal eine große Vielfalt an Themen und literarische Formen an den Leser heranträgt. Poetische Artikel stehen neben Rezensionen, philosophischen und populärwissenschaftlichen Abhandlungen, Reiseberichten, Biographien und politischen Aufsätzen. So bietet diese Zeitschrift mit ihren Erstausgaben eine umfangreiche Übersicht über die Buchproduktion der Zeit. - Kirchner 4471; Goedeke IV, 1, 556, 69; Günther-Zeilinger 1147.
(Bestell-Nr. 17109)

WIELAND, Christoph Martin: Brustbild nach rechts in ovaler Umrandung. Kupferstich von [J. F. ] Bause nach [G. O.] May Leipzig, bey Bause 1782. 27,5 x 20,5 cm.

- verkauft -


Schöner, kräftiger Abzug. Das Porträt zeigt Wieland (1733-1813) während seiner Weimarer Zeit, in der er sich als Herausgeber der Literaturzeitschrift "Der Teutsche Merkur" einen Namen gemacht hat.

(Bestell-Nr. 27624)

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Objekt des Monats Dezember 2012

BERLIOZ, H.: Episode De la Vie d'un Artiste.

 

 

Mit unserem ‚Objekt des Monats‘ für Dezember 2012 möchten wir an den französischen Komponisten Louis Hector Berlioz, geboren am 11. Dezember 1803 im französischen La Côte-Saint-André (Isère), gestorben am 8. März 1869 in Paris, erinnern. „Er ist einer der großen Wegbereiter und Vertreter der neuromantischen Musik, einer der originellsten Musiker aller Zeiten und ein Anreger höchsten Ranges“ (Riemann).

BERLIOZ, H.: Episode De la Vie d'un Artiste. Symphonie Fantastique en cinq parties. Dédiée à Sa Majesté Nicolas 1er. ... Op. 14.  Partition. Paris, Schlesinger (PlattenNr. M. S. 4208) [1845]. Folio. 2 Bl., 127 S. wenig stockfleckig. Titel mit Verlegerstempel. Halblederband etwas bestoßen.

- verkauft -


Sehr seltene Erstausgabe der Partitur, Variante mit dem Programm in Deutsch und Französisch auf dem zweiten Blatt. - Hopkinson 36 B (b); Holoman Nr. 48, S. 90 f.

(Bestell-Nr. 26456)

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Objekt des Monats November 2012

LEIBNIZ, G. W. v.: Theodicaea, Oder Versuch und Abhandlung

 

 

Mit unserem ‚Objekt des Monats‘ für November 2012 möchten wir an einen der vielseitigsten Gelehrten und scharfsinnigsten Denker aller Zeiten erinnern: Gottfried Wilhelm Leibniz, geboren am 1. Juli 1646 in Leipzig, gestorben am 14. November 1716 in Hannover.

LEIBNIZ, G. W. v.: Theodicaea, Oder Versuch und Abhandlung/ Wie die Güte und Gerechtigkeit Gottes, In Ansehung Der Menschlichen Freyheit, und des Ursprungs des Bösen, zu vertheidigen; Aus dem Französischen übersetzt, Bey dieser dritten Auflage an vielen Orten verbessert. Nebst einigen Anmerckungen und nöthigen Registern. Dem annoch beygefügt Des seeligen Herrn Autoris Lebens-Beschreibung. Hannover, N. Förster 1735. Portrait- Kupfer von Lips nach Böcklin, 14 Bl., 64, 1030 S., 1 gefaltetes Kupfer. Am Anfang auf den Seiten gelegentlich alte Marginalien. Pergamentband der Zeit.

€ 2800,-


Das philosophische Hauptwerk von Leibniz - eines der einflußreichsten Werke des Barock - in der maßgeblichen Fassung nach der zweiten französischen Ausgabe, die um 1712 in Amsterdam erschienen war. Enthält die Kommentare von Georg Friedrich Richter und auch die von Leibniz benutzten Zitate werden übersetzt. Die Biographie von Bernhard von Fontenelle nebst Anmerkungen wurde von J. G. von Eccard übersetzt sowie mit weiteren Anmerkungen, einem umfangreichen Sachregister und einer Bibliographie der Schriften Leibniz und einem Autorenregister versehen. Diese Fassung ist nicht nur der ersten von 1720 vorzuziehen, sondern deutlich auch der von Gottsched 1744. Mit der Beschreibung und Abbildung der von Leibniz konstruierten Rechenmaschine, der ersten, die alle 4 Grundrechenarten ausführen konnte. In den "Beylagen" Stücke zum Prioritätsstreit zwischen Newton und Leibniz und die Erfindung der Differentialrechnung. Lange wurde die Ironie dieses Werkes nicht erkannt, "der bekannte Tübinger Theologe und nachmalige Universitätskanzler Chr. Matthäus Pfaff (erhielt) auf seine Meinungsäußerung, daß die 'Theodicee' wol nur zu scherzhaftem Vergnügen erdacht sei, die briefliche Antwort Leibniz's (vom 2. Mai 1716), es sei hiermit der Nagel auf den Kopf getroffen und nur zu wundern, daß bisher noch Niemand dies Spiel bemerkt habe" (ADB 18, S. 201). - Ravier 402; Fromm 28314.

(Bestell-Nr. 27170)

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